Schweiz baut mit am stärksten Radioteleskop der Welt
publiziert: Mittwoch, 30. Apr 2003 / 17:42 Uhr

Bern - Das stärkste Radioteleskop der Welt wird mit Schweizer Beteiligung bis 2011 in Chile gebaut. Das Projekt Atacama Large Millimeter Array (ALMA) wurde in Bern Forschern und Vertretern der Wirtschaft vorgestellt.

Project Atacama Large Millimeter Array (ALMA), das stärkste Radioteleskop der Welt.
Project Atacama Large Millimeter Array (ALMA), das stärkste Radioteleskop der Welt.
Das 650-Millionen-Euro teure Projekt (980 Millionen Franken) wird von der Europäischen Organisation für Astronomie (ESO), bei welcher die Schweiz Mitglied ist, zusammen mit den USA entwickelt.

Mit dem Bau soll 2004 begonnen werden, wie Projekleiter Richard Kurz an einer vom Bundesamt für Bildung und Wissenschaft organisierten Konferenz erklärte.

Finanziell unterstützt die Schweiz das ALMA-Projekt bis 2011 mit 20 Millionen Franken. Bern rechnet im Gegenzug mit Aufträgen für die heimische Industrie, vergleichbar mit den Erfahrungen beim Bau des Very Large Telescope (VLT) in den 90er Jahren.

ALMA-Standort wird wegen der stabilen Wetterbedingungen ein 5000 Meter hoch gelegenes Plateau in der chilenischen Atacama-Wüste sein. Die ganze Anlage setzt sich aus 64 mobilen Antennen von 12 Metern Durchmesser zusammen. Sie können gleichzeitig auf ein astronomisches Objekt gerichtet werden und mit angepasster Beobachtungszeit ausgesendete Radiowellen empfangen.

Die neuen Radioteleskope sollen in der Lage sein, auch äusserst schwache Strahlung in hochaufgelöste Bilder zu verwandeln. Im Vordergrund des Interesses steht dabei die Aufklärung der Struktur des jungen Universums und der Bildung von Galaxien im frühen Universum.

ALMA wird hundert Mal mehr und hundert Mal schärfere Bilder liefern als die herkömmlichen Anlagen, fügte der ETH-Astronom Simon Lilly an der Präsentation hinzu. Die Instrumente erlauben uns die Beobachtung sehr weit entfernter Galaxien - beinahe eine Milliarde Jahre vor dem Urknall vor 13,5 Milliarden Jahren.

(bert/sda)

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