Schweden: Neue Musikdienste verkleinern Piraterie
publiziert: Freitag, 30. Sep 2011 / 21:04 Uhr
Spotify verzeichnet mit seinem Streaming-Service grossen Erfolg.
Spotify verzeichnet mit seinem Streaming-Service grossen Erfolg.

Stockholm - Die Zahl an Musikpiraten rückläufig ist. Dafür können kostenpflichtige Streamingdienste wie Spotify mit einem Plus rechnen. Das hat das schwedische Marktforschungsunternehmen Media Vision in einer richtungsweisenden Studie über die Download-Gewohnheiten von Usern unter 4344 Befragten erhoben.

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Wie die Studie anführt, downloaden 23 Prozent der Schweden derzeit illegal Musik. Das ist zwar fast jeder Vierte, doch ist der Wert innerhalb eines Jahres um knapp drei Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zu 2009 ergibt sich damit laut Torrentfreak sogar ein Einbruch um ein Viertel. Es gibt zwar keine Möglichkeit mit Gratis-Services zu konkurrieren, wie die Piraten-Plattform feststellt. Wird aber ein Inhalt auf vielen verschiedenen Wegen zu einem vernünftigen Preis angeboten, reagieren viele User gewogen.

Zwar beschäftigt sich die Studie nur mit Schweden, doch stellt das skandinavische Land einen Prototyp dar, der auch auf andere Länder übertragen werden kann, meinen manche Experten: Die hohe Rate an Breitband-Anschlüssen und die ebenfalls vorhandenen Mittel, Streamingdienste zu bezahlen geben ein gutes Exempel dafür ab, was in Teilen Europas und des Westens im Allgemeinen möglicherweise heute schon der Fall ist.

Das kann eine Recherche von pressetext bei Interessensvertretungen von Musikschaffenden zunächst nicht bestätigen: Im deutschsprachigen Raum liegen keine verfügbaren Daten vor, die einen Rückgang von Musikpiraterie suggerieren. Emanuel Meyer vom Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum betont aber: «Es ist gut, dass es dieses Angebot gibt. Eine breite Auswahl ist immer gut und hilft, Musikpiraterie zu vermeiden.»

Musikpiraterie ist anstrengend

Der kalifornische Blogger Greg Kumparak merkt an, dass jedes Mal, wenn er Menschen von Spotify oder Rdio erzählt, er voller Unglauben angesehen wird, gefolgt von dem Gelöbnis sich gleich anzumelden. Der Grund: Piraterie ist anstrengend, CD-Ripping ist anstrengend und die Suche nach Torrents benötigt einiges Fachwissen. Bei Streamingdiensten kann man hingegen mit einer Suche schnell etwas finden und der Stream beginnt.

Seit dem Jahr 2009 sind derartige Services auf fast allen möglichen Plattformen, darunter Smartphones, vertreten. Es ist somit nicht mehr notwendig, alle Möglichkeiten Musik zu hören mit einer zentralen Bibliothek zu verknüpfen. Mit etwa sieben Euro pro Monat sind Streamingdienste zudem leistbar. Daher wird das Streaming die Musikpiraterie zwar nicht verdrängen, doch vielleicht dazu beitragen, die Auffassung, dass Musik frei verfügbar ist, zurückdrängen.

(dyn/pte)

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