Schweinegrippe: Roche aktiviert Tamiflu-Notvorrat
publiziert: Samstag, 2. Mai 2009 / 08:15 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 6. Mai 2009 / 11:31 Uhr

Peking/Washington/Stockholm/Rom - Das Basler Pharma-Unternehmen Roche hat den Notvorrat an Tamiflu aktiviert, um der so genannten Schweinegrippe (Influenza A H1N1) zu begegnen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe darum gebeten, teilte Roche mit.

Neue Grippefälle in Asien.
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Der abgerufene Notvorrat werde nach Ermessen der WHO in betroffenen Ländern eingesetzt. Die Vorräte der WHO umfassen laut Roche regionale Bestände von 2 Millionen Packungen Tamiflu, die weltweit gelagert werden, sowie einen Notvorrat von 3 Millionen Packungen Tamiflu, die bei Roche eingelagert sind.

Trotzdem könnte die Schweinegrippe nach Einschätzung von Experten weniger schlimm verlaufen, als zunächst befürchtet.

Das Virus verhalte sich bislang eher wie eine gewöhnliche, jahreszeitlich bedingte Grippe, teilte das US-Zentrum für Seuchenkontrolle mit. Inzwischen schliessen die US-Gesundheitsbehörden nicht aus, dass die Schweinegrippe ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten hatte. In drei Fällen wurde bei Kindern das neue Virus A (H1N1) nachgewiesen. Die drei Kinder sind inzwischen wieder gesund. Sie hatten sich nicht in Mexiko aufgehalten und auch keinen Kontakt zu Schweinen.

Dem Seuchenexperten Scott Bryan zufolge könnte es sich um eine Variante des Virus handeln. Seinen Angaben zufolge testete die US-Behörde für Seuchenbekämpfung zwischen Dezember 2005 und Januar 2009 zwölf verschiedene, untypische Virenstämme der Schweinegrippe.

Für die WHO sind die nächsten Tage entscheidend, um genaue Erkenntnisse über die Ausbreitung der Schweinegrippe in Europa zu gewinnen. Die Lage sei aber unter Kontrolle, sagte Mike Ryan von der WHO in Genf.

Gute Prognosen in Mexiko

In Mexiko, wo sich Erreger am stärksten verbreitet hat, machte sich unterdessen Hoffnung breit, dass das Land die Grippe bald unter Kontrolle bekommen könnte. Das Gesundheitsministerium reduzierte seine Schätzung für die Zahl der Menschen, die vermutlich an dem neuen Virus gestorben sind, auf 101 von zuvor 176. 16 Patienten starben erwiesenermassen daran.

Weltweit sind nach Angaben der WHO über 330 Infektionen mit dem neuen Grippevirus Influenza A(H1N1) bestätigt. Die jüngsten Fälle meldeten Südkorea, Deutschland, Grossbritannien und Italien.

Zweiter Übertragungsfall in Niederbayern

Zum zweiten Mal wurde innerhalb von Deutschland ein Mensch mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert. Wie schon bei der ersten Infektion dieser Art wurde das Virus H1N1 auch in dem neuen Fall in einem Spital in Niederbayern übertragen.

In Südkorea haben Testergebnisse den Verdacht bei einer 51-jährigen Frau bestätigt, wie die Infektionsschutzbehörde KCDCP in Seoul erklärte. Nach China ist Südkorea das zweite asiatische Land, das einen positiv getesteten Schweinegrippe-Fall meldete.

In Grossbritannien fingen sich mittlerweile 15 Menschen das Virus ein, wie das Europäische Zentrum für Seuchenbekämpfung in Stockholm meldete. In Italien handelt es sich um den ersten bestätigten Fall von Schweinegrippe. Bei einem im toskanischen Massa unter Beobachtung gestellten Patienten sei das Virus nachgewiesen worden.

(smw/sda)

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