Segeln
Schweizer Erfolgsmeldung, Gold für Grossbritannien und Schweden
publiziert: Sonntag, 5. Aug 2012 / 19:15 Uhr

Richard Stauffacher hat die Ehre der Schweizer Segler gerettet und sich für das Medal Race der RS:X-Windsurfer qualifiziert. Ben Ainslie und Fredrik Loof/Max Salminen gewannen die ersten Goldmedaillen.

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"Ich habe gewusst, dass ich alles geben muss", sagte ein strahlender Richard Stauffacher nach zwei anstrengenden Wettfahrten. Mit den Rängen 10 und 12 schaffte es der 29-jährige Sarganserländer im allerletzten Moment auf den 10. Platz. "Auf dem letzten Bahnschenkel kämpfte ich wirklich bis zum Umfallen. Ich wusste, dass der Litauer, der vor dem letzten Lauf noch vor mir klassiert war, weit hinten surfte. Aber ich musste insbesondere den Argentinier in Schach halten, der mich beinahe noch überholt hätte."

Entsprechend gross waren im Ziel die Freude und die Erleichterung. Im Rückblick auf das bisherige Geschehen meinte Stauffacher: "Es lief vieles schief. Zuerst hatte ich Materialprobleme, dann unterliefen mir aber auch taktische Fehler. Ich bin froh, dass es jetzt doch noch gereicht hat." Das angestrebte olympische Diplom liegt für Stauffacher im Medal Race der besten zehn allerdings ausser Reichweite. Trotzdem will er am Dienstag nochmals "alles geben und eine gute Show bieten".

Nathalie Bruggers versöhnlicher Abschluss

Nathalie Brugger hatte in der Laser-Radial-Klasse schon vor den Wettfahrten 9 und 10 am Samstag keine Chance mehr auf das Medal Race. Mit den Plätzen 10 und 16 gelang ihr immerhin ein einigermassen versöhnlicher Abschluss. "Es war ein guter Tag und ich hatte wirklich Freude auf dem Wasser", bilanzierte Brugger, nachdem sie ihr Boot zum letzten Mal die Rampe im olympischen Hafen von Portland hochgezogen hatte. "Auf dem allerletzten Vorwindkurs konnte ich noch einige Plätze gutmachen. Das war ein cooler Abschluss."

Beim Analysieren ihrer Leistung stellte die Freiburgerin fest, dass sie zwar recht gut gestartet war, bezüglich Bootsgeschwindigkeit dann aber nicht mit den Allerbesten mithalten konnte. "Und sobald du im immer grösser werdenden Pulk zwischen Platz 10 und 20 steckst, ist es ganz schwierig, noch nach vorne zu kommen." Zudem sei sie vielleicht das eine oder andere Mal taktisch zu grosse Risiken eingegangen.

"Unter dem Strich schaue ich aber mit positiven Gefühlen auf meine zweite Olympia-Kampagne zurück", sagte die 26-Jährige. "Ich bereue nichts, auch wenn es nicht immer ganz einfach war." Zu ihrer Zukunft wollte sich Brugger noch nicht äussern. "Sicher habe ich mir schon Gedanken gemacht, aber es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen. Brasilien als nächstes Olympia-Revier wird bei meinen Überlegungen aber sicher eine Rolle spielen."

Als Fernziel haben sich auch die 470er-Segler Yannick Brauchli und Romuald Hausser die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro in der Agenda eingetragen. Vorerst sind sie aber daran, im schwierigen Revier vor Weymouth und Portland Erfahrungen zu sammeln. Mit einem 14. und einem 13. Platz gelang Brauchli/Hausser vor dem Ruhetag am Sonntag wiederum eine solide Leistung. Der 18. Rang im Zwischenklassement ist ungefähr das, was vom Zürcher und vom Genfer erwartet werden kann.

Ben Ainslie der erfolgreichste Olympia-Segler

Die ersten beiden Medaillenrennen waren an Spannung kaum zu übertreffen. In der Starboot-Klasse verloren Iain Percy und Andrew Simpson die schon sicher geglaubte Goldmedaille. Die Briten, die nach zehn von elf Läufen klar führten, konzentrierten sich zu sehr auf die starken Brasilianer Robert Scheidt und Bruno Prada. So konnten die Schweden Fredrik Loof und Max Salminen die Regatta als lachende Dritte vor Percy/Simpson und Scheidt/Prada gewinnen. Für Loof ist es nach zwei Bronzemedaillen das erste Olympia-Gold und für Schweden das erste der Mission "London 2012". Percy holte ebenfalls seine dritte Medaille - nach Olympiasiegen 2000 und 2008, Scheidt stand sogar schon zum fünften Mal auf dem Olympia-Podest.

Überstrahlt wurde der Sonntag aber vom Sieg von Ben Ainslie in der Finn-Klasse. Der englische Ausnahmeathlet schrieb Geschichte. Ainslie ist neu der erfolgreichste Olympia-Segler überhaupt. Nach einer Silbermedaille 1996 auf dem Laser gewann er nacheinander zuerst auf dem Laser und dann drei Mal auf dem Finn olympisches Gold. In der ewigen Bestenliste löste er damit den legendären Dänen Paul Elvström ab, der von 1948 bis 1960 vier Goldmedaillen gewonnen hatte.

Der Herausforderer von Ainslie war ausgerechnet ein Däne. Jonas Hogh-Christensen führte in der Finn-Klasse bis vor dem Medal Race, musste sich aber am Schluss mit Silber begnügen. Bronze ging an den Franzosen Jonathan Lobert, der das Medal Race überlegen gewann. Die nächsten Medaillensätze werden heute Montag im Laser und im Laser Radial vergeben.

(fest/Si)

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