«Unfaire und aggressive Geschäftspraktiken»
Schmutziges Geschäft: Gratis-Spiele als Kostenfalle
publiziert: Donnerstag, 26. Sep 2013 / 13:40 Uhr
Kinder oft Opfer «unfairer und aggressiver Geschäftspraktiken». (Symbolbild)
Kinder oft Opfer «unfairer und aggressiver Geschäftspraktiken». (Symbolbild)

London - Das rasant wachsende Geschäft mit In-Game-Gegenständen in Videospielen und Handy-Apps verlockt offenbar viele Anbieter zu «schmutzigen» Vermarktungsstrategien.

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Ein aktueller Bericht der unabhängigen britischen Kontrollbehörde Office of Fair Trading (OFT) hat insgesamt 38 der derzeit populärsten Spiele und Programme unter die Lupe genommen und dabei eigenen Angaben zufolge schwerwiegende Hinweise auf «potenziell unfaire und aggressive Geschäftspraktiken» gefunden. «Viele der betroffenen Hersteller verstossen mit ihrer Vorgehensweise gegen das geltende Konsumentenschutzgesetz», kritisiert die OFT. Die Opfer derartiger Praktiken sind zumeist Kinder und Jugendliche, die oft mit «Gratis-Spielen» bewusst in eine Kostenfalle gelockt werden, so die Behörde.

«Kinder und Jugendliche kommen in der digitalen Welt mit verschiedenen Arten von Werbung in Berührung», erklärt Bernhard Jungwirth. Das Problem dabei sei, dass es oftmals keine klare ausgewiesene Trennung zwischen dem eigentlichen Spielinhalt und der dazugehörigen Werbetätigkeit gäbe. «Hier müssen die Anbieter eindeutig nachbessern», fordert der Experte. Ein rechtliches Vorgehen gegen schmutzige Praktiken sei schwierig, da es sich zumeist um internationale Firmen handle. «Es ist aber auch wichtig, das Problembewusstsein auf Elternseite zu schärfen. Diese wissen oft gar nicht, dass es so etwas wie In-Game-Käufe überhaupt gibt», so Jungwirth.

Problemkind Gratis-Games

«Die Online- und App-basierte Spieleindustrie sollte Kinder und Jugendliche nicht unter Druck setzen, um In-Game-Einkäufe zu tätigen», stellt die OFT in ihrem Bericht klar. Im Zuge der genauen Untersuchung entsprechender Programme seien zahlreiche Beispiele für «unfaire und aggressive Geschäftspraktiken» gefunden worden. Besonders in der Kritik stehen dabei sogenannte «Freemium»-Titel, bei denen das eigentliche Spiel gratis angeboten wird und User per In-Game-Transaktion verschiedene Gegenstände oder Zusatzinhalte freischalten können.

«Ich glaube nicht, dass sich die Kinder voll im Klaren darüber sind, dass ein Klick auf 'Yes' gleichbedeutend mit dem Ausgeben von echtem Geld ist», zitiert die BBC den OFT-Geschäftsführer Cavendish Elithorn. Vereinzelt hätten Eltern zwar die Möglichkeit, die Geräteeinstellungen am Handy zu verändern, um ihre Sprösslinge vor ungewollten Kostenfallen zu schützen. «Die meisten Erziehungsberechtigten wissen das aber gar nicht. Erst wenn sie die Rechnung präsentiert bekommen, realisieren sie, was das bedeutet», schildert Elithorn.

Freemium-Trend

Das Freemium-Geschäftsmodell wurde ursprünglich in den asiatischen Märkten geboren, um vor allem dem grassierenden Piraterieproblem entgegenzuwirken. Mittlerweile hat sich dieser Ansatz aber sowohl im boomenden App-Business als auch bei Videospielen oder im Bereich der sozialen Online-Netzwerke zu einer vielversprechenden neuen Umsatzstrategie entwickelt. Dem Trend folgend setzen auch grosse Publisher wie Activision Blizzard bei wichtigen Spieleveröffentlichungen immer öfter auf Gratis-Downloads. Bestes Beispiel hierfür ist die erfolgreiche Action-Shooter-Franchise «Call of Duty», die in China vollkommen kostenlos angeboten wurde.

 

 

(tafi/pte)

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