Schweiz für Handel mit Elfenbein und Jagd auf Zwergwale
publiziert: Freitag, 1. Nov 2002 / 18:53 Uhr / aktualisiert: Freitag, 1. Nov 2002 / 19:16 Uhr

Santiago - Bei der zwölften Artenschutzkonferenz in Santiago de Chile wird die Schweiz die Anträge auf Zulassung des Elfenbeinhandels unterstützen.

Wenn es nach der Schweiz geht, soll der Elfenbeinhandel wieder erlaubt werden
Wenn es nach der Schweiz geht, soll der Elfenbeinhandel wieder erlaubt werden
Allerdings müsse die Delegation überzeugt sein, dass die vorgesehenen Massnahmen zur Kontrolle von Bearbeitung und Ausfuhr des Rohstoffs langfristig sichergestellt seien, schreibt das Bundsamt für Veterinärwesen in einer Mitteilung.

Zudem werde die Haltung der übrigen Staaten in der Region berücksichtigt. Einen Antrag Kenias und Indiens, den Afrikanischen Elefanten wieder unter uneingeschränkten Schutz zu stellen, lehnt die Schweiz aus formalen Gründen ab.

Auch dem japanischen Antrag auf Zulassung eines kontrollierten Handels mit Zwerg- und Brydewalen wird die Schweiz zustimmen. Die biologischen Kriterien dafür seien erfüllt, schreibt das Bundesamt. Auch werde das Handelspotenzial als klein beurteilt.

Selber hat die Schweiz für die Konferenz fünf Anträge eingereicht. So sollen synthetisch erzeugte Stoffe wie DNA, Impfstoffe oder Medikamente vom Artenschutzabkommen ausgenommen werden.

Ausserdem beantragt die Schweiz, Kontroll- und Bewilligungsverfahren für gewisse Zuchtpapageien, einige Kakteenarten und Sendungen geschützter Arten mit spezieller Bescheinigung zu vereinfachen.

Die Position der Schweiz wird vom Bundesrat festgelegt. Er berücksichtigt dabei den Antrag einer speziellen Fachkommission und die Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens.

Der entsprechende Beschluss muss mit der Position der Schweiz in anderen internationalen Umweltgremien und den Grundsätzen der Schweizer Umweltpolitik im Einklang stehen. Besonders berücksichtigt wird das Prinzip der nachhaltigen Nutzung.

Die Schweizer Delegation in Santiago de Chile wird von Thomas Althaus angeführt. Der Naturwissenschaftler ist Leiter Artenschutz im Bundesamt für Veterinärwesen.

(fest/sda)

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