Schweizer Bischofskonferenz gesteht Mitschuld ein
publiziert: Montag, 21. Jan 2008 / 08:47 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Jan 2008 / 11:20 Uhr

Freiburg - Der Fall des Schweizer Priesters unter Pädophilieverdacht zieht weitere Kreise. Nachdem die katholische Kirche am Wochenende eine Mitschuld eingestand, überprüft nun die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) ihre internen Richtlinien.

Die Mönche hielten dicht.
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Der Fall des 67-jährigen Priesters sei noch unübersichtlich, sagte SBK-Sprecher Walter Müller gegenüber Schweizer Radio DRS. Die Bischofskonferenz werde aber auf jeden Fall ihre 2002 erlassenen Richtlinien für den Umgang mit pädophilen Priestern überprüfen und eventuell anpassen.

Am Wochenende hatten hohe katholische Repräsentanten eingestehen müssen, dass die katholische Kirche eine Mitschuld trage. Dem Bistum von Lausanne, Genf und Freiburg war nämlich seit 1989 bekannt, dass der heute 67-jährige Priester mindestens ein Kind sexuell missbraucht hatte.

Der Offizial des Bistums, Nicolas Betticher, sprach in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Matin dimanche» von «geheimem Einverständnis». Die zivilen Gerichte seien nie informiert worden.

Stattdessen sei der heute 67-Jährige nach Frankreich disloziert worden. Dort habe er sich jedoch erneut an einem Kind vergangen, sagte Betticher, der als Offizial im katholischen Kirchengericht tätig ist. Es tue ihm weh, von geheimem Einverständnis zu reden, doch diese Bezeichnung sei zutreffend.

Betticher plädierte in Interviews mit den Westschweizer Tageszeitungen «24 heures» und «Tribune de Genève» zudem für die Schaffung einer internationalen Datenbank. Die weltliche Justiz müsste dabei einbezogen werden, denn diese besitze Mittel, welche die Kirche nicht habe.

Auch der Verantwortliche der Schweizer Kapuziner, Ephrem Bücher, gab eine Mitschuld seines Ordens zu. «Wir sind als Kapuziner dafür verantwortlich, was geschehen ist», sagte er gegenüber Radio Suisse Romande. «Wir haben damals nicht so reagiert, wie wir hätten sollen.»

(fest/sda)

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