Schweizer bei Blackwater - Verfahren eingestellt
publiziert: Montag, 7. Jul 2008 / 20:06 Uhr

Bern - Ein Schweizer, der mehrere Monate als Söldner bei der amerikanischen Sicherheitsfirma Blackwater im Irak im Einsatz war, kommt ohne Prozess davon. Die Militärjustiz hat das Verfahren eingestellt.

Die umstrittene US-Sicherheitsfirma Blackwater im Irak im Einsatz. (Archivbild)
Die umstrittene US-Sicherheitsfirma Blackwater im Irak im Einsatz. (Archivbild)
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Die Militärjustiz habe keinen Nachweis erbringen können, dass Blackwater eine Organisation ist, die einer fremden Streitmacht untersteht oder ihr angegliedert ist, bestätigte Militärjustiz-Sprecherin Silvia Schenker Informationen der Zeitung .ch.

Der Nachweis konnte nicht erbracht werden, weil die Ermittlungen unter anderem im Krisengebiet Irak hätten durchgeführt werden müssen. Dies könne die Schweizer Militärjustiz nicht, sagte Schenker.

Als Folge davon habe der Auditor des Militärgerichts 6 im Juni 2008 entschieden, keine Anklage zu erheben.

Der Mann stand von September 2005 bis Januar 2006 für Blackwater im Einsatz. Weil er sich im Frühjahr 2006 für die französische Fremdenlegion bewarb, verurteilte ihn die Militärjustiz laut Schenker jedoch zu einer Busse von 1000 Franken.

Söldnerdienst kein Straftatbestand

Söldnerdienst bei einer privaten Sicherheitsfirma sei nicht per se kein Straftatbestand, sagte Schenker. Dies müsse in jedem Fall einzeln abgeklärt werden. Das Militärstrafgericht verbietet Schweizern, in fremden Militärdienst einzutreten.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch einen Fernsehbericht. Ein Reporterteam begleitete den Mann mit dem Pseudonym «Mike» nach Frankreich, wo er bei der Fremdenlegion anheuern wollte. Dabei erzählte er, dass er vorher für Blackwater im Irak gedient habe.

(li/sda)

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