Schweizer Kombi-Fahrer mit Aussenseiterchancen
publiziert: Dienstag, 14. Feb 2006 / 00:05 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Feb 2006 / 00:39 Uhr

Jahrzehntelang ein Anhängsel an das klassische Programm, hat sich die Kombination zu einem Hightlight des Skisports entwickelt. Der Night-Event dürfte zu einem Höhepunkt werden - mit fast einem Dutzend Medaillenanwärtern.

Im letzten Abfahrtstraining deutete auch Daniel Albrecht steigende Tendenz an.
Im letzten Abfahrtstraining deutete auch Daniel Albrecht steigende Tendenz an.
Noch nie war die Startliste in einer olympischen Kombination so erlesen wie in Sestriere. Bode Miller, Benjamin Raich, Michael Walchhofer, Giorgio Rocca, Lasse Kjus, Rainer Schönfelder sowie der wegen einer Knieverletzung allerdings fragliche Kjetil André Aamodt - in keinem Wettbewerb treten so viele Superstars verschiedenster Disziplinen gegeneinander an. In den Rennen von heute Dienstag (Abfahrt 12.00/Slalom 17.00 und 19.30 Uhr) ist Spektakel garantiert.

Eine Lektion für das Schweizer Team

Wenn es nach den Schweizer Teilnehmern in der Olympia-Kombination geht, gewinnt aber keiner der erwähnten Cracks. Laut ihnen kann der Sieger nur Ted Ligety heissen. «Wenn der normal runterkommen, hat keiner eine Chance», sagt Silvan Zurbriggen, «und zwar in der Kombination und im Slalom.» Und Daniel Albrecht doppelt nach: «Der holt zwei Goldmedaillen.»

Der Grund für diese Schweizer Begeisterung für Ligety liegt in einem gemeinsamen Training am Sonntag. Slalom-Trainer Sepp Brunner hatte das organisiert. Ligety war als Sparringpartner gekommen, weil Brunner geholfen hatte, ihm eine Piste zu präparieren.

«Das war Anschauungsunterricht pur. An diesem einen Tag konnten wir enorm viel lernen», staunte Albrecht. Und Zurbriggen findet: «Das ist unglaublich, wie der Slalom fährt». Er nahm Albrecht und Marc Berthod fast in jedem Lauf sieben bis acht Zehntel ab, Zurbriggen verlor gegen anderthalb Sekunden.

Was kann Zurbriggen leisten?

Theoretisch gehörte auch Zurbriggen zu den Medaillenanwärtern, praktisch sind aber Vorbehalte anzubringen. Ihm war in den letzten Wochen nicht alles nach Wunsch gelaufen. «Ich habe nichts zu verlieren und versuche mein Bestes zu geben», sagt der Walliser, der sowohl 2003 wie 2005 WM-Fünfter wurde. Und selbst in diesem Winter, in dem einiges schief lief, fehlten ihm im Weltcup zweimal nur Sekundenbruchteile zu einem Podestplatz.

Im letzten Abfahrtstraining deuteten auch Daniel Albrecht und insbesondere Marc Berthod steigende Tendenz an. «Beim Testen haben wir Fortschritte gemacht», sagt Albrecht, «doch verlieren wir in der Abfahrt immer noch zu viel Zeit, um diese im Slalom aufholen zu können.»

Wenn die Material- und Abstimmungsprobleme bei Albrecht, Berthod (beide in der Abfahrt) und Zurbriggen (Abfahrt und Slalom) noch rechtzeitig behoben oder reduziert werden können, wäre eine positive Überraschung nicht ausgeschlossen.

Unter diesem Aspekt scheint Didier Défago der stärkste Schweizer Trumpf. Er war Sieger in Val d´Isère, bevor er einer Disqualifikation wegen einer zu hohen Bindungsplatte zum Opfer fiel, und verpasste auch in Chamonix das Podest nur knapp. «Leider ist die Superkombination im Weltcup eine andere als die Kombination an den Olympischen Spielen», bedauert Défago: «Da zwei Slalomläufe stattfinden, sind meine Chancen reduziert. Aber mir sind ja auch schon sehr gute Slalomläufe gelungen.»

Kombination einst Schweizer Domäne

Die Kombination galt einst als Schweizer Domäne. In keiner Disziplin waren sie stärker. In der «ewigen Weltcup-Rangliste» der Kombination, die zu Beginn der Neunzigerjahre vorübergehend aus dem Weltcup verschwand, führt die Schweiz sowohl bei den Männer als auch bei den Frauen die Sieg-Statistik an. Die Männer weisen fast doppelt so viele Siege auf wie die übrigen Nationen.

An Olympischen Spielen gibts die Kombination erst seit 1988. Paul Accola holte damals Bronze, Steve Locher doppelte 1992 mit Bronze nach. Das war damals die einzige Medaille für die Alpinen, die sonst in diesem Winter im Weltcup gar nicht so schlecht abgeschnitten hatten.

In Sestriere wird zum letzten Mal eine Kombination mit zwei Slalomläufen durchgeführt. Ab Vancouver 2010 wird sie nach dem gleichen Modus wie im Weltcup als Superkombination ausgefahren.

Die Olympia-Medaillengewinner seit 1988:
1988 in Calgary: 1. Hubert Strolz (Ö) 2. Bernhard Gstrein (Ö) 3. PAUL ACCOLA (Sz)

1992 in Albertville: 1. Josef Polig (It) 2. Gianfranco Martin (It) 3. STEVE LOCHER (Sz)

1994 in Lillehammer: 1. Lasse Kjus (No) 2. Kjetil André Aamodt (No) 3. Harald Christian Strand-Nilsen (No)

1998 in Nagano: 1. Mario Reiter (Ö) 2. Lasse Kjus (No) 3. Christian Mayer (Ö)

2002 in Salt Lake City: 1. Kjetil André Aamodt (No) 2. Bode Miller (USA) 3. Benjamin Raich (Ö)

Die ewige Medaillenbilanz in der Kombination der Männer
1. Norwegen 2 Gold/2 Silber/1 Bronze. 2. Österreich 2/1/2. 3. Italien und Deutschland, je 1/1/-. 5. Frankreich 1/-/2. 6. Schweiz -/1/2. 7. USA -/1/-.

Die Schweizer Medaillengewinner
Gold: -. -- Silber: Karl Molitor (1948 St. Moritz). -- Bronze: Paul Accola (1988 Calgary) und Steve Locher (1992 Albertville).

Die 4 Weltcup-Kombinationen der bisherigen Saison
Val d´Isère (11.12.05): 1. Walchhofer (Ö) 2. Schönfelder (Ö) 3. Miller (USA)

Wengen (13.1.06): 1. Raich (Ö) 2. Aamodt (No) 3. Fill (It)

Kitzbühel (21./22.1.06): 1. Raich (Ö) 2. Miller (USA) 3. Svindal (No)

Chamonix (3.2.06: 1. Raich 2. Schönfelder (Ö) 3. Miller (USA)

(Richard Hegglin/Si)

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