Terroranschläge am Flughafen und in der Metro
Schon 26 Tote in Brüssel geborgen
publiziert: Dienstag, 22. Mrz 2016 / 12:38 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 22. Mrz 2016 / 19:50 Uhr

Brüssel - Belgiens Hauptstadt Brüssel ist am Dienstag von Anschlägen erschüttert worden. Durch Explosionen am Flughafen Zaventem und in einer U-Bahnstation im EU-Viertel wurden mindestens 26 Menschen getötet, über hundert wurden verletzt.

12 Meldungen im Zusammenhang
Belgien wertet die Explosionen am Flughafen und in der U-Bahn von Brüssel als Terroranschläge. «Wir haben einen Terroranschlag befürchtet, und es ist passiert», sagte der belgische Regierungschef Charles Michel in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung.



Er verurteilte die Anschläge am Brüsseler Flughafen und in einer U-Bahn-Station im Europaviertel als «blind, gewaltsam und feige» und bestätigte, dass die Regierung die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen habe. Die Staatsanwaltschaft habe Antiterror-Ermittlungen aufgenommen, berichtete der öffentliche Sender RTBF.

Das nationale Krisenzentrum rief alle Bürger auf, zu bleiben, wo sie gerade seien. Kommuniziert werden sollte über soziale Netzwerke. Anrufe seien zu vermeiden, da das Mobilnetz praktisch zusammengebrochen sei, hiess es bei den Behörden. Der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt, Flüge nach Brüssel werden umgeleitet. Auch Flüge aus der Schweiz waren betroffen.

Selbstmordanschlag an Flughafen

Elf Todesopfer und 81 Verletzte habe es am Flughafen Brüssel gegeben, meldete die Agentur Belga unter Berufung auf die Feuerwehr und Angaben von Behörden. Die Staatsanwaltschaft geht laut Medienberichten von einem Selbstmordanschlag aus.



In der Abflughalle des Flughafens Zaventem gab es demnach zwei Detonationen. Die Nachrichtenagentur Belga berichtete auch von Schüssen. Zudem seien vor den Detonationen Rufe auf Arabisch zu hören gewesen. Der Flughafen wurde geschlossen, Passagiere und Mitarbeiter in Sicherheit gebracht.

Über dem Gebäude stiegt Rauch auf. Fensterscheiben in der Fassade barsten. Die Decke der Abflughalle stürzte teilweise ein. Menschen rannten in Panik aus dem Gebäude.

15 Tote und 55 Verletzte in Metrostation

Zu einer weiteren Explosion kam es in der Metrostation Maelbeek. Dort seien 15 Menschen ums Leben gekommen, 55 wurden verletzt. Dies meldete der Sender RTBF unter Berufung auf die Verkehrsbetriebe sowie die Nachrichtenagentur Belga.

Medienberichten zufolge kam es zu der Explosion, als eine U-Bahn im morgendlichen Berufsverkehr in den Bahnhof einfuhr. Auf Fotos ist ein völlig zerstörter U-Bahnwaggon zu sehen. Nur wenige hundert Meter entfernt liegen an der nächsten Metro-Station die Gebäude der EU-Kommission und des EU-Rates.

Bei einer vierten Explosion in Brüssel am Dienstag soll es sich um eine kontrollierte Sprengung durch Experten gehandelt haben. Das berichtete der Rundfunk RTBF unter Berufung auf Polizeikreise.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Belga die Explosion nahe der Rue de la Loi gemeldet. In dieser Strasse liegt auch die Schweizer Botschaft. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda hiess es, das Gebäude sei nicht betroffen und alle Mitarbeiter seien wohlauf. Die Strasse ist in der Nähe der U-Bahnstation Maelbeek.

Helpline für Fragen

Informationen über Schweizer Opfer der Anschläge lagen laut dem Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten nicht vor. Abklärungen seien im Gang, hiess es auf Anfrage. Das Departement verwies für Fragen von besorgten Angehörigen auf seine Helpline hin.

Derzeit analysieren die Bundesbehörden mögliche Auswirkungen der Anschläge in Brüssel auf die Schweiz, wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Polizei fedpol auf Anfrage mitteilte.

In Berlin richtete das Aussenministerium einen Krisenstab ein. Frankreichs Präsident François Hollande kündigt eine Sondersitzung seines Sicherheitskabinetts an. Der britische Premierminister David Cameron berief seinen Krisenausschuss Cobra ein.

Mehr Polizei

Die französischen Behörden erhöhen nach den mutmasslichen Terroranschlägen in Brüssel die Polizeipräsenz an den Grenzen sowie in Bahnhöfen und Flughäfen. Innenminister Bernard Cazeneuve schickte dafür am Dienstag 1600 zusätzliche Polizisten und Gendarmen in den Einsatz, wie er nach einem Krisentreffen in Paris ankündigte.

Die deutsche Polizei erhöht ihre Massnahmen an den Grenzen, insbesondere zu Belgien, Frankreich, Niederlande und Luxemburg. Auch in den benachbarten Niederlanden erhöhte die Armee die Sicherheitsvorkehrungen an Grenzen und Flughäfen.

