Schweizer Behörden gegen Antisemitismus
publiziert: Dienstag, 15. Mrz 2005 / 17:24 Uhr

Jerusalem - Kurz vor der Einweihung der frisch renovierten Jad-Vaschem-Gedenkstätte in Jerusalem hat sich Bundespräsident Samuel Schmid zu den antisemitischen Anschlägen in Lugano geäussert.

Samuel Schmid: "Die Schweiz ist schockiert!"
Samuel Schmid: "Die Schweiz ist schockiert!"
Der Bundesrat unterstützt die Untersuchung, um gegen solche Vorfälle und Antisemitismus generell vorzugehen, sagte Schmid in Jerusalem weiter. Es handle sich um den ersten Vorfall dieser Art seit mehr als 25 Jahren. Am Montag waren in Lugano Anschläge auf eine Synagoge und ein jüdisches Geschäft verübt worden.

Es ist wichtig, antisemitische Bewegungen zu bekämpfen. Es darf nie vergessen werden, was geschehen ist, sagte der Verteidigungsminister, der am Nachmittag in Jerusalem eingetroffen war. Deshalb sei es auch wichtig, dass die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem als Andenken an die Opfer renoviert worden sei.

Israel "wie ein normales Land behandeln"

Der Bundespräsident bestätigte ausserdem, dass die Schweiz den Kauf von israelischem Militärmaterial wieder aufnehmen wolle, wenn das Schweizer Parlament diesem Vorhaben zustimme. So wird Israel wieder wie ein normales Land behandelt, sagte Schmid.

Das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hatte im Februar sein Interesse bekundet, israelisches Telekommunikationsmaterial im Wert von 150 Mio. Franken zu kaufen. Schmid liess durchblicken, dass der Kauf im nächsten Jahr durchgeführt werden könnte.

Die militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern wurde nach der Wiederbesetzung von palästinensischen Dörfern im April 2002 eingeschränkt. Seither werden Bestellungen von Militärmaterial aus Israel von Fall zu Fall vom VBS geprüft. Israel hatte diese Praxis wiederholt als diskriminierend verurteilt.

(rr/sda)

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