Regime lässt Schläger auf Journalisten los
Schweizer Korrespondent in Kairo verschwunden
publiziert: Donnerstag, 3. Feb 2011 / 22:44 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Feb 2011 / 23:02 Uhr
Festnahme. (Symbolbild)
Festnahme. (Symbolbild)

Berlin/Kairo/Paris - Für Journalisten in Ägypten wird die Arbeit immer gefährlicher. Ausländische Reporter werden in Kairo verfolgt, angegriffen und verhaftet. Von einem Korrespondenten der Freiburger Zeitung «La Liberté» fehlt seit Mittwoch jede Spur.

6 Meldungen im Zusammenhang
Es gebe keine neuen Informationen zum Verbleib des Journalisten, der seit Sonntag in Kairo weilt, schrieb die Zeitung am Donnerstagabend auf ihrer Internetseite. Er habe am Mittwoch kurz seine Familie über die Verhaftung informieren können, seither sei er nicht mehr zu erreichen.

«La Liberté» hat die Schweizer Botschaft in Kairo, das Eidg. Departement für Auswärtige Angelegenheiten sowie Organisationen zum Schutz von Journalisten benachrichtigt.

Ein Korrespondent des Tessiner Radios und Fernsehens RSI wurde am Donnerstag angegriffen. Nach eigenen Schilderungen wurde er in der Nähe seines Hotels in Kairo von Sympathisanten von Husni Mubarak überfallen und verprügelt.

Sein Material hätten die Angreifer auf den Boden geworfen. Militärs hätten ihn befreit. Gemäss den Berichten wollte der Journalist Ägypten nach dem Angriff verlassen.

Ein belgischer Journalist, der unter anderem für die Westschweizer Zeitung «Le Temps» arbeitet, ist offenbar wieder freigelassen worden. Er war am Mittwochmittag im Zentrum von Kairo während einer Reportage von Männern in Zivil gekidnappt worden.

Flucht in die Botschaft

Der ZDF-Korrespondent Dietmar Ossenberg berichtete in der «heute»-Sendung, sein Team sei von «marodierenden Banden» bedroht und «beim Drehen behindert» worden. In Kairo werde «versucht, Berichterstattung mit aller Gewalt zu unterdrücken.» Ossenberg sagte, er habe zusammen mit seinen Mitarbeitern in der deutschen Botschaft Zuflucht gesucht.

Auch sein ARD-Kollege Jörg Armbruster floh mit seinem Team in die Botschaft. «Die Mubarak-Anhänger verfolgen Journalisten bis ins Hotel», sagte er in einer «Brennpunkt»-Sendung am Donnerstagabend. Journalisten würden geschlagen und von Mitgliedern des ägyptischen Geheimdiensts unter Druck gesetzt.

«Diese Angriffe scheinen Racheakte gegen internationale Medien zu sein, die die Forderungen der Demonstranten nach einem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak übermitteln», sagte der Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen (ROG), Jean-François Julliard, am Donnerstag.

(bert/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kairo - US-Präsident Barack Obama ... mehr lesen 3
Washington hat den Druck auf Mubarak verstärkt.
Die Demonstranten planten den Marsch vom Tahrir Square zum Präsidentschaftpalast.
Kairo - Ungeachtet der Drohungen ... mehr lesen
Bern - Ein ägyptischer Reporter ist ... mehr lesen
Die Schweizer Journalisten sind in der Schweiz angekommen. (Symbolbild)
Husni Mubarak.
Kairo - In einem Interview mit dem US-Fernsehen hat der ägyptische Präsident Husni Mubarak für den Fall seines Rücktritts vor dem Abgleiten seines Landes ins Chaos gewarnt. mehr lesen 1
Kairo - Inmitten der Massenproteste ... mehr lesen
Das Internet ist in Ägypten laut Medienberichten mittlerweile wieder stellenweise erreichbar.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Am Mittwoch war die Gewalt abermals eskaliert.
Kairo - Im Zentrum von Kairo haben sich Gegner und Anhänger des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak am Donnerstag erneut heftige Strassenschlachten geliefert. Beide Seiten bewarfen sich am ... mehr lesen
11 Tote und vier Schwerverletzte
gab es im Norden des Landes. Darunter Frauen und Kinder.
Aber darüber liest man nichts. Es waren nämlich "nur" Kopten.
Ermordet von islamistischen Gruppen, die wiederum unterstützt wurden von den moslemischen Nachbarn der Kopten.

http://www.aina.org/news/20110202205758.htm
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben ... mehr lesen  
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem Warschauer Gipfel vor grossen Herausforderungen. Einen neuen ... mehr lesen   1
Die NATO sei weiterhin an einem Dialog mit Russland interessiert.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 7°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 8°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 7°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Bern 8°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 5°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 7°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen trüb und nass
Lugano -2°C 10°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten