Weitere Steuerabkommen im Visier
Schweiz wirbt für Abgeltungssteuer
publiziert: Freitag, 3. Aug 2012 / 10:53 Uhr
Staatsekretär Michael Ambühl wirbt für weitere Steuerabkommen.
Staatsekretär Michael Ambühl wirbt für weitere Steuerabkommen.

Bern - Die Schweiz führt laut Staatsekretär Michael Ambühl Gespräche mit diversen Regierungen für die Einführung einer Abgeltungssteuer. Ambühl zeigt sich überzeugt, dass sich die Abgeltungssteuer dauerhaft als Alternative zum Informationsaustausch etablieren wird.

10 Meldungen im Zusammenhang
Mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich hat die Schweiz Steuerabkommen mit Abgeltungssteuer ausgehandelt. Mit dieser Steuer muss die Schweiz ihr Bankgeheimnis nicht aufgeben. Ausländer müssen ihr in der Schweiz angelegtes Vermögen gegenüber dem Fiskus im Heimatland nicht offenlegen. Dafür ziehen die Banken den Kunden einen Pauschalbetrag ab, den die Schweiz ins Ausland überweist.

Gespräche auf Expertenstufe

Auf Expertenstufe liefen Gespräche mit verschiedenen Regierungen, die sich für dieses Modell interessierten - auch ausserhalb Europas, sagte Michael Ambühl in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Der Bundesrat habe klare Vorstellungen, mit welchen Ländern er als nächstes verhandeln möchte.

Interessant seien für die Schweiz Länder, die generell wirtschaftlich und spezifisch für den Finanzplatz bedeutend seien sowie auf der internationalen Ebene eine gewisse Rolle spielten. Namen könne er nicht nennen. Bekannt ist, dass Griechenland mit der Schweiz über ein Abkommen mit Abgeltungssteuer verhandeln will.

«Damit wir neue Verhandlungen abschliessen können, muss die Schweiz aber zuerst selber liefern», stellte Ambühl klar. Zwei Bedingungen seien zu erfüllen: Erstens müsse klar sein, ob die Schweiz selbst die Abkommen wolle, sagte er mit Verweis auf die Referenden und die allfällige Urnenabstimmung am 25. November.

Abgeltungssteuer gegen Informationsaustausch

Zweitens wollten andere Staaten zuerst sehen, «dass das Konzept funktioniert. Das heisst, dass Steuergelder konkret fliessen». Erst wenn diese Bedingungen erfüllt seien, «können wir das Konzept härten».

Im Parlament sahen bürgerliche Befürworter der Abgeltungssteuer diese als Alternative zum automatischen Informationsaustausch. Gegner aus der Linken befürchteten dagegen, die Abgeltungssteuer könne den automatischen Informationsaustausch verhindern.

Namentlich in Deutschland ist das Steuerabkommen mit der Schweiz umstritten. Die Opposition verlangt weitere Nach- und Neuverhandlungen. Für den Bundesrat sei dies ausgeschlossen, sagte Ambühl weiter. «Es gibt dieses Abkommen oder keines».

Globallösung mit USA «nicht um jeden Preis»

Ambühl äusserte sich auch zum Steuerstreit mit den USA. Er bestätigte, dass die Schweiz die Globallösung bis Ende Jahr unter Dach und Fach haben wolle, «aber nicht um jeden Preis». Dass die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien, liege daran, dass die Schweiz nicht einknicke.

Die USA fordern von Schweizer Banken Informationen zu undeklarierten Geldern von US-Bürgern. Elf Finanzinstitute stehen im Visier der US-Justizbehörden. Für sie verhandelt die Schweiz über eine Lösung. Gleichzeitig will der Bundesrat mit den USA eine Globallösung für alle Schweizer Banken finden.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Viele bürgerliche Politiker schieben die Schuld am Rücktritt von Michael Ambühl dem Bundesrat zu. Insbesondere von ... mehr lesen
Schlechte Stimmung im Bundeshaus?
Bern - Die Schweiz kann mit den USA über FATCA und mit Italien über eine Abgeltungssteuer verhandeln. Der Bundesrat hat am Mittwoch die ... mehr lesen
Die Verhandlungen mit den USA und Italien können beginnen.
Bern - Für reiche Franzosen könnte es künftig schwieriger werden, in der Schweiz der französischen Erbschaftssteuer ... mehr lesen
Die Schweiz würde für wohlhabende Franzoden unattraktiver.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Berlin/Bern - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat Nordrhein-Westfalens Landesregierung vorgeworfen, bei ... mehr lesen
Wolfgang Schäuble wirbt für das Steuerabkommen mit der Schweiz.
Bern - Für den Staatsekretär für internationale Finanzfragen, Michael Ambühl, ist der Erwerb der Daten-CD durch deutsche ... mehr lesen
Michael Ambühl, Staatssekretär SIF
Bundesrätin Widmer-Schlumpf glaubt an die Unterstützung aus der Bevölkerung.
Bern - Wenn das Schweizer Stimmvolk oder die deutsche Länderkammer, der ... mehr lesen
Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf: Ein bedeutender Tag.
Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf: Ein bedeutender Tag.
Abkommen regelt Steuerfragen  Mailand - Ein Doppelbesteuerungsabkommen sowie eine Roadmap für den Finanz- und Steuerdialog sollen die fiskalischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien auf eine neue Grundlage stellen. Die entsprechenden Dokumente wurden am Montag in Mailand von den Finanzministern beider Länder unterzeichnet. 
Schweiz und Italien haben sich im Steuerstreit geeinigt.
Schweiz und Italien einigen sich grundsätzlich im Steuerstreit Bern - Die Schweiz und Italien haben eine grundsätzliche Einigung im Steuerstreit erzielt. Eine Änderung des ...
Staatsanwalt Dick Marty fordert eine Strafuntersuchung gegen das Geldhaus.
Dick Marty fordert Strafuntersuchung gegen HSBC wegen Geldwäscherei Bern - Nach den Enthüllungen in der «Swissleaks»-Affäre um den Schweizer Ableger der Bank HSBC fordert ...
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1198
    Scheuklappen-Behaupti "Die Schweiz ist dann stark, wenn es allen gut geht und nicht nur ein ... gestern 23:55
  • Kassandra aus Frauenfeld 1198
    Die Murphyschen Gesetze treffen beide auf Köppel zu: a) Vom Ingenieur Edward A. Murphy ... gestern 20:15
  • LinusLuchs aus Basel 60
    Roger Köppel, das ist doch der, der im Januar 2012 in seiner Weltwoche schrieb: ... gestern 18:05
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2821
    Was... sind die Ziele solcher Berichte oder auch Debatten über ... gestern 11:43
  • Cataract aus Zürich 32
    Achtung Witz! *Ironie ein* Haha, selten soooo gelacht *Ironie aus* gestern 09:02
  • friwalt aus Bolligen 9
    Hier tagt der grosse Rat des Kantons Bern Was hat das Rathaus des Standes Bern im Bild mit den ... gestern 01:50
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2821
    Es... ist ganz einfach! Der Staat will mehr Flüchtlinge zwecks Prestige, kann ... Mi, 25.02.15 22:57
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2821
    Es... ist die beste Lösung, diese Fanatiker ausreisen zu lassen. Es gibt ... Mi, 25.02.15 18:38
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich -1°C 0°C bedeckt, Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 1°C 2°C bedeckt, Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 2°C 2°C bedeckt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 2°C 3°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 2°C 3°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 2°C 4°C bedeckt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 5°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten