Schweiz will mit Moldawien gegen Menschenhandel zusammenarbeiten
publiziert: Donnerstag, 6. Nov 2003 / 19:34 Uhr

Bern - Die Schweiz hat Moldawien die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Menschenhandel angeboten. Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sprach ihren moldawischen Amtskollegen deshalb auf eine Kooperation mit der Koordinationsstelle KSMM an.

Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hat Moldawien Unterstützung im Kampf gegen den Menschenhandel zugesagt.
Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hat Moldawien Unterstützung im Kampf gegen den Menschenhandel zugesagt.
Sie stellte dabei in Aussicht, dass die Zusammenarbeit der moldawischen Behörden mit der Schweizer Koordinationsstelle für Menschenhandel und Menschenschmuggel (KSMM) auch auf Nachbarländer ausgedehnt werden könnte.

Menschenhandel sei ein grosses Problem in Moldawien, sagte der Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Simon Hubacher.

Bei dem bilateralen Treffen mit Aussenminister Nicolae Dudau in der moldawischen Hauptstadt Chisinau versprach die Schweiz dem ärmsten Land Europas zudem Soforthilfe über 300 000 Dollar (rund 402 000 Franken), wie Hubacher weiter sagte.

Das Geld fliesst im Rahmen der humanitären Hilfe der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Moldawien erlitt wegen der diesjährigen anhaltenden Dürre einen erheblichen Ernteausfall.

Ausserdem unterzeichneten Calmy-Rey und Dudau zwei Abkommen. Dabei handelt es sich um das bilaterale Abkommen über die Rückübernahme von Personen mit unbefugtem Aufenthalt und das bilaterale Abkommen über die gegenseitige Aufhebung der Visumspflicht für Inhaber eines Diplomaten-, Dienst- oder Reisepasses.

Zuvor hatte Calmy-Rey die Schweiz beim Ministertreffen des Europarates vertreten. Schwerpunkt der Konferenz war die künftige Zusammenarbeit mit der Europäischen Union (EU) angesichts der EU-Osterweiterung.

Die Bundesrätin betonte in ihrer Rede, es sei wichtig, die bestehenden Programme innerhalb der Zusammenarbeit zwischen der EU und dem Europarat weiterzuführen und -zuentwickeln.

Am Abend reiste Calmy-Rey weiter nach Polen. In Warschau sind am Freitag ein Gespräch mit dem polnischen Aussenminister Wlodzimierz Cimoszewicz und ein Höflichkeitsbesuch bei Präsident Aleksander Kwasniewski vorgesehen.

(tr/sda)

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