Schröder und Chirac besprechen Irak-Politik mit Putin
publiziert: Samstag, 25. Jan 2003 / 08:31 Uhr

Berlin - Nach ihrem Schulterschluss in der Irak-Politik haben der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und Frankreichs Präsident Jacques Chirac in getrennten Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ihr weiteres Vorgehen erörtert.

Wladimir Putin erörtert weiteres Vorgehen sowohl mit Schröder als auch mit Chirac.
Wladimir Putin erörtert weiteres Vorgehen sowohl mit Schröder als auch mit Chirac.
Schröder und Putin seien sich einig, dass den UNO-Inspektoren die für die Erfüllung ihres Auftrags zur Entwaffnung Iraks notwendige Zeit eingeräumt werden sollte, teilte der deutsche Regierungssprecher Béla Anda in Berlin mit.

In dem Telefonat seien beide übereingekommen, dass alle politischen Möglichkeiten zur Umsetzung der UNO-Resolution 1441 ausgeschöpft werden sollten.

Nach einem Telefongespräch Chiracs mit Putin teilte eine Sprecherin des französischen Präsidenten in Paris mit, die Positionen Russlands und Frankreichs in der Irak-Frage seien sehr nahe. Chirac habe Putin mitgeteilt, dass die UNO-Inspektoren seiner Ansicht nach selbst bestimmen müssten, wann sie ihre Mission erfüllt haben.

Putin habe Chirac über seine Unterredung mit US-Präsident George W. Bush unterrichtet. Frankreich und Russland sind ständige Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats, wo am Montag ein erster umfassender Bericht der UNO-Inspektoren vorgelegt werden soll.

Auch das ständige Mitglied China hatte erklärt, eine ähnliche Haltung wie Frankreich zu haben. Die USA und Grossbritannien, die anderen Veto-Mächte im Sicherheitsrat, haben sich einen Militärschlag gegen Irak auch ohne ausdrückliches UNO-Mandat vorbehalten.

(pt/sda)

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