Schweizer Ziel heisst Viertelfinal
publiziert: Freitag, 5. Mai 2006 / 16:10 Uhr

Für das Schweizer Nationalteam ist das Ziel für die am Wochenende beginnende Eishockey-WM in Riga (Lett) wie schon in den letzten Jahren die Viertelfinal-Qualifikation. Der Weg dorthin ist machbar, aber nicht ohne Gefahren.

Nach sechs Top-8-WM-Klassierungen in der über achtjährigen Aera Ralph Krueger und dem hervorragenden Abschneiden an den Olympischen Spielen in Turin (Rang 6) ist die Schweizer Marschrichtung klar. Die Viertelfinals, wie schon in den letzten drei Jahren, sind für Kruegers Team realistisch.

Erste zu meisternde Stolpersteine sind am Samstag respektive am Montag Italien und die Ukraine; gegen den personell geschwächten Olympiasieger Schweden ist man laut Papierform im letzten Gruppenspiel Aussenseiter. In der zweiten WM-Phase kämen die drei weiteren Schweizer Gegner ausschliesslich aus Osteuropa (Slowakei, Russland, Weissrussland und Kasachstan).

Wegweisendes Spiel gegen Italien

Die am 17. Mai beginnende K.o.-Phase ist weit entfernt, Gedanken daran mag man im Schweizer Lager noch nicht verschwenden. «Nur weil wir an Olympia Kanada und Tschechien geschlagen haben, heisst das lange nicht, dass wir besser sind als irgendwer», sagt Verteidiger Severin Blindenbacher. «Wenn wir nochmals so auftreten wie im letzten Testspiel gegen Lettland, verlieren wir gegen Italien. Diese Niederlage hat uns die Augen geöffnet.»

Der Partie gegen den mit fünf WM-Neulingen nach Lettland gereisten Aufsteiger aus dem südlichen Nachbarland kommt deshalb wegweisender Charakter zu. «Die Gefahr, den Gegner zu unterschätzen, besteht nicht», versichert Blindenbacher. Letztmals hatte sich die Schweiz in einem WM-Spiel gegen Italien 2001 in Hannover 8:1 durchgesetzt und damit das Turnier im 9. Rang beendet.

Unberechenbare Ukrainer

Mit der in die Jahre gekommenen Mannschaft aus der Ukraine misst sich die SEHV-Auswahl am Montag zum vierten Mal und erstmals an einer WM. Seit der Promotion 1998 sind die unberechenbaren Osteuropäer Bestandteil des WM-Turniers, auch wenn sie den Abstieg einige Male nur knapp verhindern konnten.

Gegen die Gelb-Blauen steht seit dem 2:5 an den Olympischen Spielen 2002, das die Schweiz nach defensiver Kapitulation und dem Verpassen der Finalrunde in die erste Krise unter Ralph Krueger gestürzt hatte, noch eine Rechnung offen.

Geschwächte Schweden

Schweden, am Mittwoch letzter Vorrundengegner, stoppte vor gut drei Monaten in Turin den Schweizer Olympia-Höhenflug im Viertelfinal (6:2). In Riga wird aber mehr als ein Dutzend der damals anwesenden NHL-Stars fehlen, unter ihnen Peter Forsberg, Mats Sundin, Markus Näslund oder die Sedin-Zwillinge.

Für die WM sind mit Niklas Kronwall, Johan Franzén, Mikael Samuelsson und Henrik Zetterberg von den Detroit Red Wings bislang nur vier Akteure aus Nordamerika gemeldet. Daneben erhielt Christian Berglund (Rapperswil-Jona Lakers) als einziger nicht in der Elitserien tätiger Spieler ein Aufgebot von Headcoach Bengt-Ake Gustafsson.

Ein Schweizer Sieg gegen das Tre-Kronor-Team wäre trotz dem unspektakulär klingenden Kader eine Überraschung, die Bilanz spricht eindeutig für Schweden. Unter Krueger resultierten in 17 Länderspielen ein Sieg (6:4 am 13. April 2000 in Zürich) und zwei Unentschieden.

Mit Streit und Aebischer

Nach der «smooth verlaufenen WM-Vorbereitung» (Zitat Krueger) mit nur einer Niederlage in sieben Partien kann das Schweizer Team dem Turnier in Riga aus einem weiteren Grund optimistisch entgegen schauen. Durch das Ausscheiden der Montreal Canadiens in den NHL-Playoffs stösst mit Mark Streit und David Aebischer Verstärkung zur eher defensiv orientierten Mannschaft.

«Das ist neues Werkzeug, macht die Gesamtaufgabe für uns aber nicht einfacher», formulierte Krueger den Wert der beiden Legionäre. Streit und Aebischer werden am frühen Freitagnachmittag in Lettland erwartet. Einem Einsatz im Startspiel gegen Italiens steht also nichts im Weg.

Heimreise für Manzato und Steiner

Das Nachrücken der beiden NHL-Cracks hat zur Folge, dass zwei Spieler Lettland noch vor Turnierstart verlassen mussten. Kruegers Wahl traf Goalie Daniel Manzato (Basel) und Stürmer Daniel Steiner (ZSC Lions), die noch gestern in die Schweiz zurückflogen.

Dafür hat der aus Florida eingetroffene Timo Helbling einen Platz im WM-Kader auf sicher, «wenn auch nicht garantiert im Stamm der sieben Verteidiger», so Krueger. Um den Posten des Nummer-1-Goalies streitet sich Aebischer mit Jonas Hiller und Marco Bührer.

Gruppeneinteilung:
Gruppe A: Tschechien (3), Finnland (7), Lettland (9), Slowenien (16).

Gruppe B: Schweden (2), Schweiz (8), Ukraine (11), Italien (19).

Gruppe C: Slowakei (4), Russland (5), Weissrussland (12), Kasachstan (15).

Gruppe D: Kanada (1), USA (6), Dänemark (14), Norwegen (18).

Spielplan der Vorrunde:
. Freitag, 5. Mai: USA - Norwegen (15.15 Uhr MESZ)). Finnland - Slowenien (16.15). Dänemark - Kanada (19.15). Lettland - Tschechien (20.15). -- Samstag, 6. Mai: Weissrussland - Slowakei (15.15 Uhr). Schweiz - Italien (15.15). Russland - Kasachstan (19.15). Ukraine - Schweden (19.15). -- Sonntag, 7. Mai: Tschechien - Slowenien (15.15 Uhr). USA - Dänemark (15.15). Finnland - Lettland (19.15). Kanada - Norwegen (19.15). -- Montag, 8. Mai: Russland - Weissrussland (15.15 Uhr). Schweiz - Ukraine (15.15). Slowakei - Kasachstan (19.15). Schweden - Italien (19.15). -- Dienstag, 9. Mai: Slowenien - Lettland (15.15 Uhr). Norwegen - Dänemark (15.15). Tschechien - Finnland (19.15). Kanada - USA (19.15). -- Mittwoch, 10. Mai: Slowakei - Russland (15.15 Uhr). Italien - Ukraine (15.15). Kasachstan - Weissrussland (19.15). Schweden - Schweiz (19.15).

Spielplan der Zwischenrunde:
Donnerstag, 11. Mai: C1 - B3 (15.15 Uhr). D1 - A3 (19.15). -- Freitag, 12. Mai: A4 - D4 (11.15 Uhr). B4 - C4 (11.15). A2 - D3 (15.15). B2 - C3 (15.15). A1 - D2 (19.15). B1 - C2 (19.15). -- Samstag, 13. Mai. C4 - A4 (15.15 Uhr). B4 - D4 (15.15). D2 - A3 (19.15). C2 - B3 (19.15). -- Sonntag, 14. Mai: D3 - A1 (15.15 Uhr). C1 - B2 (15.15). D1 - A2 (19.15). C3 - B1 (19.15). -- Montag, 15. Mai: A4 - B4 (15.15 Uhr). D4 - C4 (15.15). A1 - D1 (19.15). B1 - C1 (19.15). -- Dienstag, 16. Mai: A2 - D2 (15.15 Uhr). B2 - C2 (15.15). A3 - D3 (20.15). B3 - C3 (19.15).

Spielplan der Finalspiele:
Mittwoch, 17. Mai: 2 Viertelfinals (15.15/19.15 Uhr).

Donnerstag, 18. Mai: 2 Viertelfinals (15.15/19.15 Uhr).

Samstag, 20. Mai: Halbfinals (15.15/19.15 Uhr).

Sonntag, 21. Mai: Spiel um Platz 3 (15.15 Uhr) und Final (19.15 Uhr).

Modus:
- Vorrunde in vier Vierergruppen, 3 Teams pro Gruppe erreichen Zwischenrunde und nehmen Punkte aus Direktbegegnungen mit.

- Zwischenrunde in zwei Sechsergruppen, die Qualifizierten der Gruppen A und D bilden die Gruppe E, die Teams der Vorrundengruppen B und C die Gruppe F, vier Mannschaften pro Gruppe erreichen die Viertelfinals.

- Für die Vorrunde dürfen 3 Torhüter und 20 Feldspieler gemeldet werden, nach der Vorrunde dürfen zwei Spieler nachnominiert werden.

- Abstiegsrunde mit den vier Gruppenletzten der Vorrunde um die WM-Plätze 13 bis 16, zwei Teams steigen in die WM-B-Gruppe ab.

- Viertelfinals, Halbfinals und Spiel um Platz 3: Unentschiedene Partien nach 60 Minuten werden maximal um zehn Minuten verlängert (sudden death) und allenfalls im Penaltyschiessen entschieden. Die Overtime wird mit vier gegen vier Feldspieler absolviert.

- Final: Die Verlängerung dauert maximal 20 Minuten; wenn kein Tor fällt, entscheidet ein Penaltyschiessen.

(von Stefan Baumgartner, Riga/Si)

 
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