Anliegen von Organisationen
Schweiz soll 100'000 Flüchtlinge aufnehmen
publiziert: Dienstag, 6. Jan 2015 / 13:03 Uhr
Flüchtlinge aus Syrien sollen in der Schweiz Zuflucht finden.
Flüchtlinge aus Syrien sollen in der Schweiz Zuflucht finden.

Bern - Die Schweiz soll 100'000 syrische Flüchtlinge aufnehmen. Dies fordern Flüchtlingsorganisationen wie Solidarité sans Frontières in einem offenen Brief. Am Dienstag haben sie ihre Forderung vor den Medien erläutert.

7 Meldungen im Zusammenhang
Die Schweiz könne und müsse mehr tun, sagte, Amanda Ioset von Solidarité sans frontières. Balthasar Glättli, Nationalrat der Grünen (ZH), wies darauf hin, dass seit dem 2. Weltkrieg weltweit nie so viele Menschen auf der Flucht gewesen seien wie heute.

Angesichts der Lage in Syrien sei es unverständlich, dass die EU und die Schweiz an der Politik der Abschottung festhielten. Eine unbürokratische Aufnahme einer grossen Zahl von syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen wäre zwar eine Herausforderung. Allerdings wäre diese im Vergleich zu jener in Syrien und dessen Nachbarländern ein Klacks.

Die Forderung sei nicht unrealistisch, betonte Ruedi Tobler, der Präsident des Schweizerischen Friedensrates. Die Schweiz sei eines der reichsten Länder der Welt. Die heutige Abwehrhaltung gegenüber Flüchtlingen sei nicht naturgegeben, sondern das Resultat einer «Gehirnwäsche».

Status nicht im Vordergrund

Die in den vergangenen Tagen diskutierte Frage, welchen Status Syrienflüchtlinge erhalten sollen, ist für die Initianten des offenen Briefes zweitrangig, wie Glättli sagte. Das Ziel sei der Schutz.

Im Vordergrund stehen für die Organisationen Kontingente: Die Schweiz soll der UNO-Flüchtlingsorganisation UNHCR anbieten, Kontingente aufzunehmen. Die vom UNHCR ausgewählten Personen würden mit diesem Verfahren in der Schweiz ohne individuelle Verfahren direkt als Flüchtlinge anerkannt.

Vorschlag von SVP-Seite

Es sei aber auch denkbar, über den Status S zu reden, welcher die vorübergehende Aufnahme von Schutzbedürftigen erlaubt, sagte Glättli. Diesen Status hatte SVP-Nationalrat Heinz Brand (GR) vor einigen Tagen ins Spiel gebracht. Der Status ist im Asylgesetz vorgesehen, wurde bisher aber noch nie angewendet.

Gemäss dem Gesetz kann die Schweiz Schutzbedürftigen für die Dauer einer schweren allgemeinen Gefährdung, insbesondere während eines Krieges oder Bürgerkrieges sowie in Situationen allgemeiner Gewalt, vorübergehenden Schutz gewähren.

Familiennachzug möglich

In vielen Fällen sei dieser Status besser als jener der vorläufigen Aufnahme, da er den Familiennachzug ermögliche, stellte Glättli fest. Während es Brand um jene Flüchtlinge gehe, die mit Hilfe von Schleppern in die Schweiz gelangt seien, stehe für ihn aber die Aufnahme zusätzlicher Flüchtlinge im Vordergrund.

Der offene Brief wird von 27 grösstenteils kleineren Organisationen unterstützt. Auch die Grünen Schweiz stehen laut Glättli aber dahinter.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
3
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 3 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Die Positionen der Schweiz und der EU liegen weit auseinander. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga zeigte sich ... mehr lesen
Ottawa - Kanada hat sich zur Aufnahme von tausenden weiteren Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak bereit erklärt. In den ... mehr lesen 1
Kanada kommt einer Bitte des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR nach. (Symbolbild)
Viele Menschen sind auf der Flucht.
Genf - Die Zahl der Flüchtlinge und der im eigenen Land vertriebenen ... mehr lesen
Bern - Der Druck auf das Schweizer Asylwesen dürfte im kommenden Jahr noch einmal zunehmen. Das Bundesamt für ... mehr lesen 1
Die Asylgesuche dürften ansteigen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Syrische Kinder finden in Lebanon Unterschlupf - die Aufnahmeplätze sind jedoch rar.
Beirut - Amnesty International hat eine geringe Bereitschaft reicher Länder zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge kritisiert. Nur ... mehr lesen
Bern - Der Bund soll mehr humanitäre Visa für Syrer ausstellen, fordert das Schweizerische Rote Kreuz (SRK). Das Hilfswerk ... mehr lesen
Unter den syrischen Flüchtlingen sind viele Kinder.
Schön zu wissen,
dass beim Zombie bereits etwa 20 syrische Menschen untergebracht sind. Er ist einer von den wenigen, die nicht nur von anderen etwas fordern,nein, er geht gleich mit gutem Beispiel voran! Bravo!
Heuchler
SP und Grüne fordern 100000 Syrien Flüchtlinge Aufzunehmen ! Herr Glättli jetzt will ich taten von Ihnen sehen un bei ihnen zu Hause Flüchtlinge sehen ohne Bezahlung vom Bund! Ich habe die Forderungen der Grünen und der SP satt ! Fakt ist doch dass mann in Syrien mit Assad und seinem Gefolge aufräumt,damit die Menschen in ihrem Land bleiben können!Dann hätten auch die Schleperbanden keine Arbeit mehr und die Dramen im Mittelmeer könnte mann stoppen!
Aufgrund...
des anhaltenden Zuzuges von vielen Flüchtlingen in die CH sollten nun auch die Grüne/SP-Wähler solidarisch ihre Häuser und Wohnunen öffnen und Flüchtlinge aufnehmen und versorgen. Jetzt sind Taten notwendig, mit leeren Sprechblasen und guten Absichten ist es nicht mehr getan. Damit könnte auch das sich immer noch hartnäkig haltende Vorurteil "Flüchtlinge ja, aber nicht vor meiner Haustüre" endlich beseitigt werden. Geheuchelt wurde genug!
Gemeinnützige internationale Hilfsorganisation
Plan Interntional ist ein unabhängiges Hilfswerk, das sich weltweit für ...
Bis zum heutigen Nachmittag wurden 88 Menschen ...
Mindestens 20 Tote  Rom - Vor der libyschen Küste hat sich am Donnerstag erneut eine Flüchtlingstragödie mit mindestens 20 Toten ereignet. Bis zum Nachmittag wurden 88 Menschen lebend aus dem Meer gerettet. Zudem gab es Hinweise auf eine noch grössere Katastrophe. 
Erneut 3000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet Rom - Internationale Rettungskräfte haben am Dienstag erneut etwa 3000 ...
1370 Flüchtlinge in diesem Jahr im Mittelmeer ertrunken Rom - In diesem Jahr sind bereits 1370 Flüchtlinge auf dem Weg ...
2600 Boots-Flüchtlinge in Sicherheit gebracht Rom - Im Mittelmeer sind den italienischen Behörden zufolge am Montag rund ...
Keine Zusagen in Flüchtlingskrise  Ise-Shima - Kompromiss in Wirtschaftsfragen, Enttäuschung in der Flüchtlingskrise und Streit mit China. Der erste Tag des G7-Gipfels in ...  
G7-Staaten beraten über unsichere Lage der Weltwirtschaft Ise-Shima - Mit Beratungen über Gefahren für die Weltwirtschaft haben die Staats- und ...
Titel Forum Teaser
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 10°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Basel 9°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
St. Gallen 11°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Bern 8°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Luzern 12°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen vereinzelte Gewitter
Genf 9°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Lugano 13°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten