Schweiz bildet zu wenig Pflegepersonal aus
publiziert: Donnerstag, 11. Nov 2010 / 15:50 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 11. Nov 2010 / 21:39 Uhr
Der Bestand an Gesundheitsfachkräften in Schweizer Spitälern wuchs von 2002 bis 2008 von 104'000 auf knapp 119'000.
Der Bestand an Gesundheitsfachkräften in Schweizer Spitälern wuchs von 2002 bis 2008 von 104'000 auf knapp 119'000.

Neuenburg - Die Schweiz bildet nicht genug Gesundheitspersonal aus und verlässt sich auf die Einwanderung von Fachkräften. So kann sie kurzfristig Personalengpässe beheben. Längerfristig entstehe aber eine problematische Abhängigkeit, warnt das Gesundheitsobervatorium (Obsan).

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Der Bestand an Gesundheitsfachkräften in Schweizer Spitälern, Alters- und Pflegeheimen wuchs von 2002 bis 2008 von 104'000 auf knapp 119'000. Der Anteil der ausländischen Fachkräfte stieg im gleichen Zeitraum von 33 auf 36 Prozent, wie aus dem Obsan-Bericht über ausländisches Gesundheitspersonal in der Schweiz hervorgeht. Er wurde am Donnerstag, anlässlich der Arbeitstagung Nationale Gesundheitspolitik, veröffentlicht.

Laut diesem Bericht kommen je nach Jahr auf zehn in der Schweiz ausgebildete Ärztinnen und Ärzte jeweils vier bis vierzehn im Ausland ausgebildete Ärztinnen und Ärzte ins Land. Pro zehn im Inland ausgebildete höhere Pflegefachkräfte wandern zwischen zwei und über neun Pflegefachkräfte mit ausländischem Diplom ein.

Das Schweizer Gesundheitssystem sei also stark von der Rekrutierung im Ausland abhängig. Dieser Trend verschärfe sich tendenziell. Die Ausweitung des Gesundheitsfachpersonal-Bestandes in den Spitälern 2007 und 2008 konnte laut dem Bericht nur dank der Zuwanderung von ausländischem Personal erfolgen.

Bundesrat Burkhalter: Mehr Pflegepersonal in der Schweiz ausbilden

Bundesrat Didier Burkhalter hat sich dafür ausgesprochen, mehr Ärzte und Pflegefachpersonen in der Schweiz auszubilden. Wegen der Alterung der Gesellschaft werde der Bedarf an Personal weiter steigen.

Bisher habe die Schweiz ihren Personalmangel an gut ausgebildeten Fachkräften aus dem Ausland gedeckt, sagte Burkhalter. Das sei aber keine Lösung auf Dauer. «Wenn zum Beispiel Deutschland die Personalpolitik ändert, um die Abwanderung zu stoppen, würde uns das direkt treffen.»

Burkhalter sprach auch den Dominoeffekt an: Wenn jedes Land das Personal in einem wirtschaftlich schwächeren Land rekrutiere, konzentriere sich der Mangel letztlich bei den schwächsten Ländern.

(bert/sda)

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