Handel mit Iran ankurbeln
Schneider-Amann hofft auf das grosse Geschäft
publiziert: Freitag, 26. Feb 2016 / 10:17 Uhr
Ziel des Besuches ist, die Beziehungen zu der islamischen Republik zu vertiefen.
Ziel des Besuches ist, die Beziehungen zu der islamischen Republik zu vertiefen.

Bern - Bundespräsident Johann Schneider-Ammann reist am (heutigen) Freitag nach Iran. Bei seinem Besuch will er die Beziehungen zu der islamischen Republik vertiefen und dem gegenseitigen Wirtschaftsaustausch Schub verleihen.

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Damit ist er nicht alleine: Seit die Sanktionen des Westens gegen das Mullah-Regime weitgehend aufgehoben wurden, geben sich in Teheran derzeit hochrangige Politiker aus der ganzen Welt die Klinke in die Hand. Alle hoffen auf das grosse Geschäft.

Ein grosses Thema beim Besuch von Schneider-Ammann sollen daher Wirtschafts- und Finanzfragen sein. Beispielsweise will der Wirtschaftsminister auch den Betritt zur Welthandelsorganisation WTO thematisieren, den der Iran anstrebt.

Am Samstag trifft Schneider-Ammann den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani sowie zahlreiche Minister und Würdenträger. Am Sonntagmorgen wird er vor Studierenden und Fakultätsmitgliedern an der Universität Teheran eine Rede zu wirtschaftspolitischen Fragen halten.

Türöffner für die Wirtschaft

Aufgrund der starken Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft in Iran hat der Staatsbesuch eine wichtige Türöffnerfunktion. Begleitet wird der Bundespräsident bei seinem zweitägigen Besuch denn auch von einer 40-köpfigen Wirtschaftsdelegation. Die Wirtschaftsvertreter dürften vor allem an Kontakten zu lokalen Behörden und Geschäftsleuten ihrer entsprechenden Branche interessiert sein.

Mit etwas Umsicht können die mitreisenden Manager aber auch Geschäftsideen sammeln. Der iranische Markt, der jahrelang abgeschottet war und wo das Geld fast ausschliesslich in Militär- sowie Atomanlagen statt in die Industrie geflossen ist, bietet mit seinen rund 80 Millionen Einwohnern viele Chancen in praktisch allen Sektoren.

Die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen der Schweiz und Iran haben in der Vergangenheit stark unter den Sanktionen des Westens gegenüber der Islamischen Republik gelitten. Davor gab es aber eine rege Wirtschaftstätigkeit.

Zusammenarbeit in Bildung und Forschung

Neben den Wirtschaftsbeziehungen sollen bei den Gesprächen im Iran weitere Themen zur Sprache kommen. Schneider-Ammann setzt etwa auf eine engere Zusammenarbeit bei Bildung, Forschung und Innovation. Neben der offiziellen und der Wirtschaftsdelegation ist deshalb auch eine Wissenschaftsdelegation beim Besuch mit dabei.

In zahlreichen Politikfeldern soll der Besuch des Bundespräsidenten Dialoge zwischen der Schweiz und dem Iran neu lancieren, wie Schneider-Ammanns Departement in einer Mitteilung von dieser Woche schreibt. Das betreffe unter anderem die Menschenrechte, die Justiz und die regionale Sicherheit; bereits im Gang sei ein Dialog in Fragen der Migration.

(nir/sda)

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