Schweizer Eiskunstläufer mit hohen Zielen
publiziert: Samstag, 22. Sep 2007 / 00:01 Uhr

Stéphane Lambiel, Sarah Meier und Jamal Othman blicken auf eine nahezu perfekte Vorbereitung zurück. Dementsprechend hoch sind die Ziele der Schweizer Aushängeschilder im Eiskunstlauf für die kommende Saison.

Lambiel und Meier präsentierten an der Medienkonferenz zum Saisonstart in Biel ihr neues Kurzprogramm. Othman dagegen konnte wegen einer am Dienstag nach einem Sturz erlittenen Rückenprellung nicht aufs Eis.

Zwar beschränkte sich Lambiel bei den Sprüngen auf ein Minimum, doch in den beiden Schrittfolgen legte er ein wahres Feuerwerk an Kreativität hin. Der 22-jährige Unterwalliser befindet sich psychisch in einer ausgezeichneten Verfassung.

«Ich fühle mich viel besser als in der vergangenen Saison», sagte Lambiel, der nach dem 2. Rang an den Olympischen Spielen 2006 in Turin und dem darauffolgenden zweiten WM-Titel in Serie in eine Sinneskrise geraten war. Er musste sich neu orientieren, nachdem er alles Angestrebte erreicht hatte. Nun sei er wieder klar im Kopf, erklärte der siebenfache Schweizer Meister. Er könne nun sagen, dass Olympia 2010 sein Ziel sei.

Lambiel: «Grosse Saison»

Auch für die kommende Saison hat sich Lambiel mit Goldmedaillen an der EM in Zagreb (21. bis 27. Januar) und der WM in Göteborg (17. bis 23. März) viel vorgenommen. Den ersten Wettkampf bestreitet er am Grand Prix in Peking (8. bis 11. November), zwei Wochen danach startet er in Moskau, wo der russische Olympiasieger Jewgeni Pluschenko sein Comeback angekündigt hat.

Weiter stehen in seinem Programm die Schweizer Meisterschaften in Winterthur (7./8. Dezember) und eventuell eine Woche später der Grand-Prix-Final in Turin, für welchen sich die besten sechs der sechsteiligen Serie qualifizieren. «Es wird eine grosse Saison», erklärte Lambiel.

Physisch ist er dafür gewappnet, hat er sich doch unter anderem mit Läufen und Übungen im Sand die Basis geholt. In der letztjährigen Vorbereitung habe er zwei Monate nicht trainieren können, diesmal sei dies anders gewesen, verdeutlichte er.

Sein neues Kurzprogramm, das er an Shows in Japan bereits vorführte, heisst «Carne Cruda» und ist eine «Mischung von vielen Stilen». Choreografin Salome Brunner sprach vom kompliziertesten Programm, das sie je gesehen habe.

In der Kür behält Lambiel den Flamenco bei, den er erst einmal in einem internationalen Wettbewerb (WM in Tokio) gezeigt hat. «Ich habe so viel Arbeit investiert in dieses Programm.» Lambiel plant die Saison mit neuen Schlittschuhen zu bestreiten, deren Eisen kürzer sind. «Damit bin ich schneller und ermüde weniger», sagte der aktuelle WM-Dritte. Zudem sollen damit höhere Sprünge möglich sein. Die Umstellung ist allerdings dementsprechend gross.

Meier plant Dreifach-Dreifach-Kombination

Sarah Meier machte nach dem 7. Rang an der WM in Tokio Ende März nur eine kurze Pause, um noch von der guten Form profitieren zu können. Damit wollte die 23-jährige Bülacherin ideale Voraussetzungen zum besseren Beherrschen einer Dreifach-Dreifach-Kombination schaffen. Bislang war diese für Wettkämpfe nicht stabil genug.

In dieser Saison will Meier die Kombination Dreifach-Flip/Dreifach-Toeloop einbauen, und zwar bereits vor der EM. «In der ersten Saisonhälfte geniesst die technische Seite Priorität», so die EM-Zweite. Dafür nimmt sie auch schlechtere Resultate in Kauf. Sie könne die Kombination nicht erstmals an der EM zeigen, begründete die Zürcher Unterländerin. In Zagreb strebt sie nicht weniger als den Titel an und «dafür brauche ich sie.»

Meier, die in der Vorbereitung unter anderen bei Alexej Mischin, dem Trainer von Pluschenko, trainiert hat, studierte beide Programme neu ein. Den ersten Wettkampfteil läuft sie zur Filmmusik «Patch Adams», die Kür zu Klängen des japanischen Komponisten Tokuhide Niimi. Letzteres ist ein melancholisches Stück.

Preisrichter hätten ihr empfohlen, mal etwas Ernsteres zu machen, sagte Meier. «Deshalb habe ich in diese Richtung gesucht.» Ihr Saisondebüt gibt die sechsfache Schweizer Meisterin in Paris (15. bis 18. November), für den zweiten Grand Prix wurde sie zwei Wochen später in Sendai (Jap) eingeteilt.

Othman: Mehr Tempo und Explosivität

Für Jamal Othman geht es bereits am übernächsten Wochenende bei der Nebelhorn Trophy in Oberstdorf los. Trotz der Rückenprellung fühlt sich der 21-jährige Berner bereit. Er bestritt in diesem Sommer den zweiten Teil der Rekrutenschule (13 Wochen) und konnte dabei optimal trainieren -- auch auf dem Eis.

Gemäss eigener Aussage hat er an Tempo und Explosivität zugelegt, und der Dreifach-Axel sei bereit. Othman will allerdings von Wettkampf zu Wettkampf entscheiden, ob er ihn zeigt. Als Ziel hat er sich die Bestätigung des 8. EM-Ranges gesetzt, an der WM will er sich den Top 10 nähern.

(von Sascha Fey/Si)

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