Diamanten-Embargo
Schweiz schliesst sich Diamanten-Embargo für Sierra Leone an
publiziert: Mittwoch, 23. Aug 2000 / 11:47 Uhr

Bern - Die Schweiz schliesst sich dem UN-Handelsverbot für Diamanten aus Sierra Leone an. Während 18 Monaten ist die Einfuhr von Rohdiamanten mit Ursprung in Sierra Leone verboten, wie der Bundesrat am Mittwoch beschloss.

Die letzten Diamanten aus dem Bürgerkriegsland wurden letztmals 1998 in die Schweiz eingeführt. Mit dem direkten und indirekten Importverbot für Rohdiamanten aus Sierra Leone will die UN verhindern, dass die Rebellen des Front Revolutionnaire Uni (RUF) den bewaffneten Kampf gegen die legitime Regierung mit Diamanten finanzieren, wie das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) schreibt.

Derzeit sind 90 Prozent der Diamantminen in Rebellenhand. Der Entscheid des UN-Sicherheitsrates fiel am vergangenen 5. Juli. Ausgenommen vom Embargo sind Diamanten, denen ein Ursprungszeugnis der Regierung von Sierra Leone beiliegt, das nach einer von den Vereinten Nationen genehmigten Regelung ausgestellt wurde, wie das EVD weiter schreibt. Im Zweifelsfall werde das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) den Ursprung abklären.

Die Schweiz hat laut EVD in den letzten Jahren keine Rohdiamanten aus Sierra Leone mehr importiert. Bearbeitete Diamanten wurden letztmals 1998 für 35.000 Franken eingeführt. Dagegen nahmen die Einfuhren aus dem Nachbarland Liberia, über das gemäss UN die Rebellen aus Sierra Leone Diamanten exportieren, wertmässig sprunghaft zu. Die Importe stiegen von 13 Millionen Franken im Jahr 1998 auf 45 Millionen während des ersten Halbjahres 2000. Dabei handelte es sich aber nicht um rohe, sondern um insgesamt 75 Gramm hochkarätige geschliffene Diamanten, deren Einfuhr weder UN noch EU verboten haben.

Zudem importierte die Schweiz im vergangenen Jahr Rohdiamanten für 25,5 Millionen und im ersten Halbjahr 2000 für 7,5 Millionen Franken aus Liberia. Diese Sendungen, die laut EVD zu Ansichtszwecken in die Schweiz gekommen sein dürften, seien anschliessend wieder vollständig nach Liberia reexportiert worden.

Die Schweiz sei eine wichtige Drehscheibe für Diamanten, sagte Othmar Wyss vom seco auf Anfrage. Deshalb sei es von Bedeutung, dass die Schweiz die Sanktionen mittrage. Zu Umgehungsgeschäften über die Schweiz seit Inkraftsetzen des UN-Embargos ist es laut ihm nicht gekommen. Es habe im Juli laut Handelsstatistik keine Importe gegeben. Zur Frage der Herkunft erklärte Wyss, der Ursprung von Rohdiamanten sei feststellbar. Bei geschliffenen Diamanten sei dies hingegen nicht möglich.

(sda)

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