Asylpolitik
Schweiz soll Arbeitspotenzial der Asylsuchenden besser nutzen
publiziert: Montag, 22. Sep 2014 / 06:34 Uhr / aktualisiert: Montag, 22. Sep 2014 / 10:23 Uhr
Asylanten des Durchgangsheims Weinfelden bei der Heu-Ernte.
Asylanten des Durchgangsheims Weinfelden bei der Heu-Ernte.

Bern - Asylsuchende, die länger in der Schweiz bleiben, sollten nach Ansicht des Asylexperten und früheren Migrationsamtschefs Peter Arbenz arbeiten dürfen. Das Land sollte das «Potenzial der Asyleinwanderung» besser ausschöpfen als heute, fordert er.

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«Jene, die integrationsfähig, gemäss Asylgesetz schutzwürdig sind und erst noch qualifizierte Berufseigenschaften besitzen, müssten rasch integriert und auf dem Arbeitsmarkt zugelassen werden», sagte Arbenz in einem Interview, das im «Blick» erschien.

Der erste Direktor des heutigen Bundesamtes für Migration (BFM, bis 1993) begrüsst, dass das heute geltende Arbeitsverbot gelockert werden soll. Seiner Meinung nach dürfte der Bund aber weitergehen. «Wenn jemand einige Monate in der Schweiz ist, könnte man ihm den Zugang zum Arbeitsmarkt öffnen, statt für die Landwirtschaft oder für den Tourismus Kurzaufenthalter zu rekrutieren», sagte er.

Überlegungen in diese Richtung laufen seit längerem. So kam es im August zu Gesprächen zwischen Vertretern des Bauernverbands und des BFM, bei denen abgeklärt wurde, ob beispielsweise vorläufig Aufgenommene auf Bauernhöfen arbeiten könnten statt für diese Jobs Leute aus Polen oder anderen Ländern zu holen.

«Schweiz ist per se attraktiv»

Auch bei den Hochqualifizierten sieht Arbenz das Arbeitskräfte-Potenzial nicht ausgeschöpft. «Unter den Asyleinwanderern gibt es Ingenieure oder Wissenschaftler, die auf ihrem Gebiet tätig sein könnten», sagte er.

Das Argument, die Schweiz würde noch attraktiver für Asylsuchende, wenn das Arbeitsverbot gelockert würde, lässt Arbenz nicht gelten: «Ich sage, die Schweiz wird nicht deswegen attraktiv, sondern ist per se attraktiv.» Das liege am Gesundheitswesen, dem Bildungs- und Sozialsystem sowie der tiefen Arbeitslosigkeit.

Im Interview spricht sich der 77-jährige Asylexperte zudem für die laufende Asylgesetzrevision aus, welche das Asylvefahren umfassend umkrempeln soll. Zwar wünschte er sich ein «auf einige wesentliche Grundsätze verschlanktes» Gesetz, doch der Entwurf des Bundesrates ziele «insgesamt in die richtige Richtung».

(jz/sda)

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Viele Asylbewerber kommen aus Eritrea.
Lasse nicht gefallä
dass. Mussä wirkli veschtstellä, dass ohni Hayek die cheibä Huura besser wärä. Jetzt no analogg.
Ja. Man kanns auch übertreiben.
Keine Angscht
müsse die menschenrechte habbe um irre Schop. Asylannte werde nur dann eigschtellt, wenn se ein schop finde tue, der hohe Aaschprüch stelle tut.
Asylsuchender
Es hat jetzt schon keine Jobs für die Einheimischen, suchen und nutzen Sie die Arbeitspotentiale für die Sc hweizer, Einheimische und senden Sie diese Asylanten zurück, oder machen es wie Putin, zuerst die Einheimischen und dann der Rest, oder wir werden kalten Krieg haben, denn lange lassen wir uns dies nicht mehr gefallen.
Wohin führt das noch?
Asylanten, die ihr eigenes Geld verdienen und erst noch in hochqualifizierten Jobs!
Plötzlich sagen die uns auch noch, wo es lang geht und nehmen uns dabei auch noch Arbeitsplätze weg! Oh Gott, auch das noch!
Grosse, völlig artfremde ausländische Firmen mit Milliardenumsatz sind dagegen die reinsten Unschuldslämmer und Wohltäter, die werden sich niemals herausnehmen, hier politisch in irgendeiner Weise tätig zu werden, ausserdem schaffen die (zwar nur ganz wenige) Arbeitsplätze, weil ja nur die Firmenspitze hier sitzt. Und hat einer von diesen Grossverdienern erst einmal ein paar Jährchen hier gearbeitet, dann bezieht der sogar noch AHV-Renten wie zum Beispiel der völlig mittellose US-Kriegsminister Donald Rumsfeld.
Ja, so geht es mit unserer schönen Schweiz ständig bergab, oder berauf, je nach politischem Standpunkt.
Auf jeden Fall aber nimmt uns ein arbeitender, hochqulifizierter Asylant unser Argumente weg, das kann doch nicht zugelassen werden! Kein Verbrecher mehr (für den Royalisten u.a. ist ja jeder Asylant ein Verbrecher), kein Sozialschmarotzer mehr? Wie sollen wir da unsere Sozialwerke schützen und uns für die mittelosen Schweizer Bürger überhaupt noch einsetzen?
Ich sehe schon, da gibt es eine Partei, die völlig überflüssig würde. Gerade deswegen können wir hochqualifizierte und arbeitswillige Asylanten noch viel weniger gebrauchen, als stinkfaule Sozialschmarotzer aus Afrika und so...
Es...
geht primär darum Flüchtlingsströme zu verhindern, indem man die Rahmenbedingungen in den Herkunftsländern verändert, und nicht, indem man Vertreibung toleriert und die Vertriebenen hier aufnimmt. Das ändert nämlich nichts an der Situation derer, die aus finanziellen oder anderen Gründen nicht flüchten können. Diese werden ihrem Schicksal überlassen! Wenn man die Entwicklung mit den Flüchtlingsströmen nur etwas hochrechnet, kann man das Ende der Fahnenstange bereits erkennen. Auf das Finale dieses Dramas könnte man aber gut verzichten. Aber leider winden sich alle Verantwortlichen noch in ihrer kognitiven Dissonanz.
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