Ermittlungen zum Skiunfall
«Schumi» war nicht «zu schnell»
publiziert: Mittwoch, 8. Jan 2014 / 12:23 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Jan 2014 / 15:05 Uhr
Gemäss den Ermittlern war Michael Schumacher seinen Fähigkeiten entsprechend unterwegs. (Symbolbild)
Gemäss den Ermittlern war Michael Schumacher seinen Fähigkeiten entsprechend unterwegs. (Symbolbild)

Albertville - Michael Schumacher ist bei seinem schweren Skiunfall nicht mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen. Er sei «für dieses Terrain für einen guten Skifahrer auf absolut normale Weise» gefahren. Das erklärten die Ermittler am Mittwoch vor den Medien in Albertville.

9 Meldungen im Zusammenhang
SHOPPINGShopping
Michael SchumacherMichael Schumacher
Genaue Angaben zur Geschwindigkeit Schumachers wollten die Ermittler aber nicht machen. Der Formel-1-Rekordweltmeister befand sich nach Angaben von Staatsanwalt Patrick Quincy bei seinem schweren Sturz am 29. Dezember im Skigebiet oberhalb von Méribel drei bis sechs Meter ausserhalb der markierten Piste.

Dann blieb er mit seinen Skiern an einem acht Meter abseits der Piste liegenden Felsen hängen, verlor das Gleichgewicht, stürzte vornüber und schlug mit seinem Kopf auf einen zweiten, dreieinhalb Meter tiefer gelegenen Felsen auf. Erstmals wurde auch offiziell bestätigt, dass der Helm, den Schumacher trug, beim Aufprall zerbrach.

Der Kommandant der Gebirgsgendarmerie Savoyen, Stéphane Bozon betonte, die von Schumacher geliehenen Skier seien "nicht die Ursache des Unfalls". Sie seien vor dem Unfall "in perfektem Zustand" und "quasi neu" gewesen, auch mit den Bindungen habe es keine Probleme gegeben. Medien hatten berichtet, eine Bindung von Schumachers Skiern habe sich womöglich nicht geöffnet. Die Skier werden allerdings weiterhin untersucht.

Helmkamera-Aufnahmen werden noch ausgewertet

Angaben von Schumachers Managerin, wonach der Ex-Formel-1-Pilot vor seinem Unfall einem Mitglied seiner Gruppe von Freunden nach einem Sturz zur Hilfe kam, wollten die Ermittler nicht bestätigen. Auf den Aufnahmen von Schumachers Helmkamera sei dies nicht zu sehen, allerdings sei das Sichtfeld der Kamera auch sehr eingeschränkt, sagte Quincy.

Das rund zwei Minuten lange Video der Helmkamera wird nach Quincys Angaben aber weiter ausgewertet, "Sequenz für Sequenz, Bild für Bild". Dadurch könne womöglich die Geschwindigkeit ermittelt werden. Die Tonaufnahmen seien nicht verwertbar, man höre Ski auf Schnee.

Pistenmarkierung gemäss geltenden Normen

Auf die Frage, ob Schumacher unvorsichtig gewesen sei, indem er die markierte Piste verliess, wollten die Ermittler an der Medienkonferenz im Justizpalast der ehemaligen Olympia-Stadt nicht antworten. Das Fahren ausserhalb der markierten Piste berge immer Gefahren. Mehrfach und unisono wiesen sie jedoch auch daraufhin, dass Schumacher offensichtlich ein sehr guter Skifahrer sei.

Staatsanwalt Quincy betonte, Schumacher habe die markierte Piste "absichtlich" verlassen, um in einen zwischen zwei Pisten gelegenen unmarkierten Teil zu fahren. Die Markierung der Pisten entspreche den geltenden Normen. Eine schlechte Pistenmarkierung hätte den Verantwortlichen des Skigebiets etwa mit Blick auf mögliche Schadenersatzforderungen vorgeworfen werden können.

Zweifel an Existenz von Zeugen-Video

Zweifel an der Existenz eines Videos, das zufällig ein deutscher Tourist gedreht haben soll, äusserte Staatsanwalt Quincy. Es habe noch keinerlei Kontaktaufnahme gegeben, sagte der Chefermittler. Das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte von einem 35-jährigen Flugbegleiter berichtet, der Schumachers Unfalls zufällig gefilmt haben könnte.

Quincy betonte gleich zu Beginn der gut halbstündigen Medienkonferenz, dass die umfangreichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. "Es sind noch einige Schritte vorzunehmen", sagte er. Auch zu möglichen rechtlichen Fragen äusserten sich die Ermittler sehr zurückhaltend.

Michael Schumacher hatte sich bei dem Unfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Der 45-Jährige liegt weiterhin in Grenoble im künstlichen Koma. Er wurde bislang zweimal operiert. Sein Zustand ist stabil, wird von den behandelnden Ärzten aber weiterhin als kritisch betrachtet. Er ist nach letzten Angaben weiterhin nicht ausser Lebensgefahr.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Formel-1-Rekordweltmeister ... mehr lesen
Michael Schumacher wird aus dem künstlichen Koma geholt.
Michael Schumacher liegt nach seinem schweren Skiunfall weiter im Spital in Grenoble.
Michael Schumacher liegt nach ... mehr lesen
Überlebende sterben mit dreifach erhöhter Wahrscheinlichkeit früher. (Symbolbild)
Oxford/Stockholm - Schlechte Nachrichten für Ex-Rennfahrer Michael Schumacher: Dreimal wahrscheinlicher als die Durchschnitts-Bevölkerung sterben Unfallopfer mit Schädel-Hirn-Traumen ... mehr lesen
Die Staatsanwaltschaft informiert am Mittwoch im Justizgebäude von Albertville (Fr) ... mehr lesen
Schumacher liegt immer noch im Spital von Grenoble im künstlichen Koma.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Grenoble - Die Helmkamera von Formel-1-Legende Michael Schumacher ist zum Zeitpunkt seines schweren Skiunfalls gelaufen. Die Bilder könnten ausgewertet werden, verlautete heute aus den Ermittlungsbehörden nahestehenden Quellen. mehr lesen 
Universitätsspital, Grenoble: Journalisten müssen weiterhin draussen bleiben.
Michael Schumachers Zustand hat ... mehr lesen
Grenoble - Ein deutscher Skifahrer ... mehr lesen
Ein deutscher Skifahrer will den verhängnisvollen Skiunfall von Michael Schumacher gefilmt haben. (Archivbild)
Grenoble - Michael Schumacher kämpft um sein Leben: Der siebenfache Formel-1-Weltmeister hat bei einem Ski-Unfall in den französischen Alpen ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten und ist nach einer Notoperation weiter in «kritischem Zustand». mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Martin Schranz
Martin Schranz
Publinews Der Erfolgsmensch Martin Schranz ist unter die Autoren gegangen. Nach Abschluss eines anstrengenden Projekts stand ihm, wie er selbst sagt, der Sinn nach etwas Neuem. Gut so, denn nun können wir uns auf Einblicke in sein Leben und wertvolle Tipps für mehr Erfolg und Zufriedenheit freuen. Get Stuff Done ist die Devise! mehr lesen  
Der 50. Geburtstag brachte nichts Gutes mit sich für Leinwandlegende  Jeff Daniels (61) wusste nach seinem zweiten Rückfall in die Alkoholsucht, dass er sich nicht alleine erholen können würde. mehr lesen
Jeff Daniels.
Es sind zwei Mädchen  Ronnie Wood (68) ist angeblich Vater von Zwillingsmädchen geworden. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • jorian aus Dulliken 1754
    SRG: Eishockey & und der ESC Wer am Leutschenbach nicht gehorcht, muss den ESC oder die Eishockey WM ... Fr, 13.05.16 05:44
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Komiker... Böhmermann wird vermurlich, damit die Türkei-Deal-Marionetten in Berlin ... Di, 12.04.16 13:37
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Fazit: Ein hervorragender Schauspieler, der sein Mäntelchen wechselt, wie ein ... Sa, 19.03.16 09:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Auch nicht besser als ein Charakterloser in einer Stunde vom Oberguru Blocher vom Paulus zum ... Fr, 18.03.16 21:51
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Angelina Jolie... ist eine mittelmässige Schauspielerin, die engagiert wird, um an den ... Mi, 16.03.16 16:47
  • Pacino aus Brittnau 731
    Stimmt . . . Als Selbstständiger ist Polo definitiv auf jeden Franken angewiesen. Es ... Do, 21.01.16 17:26
Nick Jonas tourt diesen Sommer mit Devi Lovato durch Nordamerika.
FACES Nick Jonas hatte Angst um Demi Lovato Nick Jonas (23) gestand, dass er früher fürchtete, ...
 
Auch wenn das Wetter schön ist und du vielleicht rausgehen und Freunde treffen willst. Du musst jetzt zu Hause bleiben.
Einfach, schnell und zuverlässig  Der Schweizer Bundesrat hat am 16. März 2020 die ausserordentliche Lage ausgerufen, ab sofort gilt der nationale Notstand. Somit übernimmt der Bundesrat ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 2°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 3°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 3°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 2°C 17°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 2°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 3°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 8°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten