Schwan SPD-Kandidatin fürs Bundespräsidium
publiziert: Montag, 26. Mai 2008 / 13:44 Uhr

Berlin - Die deutschen Sozialdemokraten haben eine eigene Kandidatin für die Wahl des nächsten Bundespräsidenten im Mai 2009 nominiert. Gegen Amtsinhaber Horst Köhler tritt für die SPD die Politik-Professorin Gesine Schwan an.

Gegen Amtsinhaber Horst Köhler tritt für die SPD die Politik-Professorin Gesine Schwan an.
Gegen Amtsinhaber Horst Köhler tritt für die SPD die Politik-Professorin Gesine Schwan an.
Diese Kandidatur beschlossen trotz scharfer Kritik der Unions-Parteien einstimmig Präsidium und Vorstand der SPD in Berlin.

In Anwesenheit von Schwan sagte Parteichef Kurt Beck anschliessend vor den Medien, Köhlers Kandidatur sei mit Respekt zur Kenntnis genommen worden. Das werde das Verhalten der SPD gegenüber dem Amtsinhaber prägen.

In einer demokratischen Gesellschaft sei eine solche Gegenkandidatur aber eine Chance, um über unterschiedliche Auffassungen miteinander «in einer freundlich-offenen und gegen niemanden gerichteten Art und Weise» zu sprechen, betonte Beck. Schwan sei dafür «die richtige Kandidatin».

Zur Kandidatur bereit

Schwan selbst sagte, sie habe sich über die einstimmige Nominierung sehr gefreut. Sie sei zur Kandidatur bereit, weil ihr lebenslanges Engagement der Demokratie gelte. Sie wolle, dass die öffentliche Debatte sich wieder stärker am Gemeinwohl orientiere.

Die 65-jährige ist derzeit noch Präsidentin der Viadrina-Universität im ostdeutschen Frankfurt an der Oder. Sie gibt dieses Amt wegen Erreichens der Altersgrenze im Sommer ab.

Der derzeitige Bundespräsident Köhler hatte sich am vergangenen Donnerstag zu einer zweiten Amtszeit bereiterklärt. Bei der vergangenen Wahl des Bundespräsidenten 2004 hatte Schwan bereits gegen Köhler kandidiert, war ihm bei der Wahl in der Bundesversammlung aber knapp unterlegen.

(smw/sda)

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