Schweizer Weltraum-Projekt der ESA
Schweizer Projekt für neue Weltraum-Mission ausgewählt
publiziert: Freitag, 19. Okt 2012 / 20:49 Uhr
Bereits ab 2017 soll ein Satellit namens «CHEOPS» Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems erforschen. (Archivbild)
Bereits ab 2017 soll ein Satellit namens «CHEOPS» Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems erforschen. (Archivbild)

Bern - Ein Schweizer Weltraumprojekt unter der Leitung der Universität Bern hat den Zuschlag für die erste sogenannte «S-class»-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA erhalten. Bereits ab 2017 soll ein Satellit namens «CHEOPS» Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems erforschen.

Kampfjet fliegen und Space Adventures - Erreichen Sie Höhen bis 61km und Geschwindigkeiten bis 2500km/h!
MiGFlug & Adventure GmbH
Dorfstrasse 10
6404 Greppen / Luzern
2 Meldungen im Zusammenhang
Mit den neuen «S-class»-Missionen will das Wissenschaftsprogramm der Europäischen Weltraumorganisation ESA innovative Forschende mit ausgeklügelten Ideen fördern, wie die Universität Bern am Freitag mitteilte. Es gehe darum, auch mit kleineren Missionen bedeutende Resultate zu liefern (das S in «S-class» steht für «small»).

Vor diesem Hintergrund haben die Vertreter der 19 ESA-Mitgliedsländer das unter Schweizer Leitung stehende Weltraumprojekt «CHEOPS» (CHaracterizing ExOPlanet Satellite) ausgewählt. Zur Auswahl waren 26 Projektvorschläge gestanden.

Die rege Teilnahme unterstreiche das starke Interesse der wissenschaftlichen Gemeinschaft für schnell durchführbare Missionen, sagt Álvaro Giménez, Direktor des wissenschaftlichen Explorationsprogramms der ESA.

Die Schweiz als erste Nation

Die Schweiz wird nun die erste Nation sein, welche die Hauptverantwortung für eine «S-class»-Weltraummission gemeinsam mit dem ESA-Wissenschaftsprogramm übernimmt. Zum siegreichen Konsortium gehören neben der Universität Bern auch die Universität Genf sowie das «Swiss Space Center» der EPFL in Lausanne und die ETH Zürich.

Ausserdem sind jetzt schon fünf weitere europäische Nationen an der Mission beteiligt: Belgien, Grossbritannien, Italien, Österreich und Schweden. Kooperationen mit weiteren Ländern stehen noch offen.

«Dies ist eine gebührende Fortsetzung der über 40-jährigen Erfolgsgeschichte der Schweizer Forschenden und der Industrie an der Spitze der Weltraumforschung», sagt Astrophysiker Willy Benz vom «Center for Space and Habitability» (CSH) der Universität Bern. Er wird für die Schweiz die Federführung der «CHEOPS»-Mission wahrnehmen.

Entsprechend den Richtlinien sollen diese neuen Missionen innert vier Jahren nach Projektannahme realisiert werden. Bei grösseren und teureren Missionen sind 10 Jahre üblich.

Zudem dürfen die «S-class»-Missionen höchstens 150 Millionen Euro kosten, wobei die ESA maximal 50 Millionen Euro beisteuert. Das Schweizer Weltraumprojekt soll deutlich weniger kosten als 150 Millionen Euro.

Kleiner, ambitionierter Satellit

«CHEOPS» ist ein kleiner Satellit, der rund 200 Kilogramm wiegt und ein Teleskop von 30 Zentimeter Durchmesser und eineinhalb Meter Länge trägt. Er soll in eine erdnahe Umlaufbahn geschossen werden, wo er in 800 Kilometer Höhe über der Tag-Nacht-Grenze kreisen wird. Von dort aus wird er über dreieinhalb Jahre etwa 500 helle Sterne beobachten und ihre Planeten charakterisieren.

Den ersten Planeten in einem fremden Sonnensystem, einen sogenannten Exoplaneten, entdeckten die Astronomen Michel Mayor und Didier Queloz von der Universität Genf im Jahr 1995 um den Stern «51 Pegasi». Seither kamen immer kleinere und schwieriger zu entdeckende Planeten hinzu.

«CHEOPS» benutzt nun die sogenannte Transitmethode: Sie vermisst präzise den Durchmesser von ausgewählten Exoplaneten. Damit lässt sich zusammen mit der Masse des Himmelskörpers die Dichte des Planeten bestimmen. Diese Dichte wiederum verrät, ob der Planet aus Stein, Eis oder Gas besteht und wie seine Atmosphäre beschaffen ist.

Die «CHEOPS»-Mission gilt als Meilenstein auf dem Weg der Erforschung von Exoplaneten, wie die Universität Bern schreibt. Vielleicht kommen die Forscher damit dem Fernziel näher, eines Tages einen Planeten zu entdecken, der erdähnliche Eigenschaften hat und auf welchem Leben denkbar wäre.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Berner und Schweizer Planetenforschung kann einen Erfolg vermelden: Die Europäische Weltraumagentur ... mehr lesen
Der Beginn des Vollbetriebs ist derzeit für das Jahr 2018 geplant.
Wie die europäische Weltraumagentur ESA am Wochenende bekanntgab, war der Start von zwei weiteren Satelliten für das ... mehr lesen
Kampfjet fliegen und Space Adventures - Erreichen Sie Höhen bis 61km und Geschwindigkeiten bis 2500km/h!
MiGFlug & Adventure GmbH
Dorfstrasse 10
6404 Greppen / Luzern
Doppelt so lange Arbeitszeit auf dem Aussenposten als wie üblich.
Doppelt so lange Arbeitszeit auf dem Aussenposten als wie üblich.
Scott Kelly und Michail Kornijenko  Baikonur - Zur längsten Mission auf der Internationalen Raumstation sind zwei Raumfahrer am Samstagmorgen auf der ISS eingetroffen. Der Amerikaner Scott Kelly und der Russe Michail Kornijenko sollen ein ganzes Jahr auf dem Aussenposten der Menschheit arbeiten. 
Start zur längsten Mission im All Baikonur - Zwei Raumfahrer sind zur längsten Mission auf der Internationalen Raumstation ...
ISS- Raumfahrer auf der Erde gelandet Moskau - Nach mehr als fünf Monaten im All sind drei Besatzungsmitglieder von der ...
Unterzeichneten eine Absichtserklärung  Zürich - In der Schweiz sollen Firmen und Hochschulen, die an Weltraumtechnologien ...  
Ziel ist die Förderung von Weltraumtechnologien und die Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschulen.
Keine aussergewöhnliche Erwärmung auf dem Mars.
Löcher in der Polkappe natürlichen Ursprungs  Tucson - Eine Klimaerwärmung findet auf dem Mars trotz schmelzender Polkappen nicht statt. Zu ...  
WISSEN: OFT GELESEN
Titel Forum Teaser
Tim Reutemann ist Doktorand in Umweltpolitik und Umweltökonomie an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog «Nachhaltigkeit ist in unserer DNA!» Wirklich? Nachhaltigkeit ist heute für Unternehmen ein ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 5°C 6°C bedeckt, wenig Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen
Basel 5°C 7°C bedeckt, wenig Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
St.Gallen 7°C 9°C bedeckt, wenig Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen
Bern 7°C 12°C bedeckt, wenig Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Luzern 8°C 15°C bewölkt, wenig Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen
Genf 8°C 12°C bedeckt, wenig Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Lugano 9°C 17°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten