Schweizer Grenzgemeinden pflegen grenzüberschreitende Beziehungen
publiziert: Montag, 4. Aug 2003 / 13:03 Uhr

Bern - Eine von zwei Schweizer Grenzgemeinden (55 %) spannt mit Gemeinden im benachbarten Ausland zusammen - im politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Bereich. Dies zeigt eine Studie des Rates der Gemeinden und Regionen Europas.

Grenzüberschreitende Beziehungen.
Grenzüberschreitende Beziehungen.
Die Studie ermögliche erstmals eine Gesamtsicht der grenzüberschreitenden Beziehungen zwischen Gemeinden, schreibt die Schweizer Sektion des Rates. An der Studie beteiligten sich 254 von 272 Schweizer Grenzgemeinden und 121 ausländische Gemeinden.

In den Kantonen Basel-Stadt, Solothurn und Thurgau pflegen alle Gemeinden Beziehungen mit ausländischen Gemeinden. Im Kanton Genf sind es 90 Prozent der Gemeinden. Es folgen St. Gallen (85 %) und Schaffhausen (81 %).

21 Schweizer Gemeinden sind der Ansicht, dass die bilateralen Verträge mit der EU Auswirkungen auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit haben, etwa im freien Personenverkehr oder auf dem Arbweitsmarkt. Die interregionalen Beziehungen werden als gewinnbringend wahrgenommen.

Wichtig sind insbesondere die politischen und administrativen Verbindungen: 91 Schweizer Grenzgemeinden verzeichnen mindestens einmal im Jahr eine politische oder administrative Zusammenarbeit mit ausländischen Nachbargemeinden. 59 Prozent gaben an, Probleme im öffentlichen Bereich gemeinsam mit den Nachbargemeinden anzugehen.

Im wirtschaftlichen Bereich steht die Landwirtschaft im Zentrum: 36,4 Prozent der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Grenzgemeinden erfolgt in diesem Bereich. Beliebt sind Einkäufe im benachbarten Ausland: 84 Prozent der Konsumenten in Schweizer Grenzgemeinden kaufen regelmässig im Ausland ein. Umgekehrt kaufen 70 Prozent der ausländischen Konsumenten in der Schweiz ein.

(bert/sda)

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