Schweden gegen Finnland im Olympia-Finale
publiziert: Freitag, 24. Feb 2006 / 00:10 Uhr / aktualisiert: Samstag, 25. Feb 2006 / 00:11 Uhr

Vier Jahre nach der Blamage von Salt Lake City gegen Weissrussland rehabilitierte sich Schweden bei Olympia. Die «Tre Kronor» zogen durch ein 7:3 gegen Tschechien in den Final gegen Finnland ein. Auch die Finnen waren 2002 im Viertelfinal gescheitert.

Daniel Alfredsson zerstörte die Hoffnungen der Tschechen kurz vor Ende des Mitteldrittels. (Archivbild)
Daniel Alfredsson zerstörte die Hoffnungen der Tschechen kurz vor Ende des Mitteldrittels. (Archivbild)
Das skandinavische Finalduell ist die Neuauflage des Finals der Schweizer WM von 1998 in Zürich. Damals setzte sich Schweden in zwei oberlangweiligen Partien mit 1:0 und 0:0 durch. Seither boten die Schweden und Finnen aber auch spektakuläre Duelle: Vor drei Jahren an der WM in Finnland führten die Suomi bis zur 29. Minute 5:1 und verloren danach noch 5:6.

Wieder war es Luganos Ville Peltonen, der Finnland im Halbfinal gegen Russland (4:0) auf die Siegerstrasse brachte. Der Lugano- Flügel erzielte in der 7. Minute das 1:0 und traf in der 18. Minute noch die Latte. Schon im Viertelfinal gegen die USA (4:3) hatte Peltonen das wegweisende 1:0 markiert. Russland vermochte im Gegensatz zum Viertelfinalsieg gegen Kanada selbst in der Offensive keine Stricke zu zerreissen.

Schwedische Offensivpower

Wesentlich spektakulärer verlief zuvor der erste Halbfinal zwischen Schweden und Tschechien, den zuvor taktisch diszipliniertesten Equipen. Die Entscheidung fiel dabei bis kurz vor Spielhälfte: Schweden erspielte sich in dieser Zeit ein Schussverhältnis von 20:9 und münzte dies in einen Torvorteil von 5:1 um.

Die Treffer -- durch Fredrik Modin, Per Johan Axelsson, Henrik Sedin, Christian Bäckman und Jörgen Jönsson -- waren teils herrlich herausgespielt, dem zu statischen Team aus dem Land des Weltmeisters blieb oft nur die Zuschauerrolle.

Erst als Coach Alois Hadamczik beim Skore von 1:5 seine Torhüterwahl korrigierte und den unsicheren Milan Hnilicka durch Tomas Vokoun ersetzte, schien ein Ruck durch die Mannschaft zu gehen. Tschechien kam bald nach der Rochade innert 45 Sekunden auf 3:5 heran und drängte sogar kurzzeitig auf den Anschlusstreffer. Daniel Alfredsson zerstörte aber die Hoffnungen auf eine Wende kurz vor Ende des Mitteldrittels.

Im Schlussabschnitt blieben die Schweden ungefährdet und holten sich letztlich den zweiten überzeugenden Erfolg in der K.o-Runde nach dem 6:2 gegen die Schweiz. Gegen Tschechien kamen die Skandinavier zum ersten Erfolg an einem wichtigen Turnier seit 1997 und vielen bitteren Niederlagen (z.B. ein 1:6 im World-Cup- Viertelfinal 2004 und das Overtime-Halbfinalout an der letzten WM).

Ein Trio noch dabei

Zwölf Jahre nach dem letzten Olympia-Triumph und acht Jahre nach dem Gewinn des WM-Titels in Zürich bietet sich den Schweden damit erneut eine Chance zu höchsten Ehren.

Ein Trio, das in Lillehammer nach dem Penaltyschiessen gegen Kanada jubelte, ist in Turin immer noch dabei: Peter Forsberg, der damals den entscheidenden Penalty versenkte, sowie das Brüderpaar Kenny und Jörgen Jönsson.

Tschechische Ära am Ende?

Mit harscher Kritik umgehen musste das tschechische Team, das nach dem Viertelfinal-Out von Salt Lake City (0:1 gegen Russland) eine weitere Enttäuschung erlebte: Im siebten Match des Turniers kassierten sie bereits die vierte Niederlage.

Mit einem Sieg im Bronzespiel vom Samstag könnten sie sich zwar noch halbwegs rehabilitieren, ein Zyklus scheint aber zu Ende zu gehen: Angefangen bei Jaromir Jagr, der im Halbfinal kein Faktor war (und bei drei der ersten vier Gegentore auf dem Eis stand), sind rund ein halbes Dutzend Spieler mindestens 33 Jahre alt; nur die wenigsten von ihnen dürften in vier Jahren in Vancouver noch dabei sein.

Schweden - Tschechien 7:3 (2:1, 4:2, 1:0)
Palasport Olimpico. -- 10 700 Zuschauer. -- SR Marouelli (Ka), Hämälainen/Racicot (Fi/Ka. -- Tore: 1. (0:34) Modin (Mats Sundin, Forsberg) 1:0. 4. Kuba (Straka, Prospal) 1:1. 14. Axelsson (Lidström, Kronwall) 2:1. 22. Henrik Sedin (Daniel Sedin) 3:1. 24. Bäckman (Alfredsson) 4:1. 28. Jörgen Jönsson (Kenny Jönsson, Mikael Samuelsson/Ausschluss Straka) 5:1. 31. (30:40) Hemsky (Jagr, Zidlicky/Ausschluss Tjärnqvist) 5:2. 32. (31:25) Prospal (Vyborny) 5:3. 40. Alfredsson (Axelsson) 6:3. 57. Holmström (Zetterberg) 7:3. - - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Schweden, 3mal 2 Minuten gegen Tschechien.

Schweden: Lundqvist; Kronvall, Lidström; Havelid, Tjärnqvist; Kenny Jönsson, Bäckman; Modin, Mats Sundin, Forsberg; Alfredsson, Pahlsson, Axelsson; Mikael Samuelsson, Zetterberg, Holmström; Henrik Sedin, Jörgen Jönsson, Daniel Sedin.

Tschechien: Hnilicka (28. Vokoun); Kubina, Tomas Kaberle; Zidlicky, Malik; Kuba, Frantisek Kaberle; Spacek; Jagr, Prospal, Straka; Hejduk, Lang, Rucinsky; Erat, Vyborny, Bulis; Hemsky, Cajanek, Olesz.

Bemerkung: 34. Tiemout Tschechien.

Finnland - Russland 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)
Palasport Olimpico. -- 10 500 Zuschauer. -- SR van Massenhoven (Ka), Masik/Sericolo (Slk/USA). -- Tore: 7. Ville Peltonen (Timonen/ Ausschluss Gontschar) 1:0. 30. Lydman (Saku Koivu) 2:0. 34. Saku Koivu (Timonen, Selänne/Ausschluss Nepryajew) 3:0. 50. Olli Jokinen (Peltonen, Niko Kapanen) 4:0. -- Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Finnland, 8mal 2 Minuten gegen Russland.

Finnland: Niittymäki; Numminen, Timonen; Lydman, Nummelin; Niemi, Berg; Kukkonen; Selänne, Saku Koivu, Lehtinen; Jussi Jokinen, Olli Jokinen, Ville Peltonen; Laaksonen, Jarkko Ruutu, Mikko Koivu; Nieminen, Niko Kapanen, Hagman.

Russland: Nabokow; Daniel Markow, Andrej Markow; Woltschenkow, Tyutin; Gontschar, Kasparaitis; Schukow, Wischnewski; Kowaljew, Dazjuk, Kowaltschuk; Koslow, Jaschin, Owetschkin; Suschinski, Taratuchin, Charitonow; Afinogenow, Nepryajew.

Bemerkungen: Russland ohne Koroljuk (verletzt) und Malkin (gesperrt). -- Pfostenschuss Hagman (16.), Lattenschuss Ville Peltonen (18.). -- Torschüsse: Finnland 31 (11-10-10); Russland 22 (9-10-3). -- Powerplay-Ausbeute: Finnland 2/5; Russland 0/3.

(bert/Si)

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