Am Freitag hatten die belgischen Sicherheitskräfte den mutmasslichen Hauptverdächtiger der Anschläge von Paris festgenommen, bei denen im November 130 Menschen getötet worden waren. Zu den Attentaten hatte sich die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) bekannt. Die belgische Polizei hatte Vergeltungsaktionen nicht ausgeschlossen.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Eine für kommenden Samstag geplante anti-islamistische Demonstration im Brüsseler Problemviertel Molenbeek ist ... mehr lesen
Schepmans warnt vor Auseinandersetzungen.
Die belgischen Behörden ernten Kritik.
Bern - Die Kommentatoren der Schweizer Zeitungen stufen die Anschläge in Brüssel als nicht unerwartet ein. Sie warnen ... mehr lesen 1
Brüssel - Die belgische Polizei hat die Bevölkerung erneut um Hinweise zu den mutmasslichen Brüsseler ... mehr lesen
Am Flughafen Zürich lief der Betrieb nach den Anschlägen vorerst normal.
Zürich/Frankfurt - Nach den Explosionen auf dem Flughafen Zaventem in Brüssel haben andere Flughäfen in europäischen Städten ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. ... mehr lesen
Brüssel - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich laut einer ihr nahestehenden Nachrichtenagentur zu den ... mehr lesen 1
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bundesrat Johann Schneider-Ammann. (Archivbild)
Bern - Bundespräsident Johann Schneider-Ammann hat nach den Anschlägen in Brüssel im Namen des Bundesrates und der ... mehr lesen
Brüssel - Terror im Herzen Europas: In Brüssel sind bei Explosionen am Flughafen und in der U-Bahn Dutzende Menschen getötet ... mehr lesen
Zürich/Frankfurt - Nach den Explosionen auf dem Flughafen Zaventem in Brüssel haben andere Flughäfen in europäischen Städten ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. ... mehr lesen
Brüssel - Brüssel ist schockiert nach den Bombenanschlägen. Augenzeugen berichten von den schrecklichen Bildern an den ... mehr lesen
Die belgischen Stars lassen den Fussball heute ruhen.
Das belgische Nationalteam sagt wegen der mutmasslichen Terroranschläge in Brüssel das Training vom Dienstag ab. mehr lesen
Brüssel - In Belgiens Hauptstadt Brüssel scheint es am Dienstagmorgen zu einer Anschlagsserie gekommen zu sein. Zwei ... mehr lesen 5
Brüssel - Vier Monate nach der Anschlagsserie in Paris ist der mutmassliche Hauptverdächtige Salah Abdeslam in Brüssel gefasst ... mehr lesen
Sämtliche...
Terrormeldungen aus Westeuropa kommen auch in den osteuropäischen Ländern an. Somit ist auch zu verstehen, warum dort weiterhin als Obergrenze "Null" genannt wird und man nichts von einer Willkommenskultur wissen will.
Recep Tayyip Erdogan beschuldigte militante Kurden.
Recep Tayyip Erdogan beschuldigte ...
Besuch in Diyarbakir  Diyarbakir - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist am Samstag in die Kurden-Metropole Diyarbakir im Südosten des Landes gereist. Dort wandte er sich mit scharfen Worten gegen militante Kurden sowie die Unterstützung der USA für kurdische Milizen in Syrien. 
Kurden feiern Neujahrsfest Newroz in Diyarbakir Istanbul - Entgegen vielfacher Befürchtungen ist die Feier zum kurdischen Neujahrsfest Newroz in der ...
Newroz, das kurdische Neujahrsfest. (Symboilbild)
Gelungene Flucht  Nahe Falludscha - Hunderten Irakern ist am Freitag die Flucht aus der belagerten Stadt ...
Irak beginnt Militäroperation zur Rückeroberung von Falludscha Bagdad - Irakische Soldaten haben unterstützt von US-Luftangriffen mit einer ...
Haider al-Abadi sagt der IS den Kampf an.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1762
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... gestern 20:25
  • Kassandra aus Frauenfeld 1762
    So sehe ich das auch! Es kann weder in einer Gesellschaft noch im weltweiten Rahmen lange gut ... gestern 20:22
  • MichaelHaab aus Knonau 1
    globale Ungleichheit EGal wie schwierig es ist,die Grenzen zu überwinden, egal wie hoch die ... gestern 08:53
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3937
    Unglaublich... was diese angeblichen "Flüchtlinge" da abziehen. Das sind keine ... Fr, 27.05.16 12:13
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3937
    "Flüchtlingskrise" Lösen kann man das Problem nur in den Ländern aus denen die Leute ... Fr, 27.05.16 09:33
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3937
    Deutschland... ist eines der wenigen Länder, das sich enorm mit der Integration der ... Mi, 25.05.16 13:42
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3937
    Der... Grund für die Misere liegt ganz woanders und ist im Prinzip sehr ... Di, 24.05.16 11:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3937
    "Flüchtlingslager-Räumung" Gut für die Einwohner von Idomeni, die nun bald ihr Leben, ihre ... Di, 24.05.16 10:30
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 15°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Basel 15°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 14°C 19°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 15°C 19°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 15°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 14°C 19°C gewittrige Regengüsseleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 15°C 18°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten