Schweizer Davis-Cup-Team wieder erstklassig
publiziert: Samstag, 20. Sep 2008 / 20:50 Uhr / aktualisiert: Samstag, 20. Sep 2008 / 23:21 Uhr

Das Schweizer Davis-Cup-Team zählt nach einjährigem Unterbruch wieder zur Weltelite. Die Olympiasieger Roger Federer/Stanislas Wawrinka gewannen das Doppel gegen die Belgier Xavier Malisse/Olivier Rochus 4:6, 7:6 (8:6), 6:3, 6:3 und brachten die Schweiz so uneinholbar mit 3:0 in Führung.

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Der Tag hatte schon mit einem grossen Fest begonnen: Federer/Wawrinka wurden eine halbe Stunde vor Spielbeginn in der bis auf den letzten Platz gefüllten Patinoire de Malley für ihre Leistungen von Peking geehrt.

Swiss-Tennis-Präsident René Stammbach hielt eine Rede, und die beiden Sportler erhielten in Anwesenheit von Sportminister Samuel Schmid und Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild je ein Bild und riesigen Applaus. Die Zeremonie hinterliess auch bei Federer, dem überall auf der Welt enormer Support zuteil wird, Spuren: «Ich hatte Tränen in den Augen und fand die richtigen Worte nicht.»

Fast 0:2-Satzrückstand

Mit den Geschenken war es dann vorbei: Die Belgier, 2004 Gewinner des French Open, wollten sich verständlicherweise nicht mit der Statistenrolle zufrieden geben, und speziell der nur 167 Zentimeter grosse, aber umso talentiertere Olivier Rochus spielte phasenweise hervorragend.

Er bescherte den Belgiern die entscheidenden und schönsten Punkte zum Gewinn des ersten Satzes und war auch im zweiten Durchgang der Bessere der Gäste. Die Wende kam im Tiebreak des zweiten Satzes: Die Schweizer gerieten nach 5:2-Vorsprung mit 5:6 in Rückstand, konnten aber den 0:2-Satzrückstand noch abwenden. Den Satzball wehrte Federer mit einem Vorhand-Topspinvolley ab; bei 7:6 setzte Malisse nach einem tollen Ballwechsel einen leichten Rückhandvolley ins Out.

Olympia-Erinnerungen

In den Sätzen 3 und 4 waren die Einheimischen, die vor allem in schwierigen Situationen stark servierten, die klaren Chefs im Rechteck, wobei sich vor allem Wawrinka stark steigerte, und nahmen Malisse den Aufschlag dreimal ab. «Es hätte sicherlich anders ausgesehen, wenn wir den zweiten Satz gewonnen hätten, aber gegen ein solches Team wie die Schweiz muss man halt die kleinen Chancen nützen. Ansonsten kann ich aber meinen Spielern nichts vorwerfen», so der scheidende Captain Julien Hoferlin.

Die Fans bekamen dann, quasi als Dessert, weitere Olympia-Erinnerungen vorgesetzt: Wawrinka legte sich wieder auf den Platz, und Federer versuchte, seinem Partner Energie abzuzapfen. Den Schweizern ist damit wie 1994 Jakob Hlasek und Marc Rosset der sofortige Wiederaufstieg gelungen. Auch Wawrinka war nach der sehr erfolgreichen Heimpremiere euphorisch: «Es ist unglaublich, dass wir hier gegen die Belgier 3:0 führen. Die ganze Zeremonie hat mich noch mehr motiviert und auch das tolle Publikum noch mehr aufgeheizt.»

Auslosung am Dienstag

Nach erfüllter Pflicht kann nun die Kür kommen: Federer, Wawrinka und Co. zählen in der Austragung 2009 zu den Mitfavoriten und blicken besonders gespannt zur Auslosung vom nächsten Dienstag. Federer hat bereits seine Zusage für das Startspiel gegeben. Allgemein wird damit gerechnet, dass er in allen Runden dabei ist. «So direkt kann ich dies noch nicht sagen, aber der Kalender ist im nächsten Jahr deutlich weniger überladen», so Federer.

Am morgigen Sonntag geht es damit nur noch um die Ehre. Die «Patinoire de Malley» wird erneut ausverkauft sein. Es kann aber sein, dass die Schweizer Stars geschont werden.

In Madrid (Sand): Spanien - USA 2:1. -- Rafael Nadal s. Sam Querrey 6:7 (5:7), 6:4, 6:3, 6:4. David Ferrer s. Andy Roddick 7:6 (7:5), 2:6, 1:6, 6:4, 8:6. Feliciano Lopez/Fernando Verdasco u. Mike Bryan/Mardy Fish 6:4, 4:6, 3:6, 6:4, 4:6.

In Buenos Aires (Sand): Argentinien - Russland 2:1. -- David Nalbandian s. Igor Andrejew 7:6 (7:5), 6:2, 6:4. Juan Martin Del Potro s. Nikolai Dawydenko 6:1, 6:4, 6:2. Guillermo Canas/David Nalbandian u. Igor Kunizyn/Dmitri Tursunow 2:6, 1:6, 7:6 (9:7), 6:3, 6:8.

Auf-/Abstiegsplayoff

In Lausanne (Halle): Schweiz - Belgien 3:0. -- Stanislas Wawrinka s. Steve Darcis 6:7 (3:7), 6:1, 6:3, 2:6, 6:4. Roger Federer s. Kristof Vliegen 7:6 (7:1), 6:4, 6:2. Roger Federer/Stanislas Wawrinka s. Xavier Malisse/Olivier Rochus 4:6, 7:6 (8:6), 6:3, 6:3.

In London (Rasen): Grossbritannien - Österreich 1:2. -- Alex Bogdanovic u. Jürgen Melzer 6:3, 6:7 (3:7), 2:6, 1:6. Andy Murray s. Alexander Peya 6:4, 6:1, 6:4. Jamie Murray/Ross Hutchins u. Julian Knowle/Jürgen Metzer 4:6, 3:6, 1:6.

In Apeldoorn (Sand): Holland - Südkorea 2:1. -- Thiemo De Bakker u. Hyung-Taik Lee 4:6, 3:6, 3:6. Jesse Huta-Galung s. Kyu-Tae Im 6:3, 6:3, 5:7, 6:2. Peter Wessels/Jesse Huta-Galung s. Hyung-Taik Lee/Woong-Sun Jun 4:6, 6:4, 6:4, 6:3.

In Bukarest (Sand): Rumänien - Indien 2:1. -- Victor Crivoi s. Prakash Amritraj 7:5, 5:7, 6:2, 6:2. Victor Hanescu s. Somdev Devvarman 6:3, 6:1, 6:0. Adrian Cruciat/Horia Tecau u. Leander Paes/Mahesh Bhupathi 4:6, 6:7 (0:7), 4:6.

In Ramat Hasharon (Hart): Israel - Peru 2:1. -- Harel Levy u. Luis Horna 5:7, 7:5, 6:7 (3:7), 3:6. Dudi Sela s. Ivan Miranda 6:2, 6:1, 3:6, 6:4. Andy Ram/Harel Levy s. Matias Silva/Mauricio Echazu 6:1, 6:1, 6:2.

In Zadar (Hart): Kroatien - Brasilien 2:1. -- Mario Ancic s. Thomaz Bellucci 6:2, 7:6 (7:4), 7:6 (7:3). Ivo Karlovic s. Thiago Alves 7:6 (7:5), 7:6 (7:3), 7:5. Ivo Karlovic/Lovro Zovko u. Marcelo Melo/André Sa 7:6 (7:3), 2:6, 5:7, 7:6 (7:5), 3:6.

In Bratislava (Hart): Slowakei - Serbien 0:3. -- Dominik Hrbaty u. Novak Djokovic 2:6, 4:6, 3:6. Lukas Lacko u. Janko Tipsarevic 7:6 (7:3), 6:4, 4:6, 6:7 (5:7), 6:8. Michal Mertinak/Filip Polasek u. Nenad Zimonjic/Viktor Troicki 6:7 (6:8), 4:6, 7:6 (7:5), 6:7 (5:7).

In Antofagasta (Sand): Chile - Australien 2:1. -- Nicolas Massu s. Chris Guccione 7:6 (7:4), 7:6 (7:5), 3:6, 7:6 (7:2). Fernando Gonzalez s. Peter Luczak 6:2, 6;2, 6:3. Fernando Gonzalez/Nicolas Massu u. Carsten Ball/Chris Guccione 7:6 (7:5), 6:7 (6:8), 3:6, 7:5, 5:7.

(Marco Keller/Si)

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