Schweizer Turner bei der EM nur Neunte
publiziert: Freitag, 26. Apr 2002 / 19:58 Uhr

Patras - Nach der sensationellen Silbermedaille der Junioren kehrte an den EM in Patras (Grie) wieder der Alltag ein: Das Nationalteam musste sich nach zwei Stürzen am Reck mit dem 9. Platz begnügen. Die überraschenden Rumänen lösten die Russen als Europameister ab.

Im Gegensatz zu den Junioren, die zwei Finalplätze im Mehrkampf und sechs an den Geräten erkämpften, konnte sich von den Schweizer Eliteturnern keiner für die Endkämpfe qualifizieren. Weil einem guten Teamresultat alles untergeordnet worden war, turnte niemand den kompletten Sechskampf. An den Geräten kam Roman Schweizer als Zwölfter im Pferdsprung am nächsten an einen Finalplatz.

Damit sind für das A-Team die Europameisterschaften bereits zu Ende. Die Aufmerksamkeit richtet sich wieder auf die Nachwuchsleute, die am Samstag sowohl im Mehrkampf als auch am Sonntag in den Gerätefinals mit weiteren Medaillen kokettieren.

Schärer turnte bewusstlos eine Doppelschraube

Zum Verhängnis wurde den Schweizern wie schon bei der WM in Gent (drei Stürze in fünf Übungen) das Reckturnen. Diesmal stürzten zwei von dreien, darunter der WM-Finalist und Medaillenanwärter Christoph Schärer. Der Berner erlitt bei seinem Sturz, bei dem er mit der Brust gegen die Reckstange prallte und sich vermutlich eine Rippenverletzung zuzog, einen Kollaps. Gleichwohl turnte er groggy weiter und zeigte -- ohne Bewusstsein -- beim Abgang sogar eine Doppelschraube!

"Ich habe keine Ahnung, was am Reck geschah", sagte Schärer hinterher. "Ich spürte einen Schmerz, und dann war ich weg. Mir fehlen zehn Minuten -- ich hatte eine völlige Scheibe". Mit bemerkenswertem Einsatz raffte sich Schärer nochmals auf, turnte eine halbe Stunde später auch noch am Pferdpauschen und trug so zum durchaus ansprechenden Ergebnis bei: "Ich machte das für das Team". Bei der Gratulation gab ihm Kollege Däppen einen Klaps in die Rippen, worauf Schärer gleich nochmals 'down' ging ... "Der Kollaps war durch den starken Schmerz ausgelöst worden", erklärte Teamarzt Dr. Rainer Bielinski. "Ans Reck hätte ich ihn aber kein zweites Mal mehr gelassen".

6. Rang wäre möglich gewesen

"Das Verbandsziel, einen 10. Platz, haben wir erreicht, aber unser persönliches Ziel, einen 6. bis 8. Rang, verpasst", zog Cheftrainer Peter Kotzurek Bilanz. "Die Stürze am Reck kosteten uns 1,4 Punkte". Ohne dieses Missgeschick hätten die Schweizer den 6. Rang erreicht und Italien (8.), Spanien (7.) und die Ukraine (6.) übertroffen. Auch so fehlten bis zu den Italienern, die gegenüber der EM 2000 in Bremen den grössten Sprung vom 13. Platz aus machten, nur 51 Tausendstelpunkte. Die Schweizer waren in Bremen Zehnte gewesen, 1998 in St. Petersburg Elfte. Der 9. Rang ist wohl das bisher beste EM-Ergebnis, aber auch die Ansprüche sind inzwischen gestiegen -- vor allem dank der Junioren.

Bemerkenswert ist, wie sich die Schweizer unter der Führung von Captain Roman Schweizer und Allrounder Dominik Däppen trotz des Malheurs am Reck, dem 2. Gerät, auffingen und stabil durchturnten. Da Däppen bei einem Wettkampf in Ploesti (Rum) vor zwei Wochen eine Gehirnerschütterung erlitt, hat er noch gewisse Probleme bei Rotationen und verzichtete deshalb auf den Mehrkampf -- und eine zusätzliche Drehung in der Paradedisziplin Pferdsprung. "Ich bin noch nicht ganz beschwerdefrei", meinte der Mehrkampfmeister, "aber ich werde die 2 1/2-Schraube bald wieder turnen". Beinahe hätte im Perdsprung Roman Schweizer (mit der Schweizer Höchstnote von 9,487) den Final erreicht. Ein leichter Seitschritt bei der Landung kostete ihm die mögliche Qualifikation.

Erster Teamtitel für Rumänien

Der EM-Titel ging erstmals an Rumänien, was nicht nur vom Klassement her als vielmehr wegen des Vorsprungs von über einem Punkt auf Russland erstaunte. An der EM vor zwei Jahren in Bremen hatten sie hinter den Russen Silber errungen, an Weltmeisterschaften waren sie jedoch nie über einen 6. Platz hinausgekommen. Sie konnten sich sogar einen Sturz von Doppelweltmeister Marian Dragulescu vom Reck leisten. Die Hauptstütze der Rumänen bildete der 24-jährige Dan Potra, der mit Abstand das höchste Mehrkampftotal (56,261 Punkte) erzielte.

(Richard Hegglin, Patras /sda)

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