Schweiz für «mehr Flexibilität» bei Pandemie
publiziert: Montag, 18. Mai 2009 / 07:44 Uhr / aktualisiert: Montag, 18. Mai 2009 / 17:40 Uhr

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berät an ihrer Jahrestagung über Schritte zur Eindämmung der sich weltweit ausbreitenden Schweinegrippe.

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Die WHO müsse dringende Entscheidungen treffen, obwohl weiterhin beträchtliche Unsicherheit über das Virus A/H1N1 herrsche, sagte WHO-Direktorin Margaret Chan.

Die Aufgabe der WHO, die Öffentlichkeit so schnell wie nötig zu warnen und soweit wie möglich zu beruhigen, sei ein «schwieriger Balanceakt», sagte Chan in Genf zu Beginn der Beratungen von Gesundheitsministern und Experten der 193 Mitgliedstaaten.

Japan unter besonderer Beobachtung

Unmittelbar vor Beginn der WHO-Jahrestagung hatte Chan Mexikos Gesundheitsminister José Angel Cordova getroffen, der ihr symbolisch die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Virus A/H1N1 überreichte, mit denen die Entwicklung eines Impfstoffes ermöglicht werden soll.

Unter besonderer Beobachtung der WHO-Experten steht derzeit die Entwicklung in Japan, wo sich innerhalb weniger Tage 135 Menschen mit der Schweinegrippe ansteckten.

Diese Entwicklung könnte nach den Kriterien der WHO Anlass sein für die Ausrufung der höchsten Pandemie-Warnstufe, mit der eine Pandemie festgestellt wird, also die weltweite Ausbreitung einer Infektionskrankheit.

Mehr als 8800 Menschen infiziert

Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit und Leiter der Schweizer Delegation an der WHO-Jahrestagung, forderte eine grössere Flexibilität bei der Erklärung der höchsten Pandemie-Warnstufe 6.

Voraussetzung für die Feststellung der Pandemie-Phase 6 ist bislang, dass das Virus in mindestens ein Land eines zweiten Kontinents gewandert ist und zudem regelmässig von Mensch zu Mensch übertragen wird.

WHO-Generaldirektorin Chan verschob derweil die weitreichende Entscheidung, die Produktion herkömmlicher Grippeimpfstoffe zu stoppen, um Kapazitäten für die Herstellung eines Impfstoffs gegen die Schweinegrippe freizumachen. Bislang haben sich weltweit mehr als 8800 Menschen mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert, 74 Menschen starben.

Erster New Yorker an Schweinegrippe gestorben

In New York starb derweil erstmals ein Patient an der Schweinegrippe. Der 55-Jährige sei seit Tagen im Spital behandelt worden und am Wochenende der Krankheit erlegen, teilte das Flushing Hospital Medical Center mit.

Der Mann war demnach stellvertretender Rektor einer der Schulen im Stadtteil Queens, die nach der Erkrankung mehrerer Mitarbeiter und Schüler geschlossen worden waren. Der 55-Jährige ist das sechste Todesopfer der Schweinegrippe in den USA. Tausende sind in den Vereinigten Staaten an dem Virus erkrankt.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sagte nach Angaben eines lokalen Fernsehsenders, möglicherweise habe der 55-Jährige bereits vor der Infektion mit dem Virus Gesundheitsprobleme gehabt.

(tri/sda)

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