Schüsse auf Unbewaffneten: Polizisten freigesprochen
publiziert: Samstag, 26. Apr 2008 / 00:01 Uhr

New York - Ein New Yorker Gericht hat drei Polizisten freigesprochen, die auf einen unbewaffneten Mann mehr als 50 Schüsse abgefeuert hatten und ihn damit töteten. Der Richter sah kein kriminelles Fehlverhalten der Beschuldigten.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hatte von «exzessiver Gewalt» seitens der Polizei gesprochen.
New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hatte von «exzessiver Gewalt» seitens der Polizei gesprochen.
Der nächtliche Polizeieinsatz im November 2006 hatte in den USA für Empörung gesorgt: Die Polizisten erschossen den Afroamerikaner Sean Bell, als er zusammen mit Freunden einen Nachtklub verliess, in dem er seinen Jungesellen-Abschied gefeiert hatte.

Der damals 23-jährige Sean Bell starb in einem regelrechten Kugelhagel. Einer seiner beiden Begleiter wurde schwer verletzt.

Umstrittener Einsatz

Hinterher gaben die Polizisten an, sie hätten in Notwehr auf das Auto des Vaters von zwei kleinen Kindern gefeuert, nachdem dieses sie beinahe überfahren hätte. Richter Richter Arthur Cooperman folgte in seinem Urteil dieser Darstellung des Hergangs.

Insbesondere die ungewöhnlich hohe Zahl der Schüsse hatte der Polizei den Vorwurf massloser Härte eingebracht. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hatte nach dem Einsatz von «exzessiver Gewalt» seitens der Polizei gesprochen.

Keine Unruhen

Die Hinterbliebenen und ihre Unterstützer reagierten im Gerichtssaal mit lauten Protesten auf den Richterspruch. Vor dem Gerichtsgebäude in Queens trugen Demonstranten T-Shirts mit der Aufschrift «50 Kugeln sind keine Gerechtigkeit».

Wegen der Furcht vor Unruhen waren vor dem Gebäude rund tausend Polizisten aufmarschiert. Zu den von der Polizei befürchteten Ausschreitungen kam es jedoch nicht.

Bei einer Verurteilung hätte den Beschuldigten bis zu 25 Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung gedroht.

(bert/sda)

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