Schweizer als wichtigste Anwärter auf Gold
publiziert: Mittwoch, 22. Feb 2006 / 08:38 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 22. Feb 2006 / 09:18 Uhr

Im Alpin-Rennen der Snowboarder in Bardonecchia ist die Favoritenrolle der Schweizer indiskutabel. Die Stärke der Equipe entspräche sogar einem Medaillen-Triple.

Die vier Jahre seit dem Olympiasieg waren für Schoch eine gute Lebensschule.
Die vier Jahre seit dem Olympiasieg waren für Schoch eine gute Lebensschule.
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Unbestreitbar besitzt das Schweizer Team vier potenzielle Siegfahrer. Vor vier Jahren carvte Philipp Schoch praktisch ohne Ansage zum olympischen Triumph. Vor dem Start des Parallel-Riesenslaloms in den Dolomiten ist die Ausgangslage eine andere: Der Held von Salt Lake City demontierte sie Konkurrenz im letzten Winter im Weltcup regelrecht. Mit Ausnahme der WM in Kreischberg und in Whistler gewann der Zürcher Oberländer seit seiner Goldfahrt 2002 alle erheblichen Preise im alpinen Snowboard-Zirkus. Schoch mag seine Position als erster Goldanwärter erst gar nicht in den Hintergrund drängen: «Ich nehme diese Rolle an und will nichts wegschieben. Damit würde ich doch nur unnötig viel Energie verschwenden.» Für ihn bedeute die Wertschätzung eine Bestätigung seiner Stärke. «Deshalb stehe ich gerne zu meinem Leaderstatus.» Druck verspüre er nicht, bekräftigte Schoch. Drei der letzten vier Rennen im Weltcup hat er gewonnen, das Selbstvertrauen ist ohnehin kaum mehr zu überbieten.

Türen geöffnet

Der Olympiasieger bewegte sich in Bardonecchia gelöst durchs mediale Vorprogramm. Die Termine ausserhalb der Piste hat er schätzen gelernt und er tritt moderater auf als ehedem. «Für mich waren die vier Jahre seit dem Olympiasieg eine sehr gute Lebensschule. Die Zeit hat mich brutal gestärkt und mir einige Türen geöffnet. Ohne diesen Titel wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Vielleicht würde ich gar nicht mehr auf dem Snowboard stehen.» Die Goldmedaille versüsste ihm das Leben.

Auf den Geschmack gekommen sind auch die andern Schweizer. Der permanente Zeitvergleich im Training zahlte sich für Simon Schoch, Heinz Inniger und Gilles Jaquet mehrfach aus. Jeder muss bereits im eigenen Lager ausnahmslos angreifen, um den Status wahren zu können. In keiner anderen Equipe ist die interne Konkurrenz grösser. Der Vize-Weltmeister Urs Eiselin beispielsweise schaffte den Olympia-Cut nicht. Trotzdem waren im Vorfeld der Spiele keine Spannungen erkennbar; die «Geschlagenen» trainierten in Andermatt gar im Camp der Qualifizierten mit. Die Fahrer pflegen einen überaus freundschaftlichen Umgang.

Spitze der Weltrangliste

Allein der Blick auf die aktuelle Weltrangliste der FIS rechtfertigt die Gold-Prognose. Die ersten vier Plätze belegen der Reihe nach Simon Schoch, Philipp Schoch, Inniger und Jaquet. Ausser dem österreichischen Altmeister Sigi Grabner schaffte es kein Konkurrent, die auf Siege abonnierten Schweizer zu bezwingen. Christian Rufers Team erreichte 15 von bislang 21 möglichen Plätzen auf dem Podium. Im letzten Winter siegten die «Adoptivkinder» von Swiss-Ski in 24 von 28 Rennen. Das sind Zahlen, die an sich keine Fragen offen lassen.

Programmierbar sind olympische Erfolge gleichwohl nicht. Auf dem vergleichsweise flachen Hang in Bardonecchia lassen sich Fehler kaum korrigieren. Zudem wäre es gar nicht im Sinne der Schweizer, wenn die Piste so weich bliebe wie in den Trainings. Je nach Bedingungen ist der Kanteneinsatz zu dosieren -- gewiss nicht die erste Stärke der risikofreudigen Favoriten. An der «Schneematsch-WM» in Whistler erlebten vor allem die carvenden Schoch-Brüder ein Debakel.

«Wir befassen uns nicht mit Negativ-Szenarien», stellte Coach Rufer klar. Er mag weder über Materialfragen noch über die Beschaffenheit des Schnees sinnieren. Für ihn steht das Rennen im Zentrum und er weiss, dass «wir Sportgeschichte schreiben können. Wer als Favorit startet und erfolgreich ist, der besitzt grosses Format.» Den Weg ins Ziel wies er seinen Athleten nicht nur mit Worten; Rufer wird heute (Mittwoch) den Kurs setzen.

(von Sven Schoch, Bardonecchia/Si)

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