Schüssels «Macho-Spruch» löst Empörung aus
publiziert: Mittwoch, 20. Sep 2006 / 17:05 Uhr

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sorgt durch eine als frauenfeindlich interpretierte Äusserung für Empörung bei der Opposition und unter Frauenrechtlerinnen.

«Wäre ich ein Linker, würde die ganze Emanzentruppe vor mir flach liegen», so Wolfgang Schüssel.
«Wäre ich ein Linker, würde die ganze Emanzentruppe vor mir flach liegen», so Wolfgang Schüssel.
Und das nicht einmal zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Österreich am 1. Oktober.

Nach einem Bericht der Wiener Zeitung «Kurier» sagte Schüssel bei einer Wahlveranstaltung in Leibnitz (Steiermark) zum hohen Anteil von Frauen in seinem Kabinett: «Wäre ich ein Linker, würde die ganze Emanzentruppe vor mir flach liegen».

Die Sprecherin der Grünen, Eva Glawischnik, nannte die Äusserung einen «Macho-Spruch der übelsten Sorte» und forderte eine Entschuldigung. Die Frauengruppe der oppositionellen Sozialdemokraten demonstrierte vor dem Wiener Kanzleramt und kritisierte die Aussage als «zutiefst frauenfeindlich und sexistisch».

Die frühere Frauenministerin Johanna Dohnal (SPÖ) schliesslich liess Schüssel ausrichten, sie könne seinem Wunsch nicht nachkommen: «Sie sind mir zu klein, daher ist das zu tief.»

Folgen für den Wahlausgang?

Ob die Äusserungen des sonst eher schweigsamen Schüssel Folgen für den Wahlausgang haben werden, bleibt abzuwarten. Gegenwärtig liegt seine Volkspartei mit rund drei Prozentpunkten vor den Sozialdemokraten.

In Österreich stellen die Frauen mit 3,2 Millionen Wahlberechtigten - gegenüber 2,9 Millionen Männern - eindeutig die Mehrheit. Die Hälfte aller Minister in Schüssels Kabinett sind Frauen. Böse Zungen behaupten allerdings, Schüssel habe sie nur in die Regierung aufgenommen, weil sie ihm persönlich nicht gefährlich werden könnten.

(fest/sda)

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