Schweiz wird zu Wohlfühlgesellschaft
Schweizer beschäftigen sich verstärkt mit eigenem Wohlbefinden
publiziert: Donnerstag, 28. Jun 2012 / 17:14 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 28. Jun 2012 / 17:36 Uhr
Menschen gehen in der Freizeit wieder vermehrt «einfachen» Vergnügen, wie Wandern in der Natur, nach.
Menschen gehen in der Freizeit wieder vermehrt «einfachen» Vergnügen, wie Wandern in der Natur, nach.

Bern - Die Schweizer Bevölkerung ist immer stärker mit dem eigenen Wohlbefinden beschäftigt, da der Wohlstand gesichert scheint. Statt grenzenlosem Konsum steht das eigene Wohlgefühl im Zentrum.

3 Meldungen im Zusammenhang
Dies hat die jüngste Studie «Psychologisches Klima der Schweiz» des Markt- und Sozialforschungsinstitut DemoSCOPE ergeben, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Der Trend weg von hemmungslosem Konsum, Erfolgsdruck und Genusssucht hin zu mehr Gelassenheit, Bescheidenheit, bewusstem Konsum und der Suche nach körperlichem und geistigem Wohl begann demnach 2007 mit dem Beginn der Finanzkrise.

Weitere Gründe für den Wertewandel seien der Klimawandel, die Atomkatastrophe von Fukushima oder die gefühlte Migrationsproblematik, auch wenn der Anteil Ausländer in der Schweiz gemessen an der Wohnbevölkerung nicht gestiegen sei, sagte Lilian Demarmels, die die Studie mitverfasst hat.

Der Trend hin zur Wohlfühlgesellschaft hat sich in den vergangenen zwölf Monaten verstärkt. So gehen die Menschen in der Freizeit wieder vermehrt «einfachen» Vergnügen - wie Wandern in der Natur - nach. Auch Betätigungen, für die man Zeit brauche, wie Nähen oder Stricken, seien im Trend.

«Swiss» und Bio

Angesichts von Wirtschaftskrise und Globalisierung orientieren sich Schweizerinnen und Schweizer zudem wieder stärker an der eigenen Gruppe - «Swissness», Tradition und die Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln stünden vermehrt im Vordergrund.

Damit wollten die Menschen sich stärker von anderen Gruppen abgrenzen und ihre eigene Identität stärken, sich aber nicht einen Feind erschaffen, sagte Demarmels.

Beim Konsum wiederum gelte: Wenn nicht grün oder Bio, dann wenigstens «made in Switzerland». Auf den Preis schauten die Konsumenten aber weiter. Diese Trends habe die Werbewirtschaft längst aufgenommen und verstärkt.

Insgesamt sei die Wohnbevölkerung in der Schweiz in den vergangenen Jahren zudem konservativer geworden, stellten die Trendforscher fest. Welche Auswirkungen der Wertewandel auf Wahlen oder Abstimmungen haben wird, lasse sich noch nicht sagen, sagte Demarmels.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Wo muss jemand im Jahr 2013 geboren werden, der im Jahr 2030 ein Leben in Wohlstand, Sicherheit und bei guter ... mehr lesen
Die Rangliste, die aussagt, in welchem Land ein Mensch, bezüglich Wohlstand, Sicherheit und Gesundheit, das Licht der Welt erblicken sollte, wird von der Schweiz angeführt.
Bern ist der erste Kanton, der einen konkreten Index zum Wohlstand präsentiert.
Bern - Für die bernische Volkswirtschaftsdirektion ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) zwar ein wichtiger Indikator, aber zu wenig ... mehr lesen
Hinwil ZH/Wildhaus SG - Führende Politiker und Politikerinnen haben sich bereits vor ... mehr lesen
Bundesrat Johann Schneider-Ammann: Alle Schweizer müssen an einem Strick ziehen.
Erfahren Sie, was Ihre Kunden und Mitarbeiter wirklich bewegt
ValueQuest GmbH
Schönenbergstrasse 12
8820 Wädenswil
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 16
2015 arbeiteten 6031 Produzenten nach den Richtlinien von Bio Suisse.
2015 arbeiteten 6031 Produzenten nach den Richtlinien von Bio Suisse.
Grossverteiler profitieren  Bern - Bioprodukte sind in der Schweiz gefragt - im letzten Jahr ist sowohl die Zahl der Biobetriebe als auch der Biokonsumenten gestiegen. Besonders begehrt sind Eier und frisches Brot. Profitieren vom Trend konnten laut Bio Suisse vor allem die Grossverteiler. 
Foodietouren und Bootsausflüge  Hongkong - Hongkong ist immer eine Reise wert. Die ehemalige ...  
Aus dem Ausland kommt kaum jemand in die Schweiz für Treibstoff. (Archivbild)
Trendumkehr  Zürich - Der Einkaufstourismus bei Treibstoffen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Während früher viele Ausländer in der Schweiz ...  
Schweiz importiert mehr Erfrischungsgetränken Zürich - Inländische Getränke sind in der Schweiz unter Druck: Die Einfuhren an Erfrischungsgetränken sind ...
Die Einfuhren an Mineralwasser machen rund 41 Prozent der gesamten Verkäufe aus.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... ist ja noch nicht so lange her, als dass einem das alternde aber gut ... Fr, 27.05.16 21:37
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 16°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 16°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
St. Gallen 13°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 15°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 16°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 16°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Lugano 18°C 27°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten