Schock in Deutschland - Die Angst vor der Rezession geht um
publiziert: Freitag, 16. Mai 2003 / 08:14 Uhr

Wiesbaden - Die Hiobsbotschaften für die deutsche Konjunktur reissen nicht ab: Neue Rekorde bei der Arbeitslosigkeit, riesige Steuerausfälle und eine schrumpfende Wirtschaft zum Jahresbeginn. Deutschland steht mit einem Bein in der Rezession.

Gerhard Schröder informiert den deutschen Bundestag über seine Agenda 2010 Pläne.
Gerhard Schröder informiert den deutschen Bundestag über seine Agenda 2010 Pläne.
Entgegen allen Prognosen ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) zum Jahresanfang zurückgegangen. Die gesamtwirtschaftliche Leistung fiel in den ersten drei Monaten real 0,2 Prozent geringer aus als im Schlussquartal 2002. Das BIP des 1. Vierteljahres 2002 wurde nur noch um 0,5 Prozent übertroffen. Auch dieses Resultat liegt unter den Erwartungen der Experten.

Die Konjunkturprognosen für 2003 sind damit kaum noch zu halten. Auf Grund des unerwartet schlechten Starts dürften sich die Schätzungen von 0,5 bis 0,75 Prozent nun in Richtung 0,2 Prozent bewegen.

Die meisten Volkswirte hatten für den Jahresbeginn noch mit einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet.

"Der Schock aus Wiesbaden" macht aber deutlich: Die deutsche Konjunktur kann sich ohne nachhaltige Impulse aus der Weltwirtschaft nicht aus der Stagnation befreien. Bereits im 4. Quartal 2002 war die Wirtschaftskraft um 0,03 Prozent geschrumpft.

Trotz allem auch positive Stimmen

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, rechnet allerdings nicht mit einer Rezession in Deutschland. Das 2. Quartal entwickle sich deutlich besser, sagte Braun am Donnerstag in Frankfurt.

Die Stimmung bei den Unternehmen sei derzeit deutlich positiver als zu Jahresbeginn. Auch würden bei den Banken verstärkt Kredite für Investitionen abgefragt. Auch Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt erwartet nicht, "dass wir in den nächsten Quartalen weiter Minus-Wachstum haben werden".

Die negative Entwicklung zum Jahresanfang ist in erster Linie auf aussenwirtschaftliche Faktoren zurückzuführen. Nach Angaben der Statistiker sind in den ersten drei Monaten die Importe deutlich stärker gestiegen als die Exporte. Dies führte zu einem negativen Aussenbeitrag. Das nur bescheidene inländische Wachstum konnte diesen Effekt nicht ausgleichen.

Deutschland ist mit einem Anteil von 31 Prozent am BIP des Eurolandes auch Dreh- und Angelpunkt der notleidenden Konjunktur in Europa. Die Forderung an die EZB, gleich einen grossen Zinsschritt von 2,5 auf 2,0 Prozent vorzunehmen, wird angesichts der Hiobsbotschaften auch aus den Nachbarländern mit Sicherheit an Schärfe zunehmen.

Hoffnungsschimmer

Zumindest ein Hoffnungsschimmer geht vom privaten Konsum in Deutschland aus. Angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit, zusätzlicher Steuern und Abgaben, hoher Energiepreise und des Irak- Konflikts ist der stabile private Konsum im 1. Quartal schon als Erfolg zu werten.

Niedrigere Zinsen, sinkende Ölpreise und die massiven Anpassungen der Unternehmen an die veränderte Wirtschaftslage deuteten für das 3. und "vor allem das 4. Quartal" auf eine Erholung hin, prognostiziert der Chefvolkswirt der Dresdner Bank, Prof. Michael Heise. Steigende Gewinne in vielen europäischen und US-Konzernen seien positive Signale für das 2. Halbjahr.

(Wolf Pampel/dpa)

 
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