Zu geringer Beitrag für den Klimafonds
Schweiz fällt beim Klima-Länderrating weiter zurück
publiziert: Dienstag, 8. Dez 2015 / 13:30 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 8. Dez 2015 / 19:27 Uhr
Die Schweiz geizt bei ihrem Beitrag für den Klimafonds.
Die Schweiz geizt bei ihrem Beitrag für den Klimafonds.

Paris - Die Schweiz ist beim neuesten Klima-Länderrating weiter zurückgefallen, nämlich von Rang 11 auf Rang 14. Hauptgründe dafür sind die Fortschritte anderer Länder und der als zu gering eingestufte Beitrag der Schweiz zur Klimafinanzierung.

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Der Abstieg der Schweiz von Rang 11 auf 14 erkläre sich nicht mit schlechteren Umweltdaten, betonte WWF-Klimaexperte Patrick Hofstetter am Dienstag in Paris auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Vielmehr seien andere Länder bei den erneuerbaren Energien erfolgreicher als die Schweiz. Dieser internationale Fortschritt sei eigentlich positiv zu bewerten.

Der im Vergleich zur Wirtschaftskraft der Schweiz tiefe Beitrag an die Klimafinanzierung sei ein wichtiger Grund, weshalb die Schweiz bei der Bewertung zurückgefallen sei. Die von der Schweiz zugesagten 100 Millionen Franken bis 2017 in den Topf von geplanten 100 Milliarden Dollar jährlich entspreche nicht den Möglichkeiten der Schweiz, sagte Hofstetter.

Die Schweiz müsste vielmehr eine Milliarde einschiessen in die technische und finanzielle Hilfe an die vom Klimawandel stark betroffenen Länder. Die Schweiz war bei dem Rating der Nichtregierungsorganisationen Germanwatch und Klima-Aktionsnetzwerk (CAN) das letzte Mal 2013 in den Top Ten rangiert, damals auf Platz 7.

Die Schweiz sei kein «Musterschüler», sagte der Schweizer Delegationschef in Paris, Franz Perrez, am Dienstag in Paris zu der Rangliste. Er begründete den Abstieg der Schweiz im Index auch mit dem Umstand, dass die parlamentarische Bearbeitung der Zielsetzungen des Bundesrates zur Klimapolitik noch ausstehe.

Zeichen für eine Wende

Der diesjährige Klimaschutz-Index zeige Signale für eine bevorstehende Wende beim globalen Klimaschutz, teilten die Verfasser am Dienstag in Paris mit. 44 der untersuchten 58 Länder hätten bei den erneuerbaren Energien Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Nun müsse die Klimakonferenz dafür sorgen, dass daraus auch tatsächlich eine weltweite Trendwende werde, heisst es im Bericht.

Dänemark steht bei der Rangliste wieder an erster Stelle, zum fünften Mal in Folge. Das Land habe erfolgreiche Programme für Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Dänemarks Vorsprung auf Grossbritannien und Schweden drohe aber zu schwinden, da die seit Sommer amtierende konservative Regierung weniger ambitionierte Ziele in der Umweltpolitik habe, sagte Wendel Trio vom Klima-Aktionsnetzwerk (CAN) vor den Medien. Dies werde jedoch erst in künftigen Erhebungen ablesbar sein, da der Index sich auf Jahresergebnisse abstütze.

Frankreich, Gastgeber der Klimakonferenz, hat sich um sechs Plätze verbessert und ist neu auf Rang 8. In der G7 habe Frankreich die niedrigsten Pro-Kopf-Emissionen. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung sei noch unterhalb des weltweiten Durchschnitts, der Ausbau schreite aber voran, heisst es in der Untersuchung.

Lob für die USA

Positive Erwähnung findet auch Marokko, wo in einem Jahr die nächste Klimakonferenz ausgetragen wird. Der zehnte Platz erkläre sich vor allem mit dem nationalen Klimaprogramm, das den Anteil erneuerbarer Energien auf 42 erhöhen will. Dies sei bereits Teil der nationalen Gesetzgebung, hiess es.

Den zwei grössten Treibhausgas-Emittenten, China (Platz 47) und USA (34), werden Fortschritte attestiert. Vor allem die Abkehr der USA von Kohle wurde gelobt.

Einige der grössten Luftverschmutzer, darunter Russland (53), Iran (54), Südkorea (57), Japan (58) oder Saudi-Arabien (61), erhalten die Gesamtnote «sehr schlecht». Das zeige die Notwendigkeit, dass in Paris alle Länder mit einem Abkommen in die Pflicht genommen würden, sagte Trio.

Der Klimaschutz-Index liess auch dieses Jahr die Podestplätze leer. Es gebe noch kein Land weltweit, das genug tue, um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern, hiess es im Bericht. Die untersuchten 58 Länder sind für rund 90 Prozent des Treibhausgas-Ausstosses verantwortlich.

(fest/sda)

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