Schweizer an der EM: «Gut, aber nicht gut genug»
publiziert: Montag, 14. Aug 2006 / 00:01 Uhr

Mit dem Gewinn der Silbermedaille am Sonntag durch Viktor Röthlin im Marathon nach drei Pleiten am Samstag beendeten die Schweizer die EM in Göteborg. «Wir waren gut, aber nicht gut genug», so die Bilanz von Leistungssportchef Peter Haas.

Die Medaillenhoffnungen erfüllten sich durch den grossartigen Marathonlauf von Viktor Röthlin.
Die Medaillenhoffnungen erfüllten sich durch den grossartigen Marathonlauf von Viktor Röthlin.
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Der für ihn persönlich sehr enttäuschende 9. Rang von Alexander Martinez mit 16,80 im Dreisprung, der Sturz von Ivan Bitzi im Halbfinal über 110 m Hürden und das Ausscheiden der 4x100-m-Staffel um 2/100 in den Halbfinals markierten den «schwarzen Schweizer Samstag».

Am Sonntag erfüllten sich die Medaillenhoffnungen durch den grossartigen Marathonlauf von Viktor Röthlin. Wie von den EM 2002 in München kehrt die Schweizer Delegation mit einer Silbermedaille nach Hause.

Eine Medaille, insgesamt fünf bis sechs Finalplätze und möglichst viele Athleten aus der 18-köpfigen Delegation mit der Bestätigung ihrer Qualifikationsleistungen war das EM-Ziel des Schweizerischen Leichtathletik-Verbandes.

Daraus wurden «nur» ein Podestrang und zwei Finalplätze (erste acht) mit Christian Belz als 4. über 10 000 m und Stefan Müller als 7. im Speerwerfen sowie rund 50 Prozent «Bestätigungen». Verletzungen (u.a. Felix Loretz/Speer) und Krankheit (Andreas Kundert) spielten auch mit.

Leistung nicht in Frage stellen

Dass Teamchef Peter Haas trotzdem zufrieden ist, begründete er so: «Wir hatten neben der Medaille und den Finalplätzen drei Landesrekorde (zweimal Müller, einmal Martinez - die Red.), eine persönliche Bestleistung und vier Saisonbestleistungen. Das ergab eine gute Visitenkarte unseres Leistungsvermögens.

Der Samstag zeigte mit vielen Emotionen, dass es immer noch in den Händen der Athleten liegt, das Glück zu erzwingen. Ein 9. Platz kann auch ein guter Platz sein.»

SLV-Generalsekretär Hans Kappeler sagte zu diesem Thema: «Ich habe keinen Touristen im Schweizer Nationaldress entdeckt. Aber wir müssen noch besser arbeiten. Die Athleten sind teilweise noch nicht gut genug, damit sie auch mit Pech die nächste Runde erreichen.»

Kappeler und Haas wollen «so weiter arbeiten, wie wir begonnen haben» und nicht wieder alles in Frage stellen.

Fortschritte und Hoffnung

SLV-Präsident Hansruedi Müller und Kappeler möchten bei den nächsten EM 2010 für die Expedition nach Barcelona nicht mehr 120 000 Franken wie für Göteborg investieren, «sondern eine Viertelmillion».

Das hiesse: ein wesentlich grösseres Team und noch aufwändigeres Umfeld, das auf individuelle Bedürfnisse der Athleten eingehen kann.

Die Ausbeute von Göteborg (ohne den pausierenden André Bucher) ist praktisch identisch mit den EM 2002 in München. 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen hatte es zum ersten Mal in der Geschichte keinen Schweizer Halbfinalplatz in der Leichtathletik gegeben, und bei den WM 2005 in Helsinki nur deren zwei (Belz 14./10 000 m und Müller 15./Speer).

Auf Weltebene ist die Konkurrenz wesentlich stärker als in Europa - trotzdem zeigte Göteborg Fortschritte und Hoffnung für die Schweizer.

Schweizer in der Statistik:
2. Gesamtrang/54 Teilnehmer: Viktor Röthlin (Marathon) 2:11:50 (SB).
4./18: Christian Belz (10 000 m) 8:26:13.
7./24: Stefan Müller (Speer) Quali 80,43 (Schweizer Rekord), Final 80,87 (SR).
9./25: Alexander Martinez (Drei), Quali 17,13 (SR), Final 16,80.
9./16: 4x100-m-Staffel (Andreas Baumann, Marco Cribari, Marc Niederhäuser, Markus Lüthi), Halbfinal 39,59.
12./32: Simone Oberer (Siebenkampf) 6047 (SB).
14./34: Ivan Bitzi (110 m Hürden), Vorlauf 13,68 (SB), Halbfinal Sturz.
16./22: Christian Grossenbacher (400 m Hürden), Halbfinal 50,93.
17./44: Markus Lüthi (100 m), Vorlauf 10,51, Zwischenlauf 10,47 (SB).
17./28: Mirja Jenni (10 000 m) 32:27,66 (PB/SB).
22./32: Sylvie Dufour (Siebenkampf) 5727.
22./24: Felix Loretz (Speer) Quali 70,83.
23./33: Pierre Lavanchy (400 m), Vorlauf 46,71.
27./44: Andreas Baumann (100 m), Vorlauf 10,58, Zwischenlauf 10,65.
29./32: Martina Naef (400 m Hürden), Vorlauf 58,08.
32./41: Marc Schneeberger (200 m), Vorlauf 21,06, Forfait Zwischenlauf.
38./41: Marco Cribari (200 m), Vorlauf 21,16.

(von Peter A. Frei, Göteborg/Si)

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