Schweizer für Frauenmehrheit im Bundesrat
publiziert: Sonntag, 18. Jul 2010 / 12:34 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 18. Jul 2010 / 18:29 Uhr
Für die Nachfolge von Moritz Leuenberger sind überwiegend Frauen im Gespräch. (Archivbild)
Für die Nachfolge von Moritz Leuenberger sind überwiegend Frauen im Gespräch. (Archivbild)

Bern - Die Schweizerinnen und Schweizer würden eine Frauenmehrheit im Bundesrat begrüssen. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der «SonntagsZeitung».

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Dreiviertel der Befragten begrüssen eine Mehrheit von vier oder mehr Frauen im Bundesrat, wie die Umfrage des Instituts Isopublic zeigt. 83 Prozent der Befragten halten das Geschlecht für bedeutungslos - 9 Prozent glauben, Männer würden besser regieren, und 8 Prozent schreiben den Frauen bessere Regierungsfähigkeiten zu.

Befragt nach der Stimmung in der Bevölkerung jedoch, schätzt knapp die Hälfte, dass die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ein Problem mit einer Frauendominanz in der Regierung hätte.

150 Jahre Männerdominanz

Dabei wäre es wünschenswert, dass «das Thema Geschlecht nicht mehr thematisiert wird», schrieb alt Bundesrätin Elisabeth Kopp in einem Essay in der «NZZ am Sonntag». Dies «muss der nächste Schritt sein».

«Heute gibt eine mögliche Frauenmehrheit im Bundesrat Anlass für Diskussionen. Warum eigentlich?», fragt die 73-jährige ehemalige Justizministerin. Sie war von 1984 bis 1989 die erste Frau im Bundesrat.

«Warum sollen sich Männer daran stören, wenn möglicherweise bald fünf Frauen im Bundesrat Einsitz nehmen? Während fast 150 Jahren bestand der Bundesrat fast ausschliesslich aus Männern.»

Die ehemalige FDP-Justizministerin mischt sich damit in die Diskussion ein, die mit dem überraschenden Rücktritt von SP-Bundesrat Moritz Leuenberger an Dynamik gewonnen hat.

In die Schweizer Regierung gehörten Frauen und Männer. Welches Geschlecht die Mehrheit habe, sei unerheblich. Entscheidend sei die Eignung für das Amt.

Vorübergehend im Frauenhand

Ganz in Frauenhand war das Bundeshaus schon mal am Freitag und Samstag als sich dort Parlamentspräsidentinnen aus der ganzen Welt trafen. Ständeratspräsidentin Erika Forster (FDP/SG) stellte fest, dass Parlamentarierinnen nach wie vor weltweit gegen Stereotypen kämpften.

Frauen und Männer würden unterschiedliche Rollen, Interessen und Verhaltensmuster zugeschrieben. Dies schränke die persönliche, berufliche und soziale Entwicklung ein. Forster hatte zusammen mit Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer (SP/AG) 24 Parlamentspräsidentinnen eingeladen.

(fest/sda)

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Lieber "JamesBond", wenn Sie meine Zeilen sorgfältig lesen, dann muss Ihnen auffallen, dass es für mich nicht wichtig ist, ob Frau oder Mann uns regiert. Die Person muss aber der Aufgabe gewachsen, kompetent und führungsstark sein. Das Geschlecht und das Parteibuch dürfen keine Rolle spielen. Am Geeignetsten sind Kapazitäten, die keiner Partei angehören und somit auch keiner Partei zu Dank sowie keiner Ideologie verpflichtet sind. Aber das ist (und bleibt) Wunschdenken.
Rosa und himmelblau...
Eigentlich sollten wir stolz darauf sein, dass wir nun schon so viele gute Frauen als Bundesrätin hatten/haben. Die arme Ruth Metzler tut mir jetzt noch leid...übrigens. Damals hätte man Deiss fallen lassen sollen, bzw. Blocher erst gar nicht erlauben gewählt zu werden.

Warum es so ein Aufruhr ist, eine Frauenmehrheit zu haben im BR verstehe ich nicht. Irgendwann muss es ja mal passieren.
Nur die Kompetenz zählt
Ist es wirklich entscheidend, welches Geschlecht uns mehrheitlich "regiert"? Genauso wenig wie das Parteibuch entscheidend sein sollte. Kompetenz ist gefragt, unabhängig vom Parteibuch und vom Geschlecht.
Umfragen
sind genauso gut oder schlecht wie der Auftrag und das Umfrageinstitut.

500 Personen finde ich auch eine etwas zu dürftige Grundlage. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn die Umfrage von GFS durchgeführt worden wäre.
Ich denke, dass es nicht unbedingt eine Mehrheit von Frauen ...
... im Bundesrat bedarf - schon darum nicht, wenn die gegenwärtige Situation betrachtet wird, wo die BÜRGERLICHEN Bundesräte und -rätin das zelebrieren, was die Führungsleute in der profanen ... Wirtschaft AUCH profimässig bei unzähligen Gelegenheiten mit Gleichgestellten oder Untergebenen tun - nämlich schändlichste Mobbingvarianten pflegen, was die Fantasie nur so hergibt ... !

VIELLEICHT sollte man eher darüber nachdenken, dass der Gesamtbundesrat erst dann wirklich erwartungsgemäss funktionieren kann, wenn Leute dort einsitzen, über die sich vorhandene ethische, menschliche und hohe soziale Kompetenzen nachweisen lassen oder bereits allgemein anerkannt sind - was sich über etliche Bundesräte, auch aus der jüngsten Vergangenheit, leider gar nicht sagen liesse ...! Sie wurden aber trotzdem in den Bundesrat gewählt ...

Anhang:
Soziale Kompetenz, häufig auch Soft Skills (oder fälschlich Softskill bzw. Soft Skill) genannt, bezeichnet den Komplex all der persönlichen Fähigkeiten und Einstellungen, die dazu beitragen, individuelle Handlungsziele mit den Einstellungen und Werten einer Gruppe zu verknüpfen und in diesem Sinne auch das Verhalten und die Einstellungen von Mitmenschen zu beeinflussen. Soziale Kompetenz bezeichnet somit die Gesamtheit der Fertigkeiten, die für die soziale Interaktion nützlich oder notwendig sind. (Auszug aus Wikipedia - Ergänzungen sind im Netz auffindbar!)
lachhaft,
dass 500 befragte Personen die Meinung der gesamten Stimmberechtigten repräsentieren sollen ...
.
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