Schweizer Paare: Wird Wohnungseigentum immer beliebter?
publiziert: Freitag, 16. Okt 2015 / 14:22 Uhr / aktualisiert: Freitag, 16. Okt 2015 / 14:51 Uhr
Schweizer Paare: Wird Wohnungseigentum immer beliebter?
Schweizer Paare: Wird Wohnungseigentum immer beliebter?

Mieten war gestern, der Trend geht bei jungen Schweizer Paaren immer deutlicher Richtung Wohnungseigentum. Dies belegt eine Studie des Bundesamts für Statistik (BFS). Das ist kein Wunder, bietet die eigene Wohnung doch starke Vorteile bei der Familienplanung und Altersvorsorge. Deutliche Unterschiede gibt es aber zwischen jungen Familien und kinderlosen Paaren.

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Enormes Wachstum in zehn Jahren

Im Jahr 2000 lag die absolute Zahl von Wohnungen im Stockwerkeigentum noch bei 237.700, bereits 2010 war diese Zahl auf 373.500 angewachsen. Dieses wachsende Angebot wird von den Schweizer Paaren auch rege genutzt, immer häufiger entscheiden sich junge Paare zum Kauf statt zur Miete. Der Vorteil liegt einerseits in der Planungssicherheit. Wer über Wohnungseigentum verfügt, kann nicht gekündigt werden und schafft gleichzeitig die Grundlage für eine sichere Altersvorsorge. Im Alter ist das Wohneigentum dann meist abbezahlt, was erhebliche Entlastungen bei den monatlichen Wohnkosten mit sich bringt.

In der Statistik zeigt sich auch, dass Paare beim Wohnungseigentum sehr deutlich vor den Singles liegen. So besitzen nur 21 Prozent der Alleinlebenden Wohneigentum, während fast die Hälfte der Paare über eine eigene Wohnung verfügen. Dies ist wohl einerseits darauf zurückzuführen, dass die Erwerbskosten für Wohneigentum zu zweit deutlich leichter zu stemmen sind. Andererseits schätzen Singles die Flexibilität einer Mietwohnung, während Paare mit der eigenen Wohnung für Stabilität und Sicherheit sorgen.

Starkes Gefälle zwischen den Kantonen

Der Trend bei Schweizer Paaren zum Wohneigentum zieht sich jedoch nicht durch die ganze Schweiz. Stattdessen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen: Die höchsten Wohnungseigentumsquoten lassen sich in den Kantonen Jura und Wallis mit jeweils 58 und 56,8 Prozent feststellen. Deutlich geringer ist der Anteil von Wohneigentum bei Schweizer Paaren dagegen in den städtischen Kantonen Basel-Stadt und Genf mit jeweils knapp 15 Prozent. In diesen Kantonen dürften die Kaufpreise für Wohneigentum für die meisten jungen Paare zu unattraktiv sein.

Unterstützt werden junge Schweizer Paare beim Kauf von Wohnungseigentum durch das Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetz (WEG), das vor allem finanzschwachen Bauherren mit staatlich geförderten Mitteln den Traum vom Wohneigentum ermöglichen soll. Günstige Baukredite werden von einigen Schweizer Banken auch direkt angeboten. Insgesamt liegen die Kosten für den Hausbau oder Wohneigentumserwerb in der Schweiz aber dennoch deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Und in fast allen Kantonen lässt sich ein stetiger Anstieg dieser Kosten feststellen. Mit der immer grösseren Kaufbereitschaft von jungen Schweizer Paaren dürften die Kosten dabei bald ein Niveau erreicht haben, ab dem der Trend wieder abflacht oder sich sogar umkehrt.

Bausparen nicht für alle Paare geeignet

Auch das aus der Bundesrepublik Deutschland übernommene Modell des Bausparens stellt in der Schweiz eine beliebte Fördermethode für den Erwerb von Grundeigentum dar. Ein perfektes Mittel für alle jungen Schweizer Paare ist das Bausparen aber nicht: Ob sich ein Bausparvertrag lohnt, hängt vor allem vom Zinsniveau ab. Niedrige Zinsen machen das Bausparen dabei eher unattraktiv.

Weitere Informationen rund um das Eigenheim und deren Ausbau und Gestaltung finden Sie auf https://www.casando.de/

(nb)

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