Schweizer haben keine Angst mehr vor dem Handy
publiziert: Montag, 11. Jun 2007 / 14:44 Uhr / aktualisiert: Montag, 11. Jun 2007 / 18:14 Uhr

Bern - Die Mobilfunktechnologie findet heute in der Schweiz eine praktisch flächendeckende Akzeptanz. Auch wer gesundheitliche Risiken fürchtet, verzichtet nicht auf das Handy. Und: Schweizer Kinder erhalten im Schnitt mit 13,5 Jahren ihr eigenes Handy.

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Satte 86 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer über 16 Jahre besitzen eines oder mehrere Handys. Das Mobiltelefon habe sich im Vergleich mit anderen Technologien mit einer unheimlichen Rasanz durchgesetzt, sagte Claude Longchamp vom Forschungsinstitut gfs.bern vor den Medien in Bern.

Sein Institut hat im Auftrag der grossen Mobilfunkanbieter eine Umfrage durchgeführt. Fazit: Die Mobilfunktechnologie wird heute in der Schweiz fast durchwegs genutzt - und auch akzeptiert. «Die Diskussion um die Gesundheit verliert an Wirksamkeit», sagte Longchamp. «Sie verliert aber vor allem an Glaubwürdigkeit.»

Die Befragten gehen zwar immer noch mehrheitlich, aber doch weniger davon aus, dass die Mobilfunktechnologie gesundheitliche Risiken birgt: 55 Prozent gegenüber 66 Prozent im Jahr 2004. Auch die mobilfunkkritischste Gruppe ist gemäss der Studie mittlerweile von der Unverzichtbarkeit der Mobilfunktechnologie überzeugt.

Pornografie und Gewalt keine Gründe gegen Kinderhandy

Handys für Kinder unter 16 Jahren gelten nur für 36 Prozent der Befragten als sinnvoll. Dem steht aber die Tatsache gegenüber, dass ein Kind in der Schweiz heutzutage mit dreizehneinhalb Jahren sein eigenes Handy bekommt und dadurch für die Eltern besser erreichbar ist.

Wie bei der Gesundheit überwiegt auch hier der erlebte Nutzen eines Kinderhandys über die breitgestreuten Ängste rund um Sucht, Verschuldung, Pornografie und Gewalt. Urs Bieri vom gfs.bern, der die Umfrage leitete, brachte es auf den Punkt: «Pornografie und Gewalt scheinen keine Gründe gegen ein Kinderhandy zu sein.»

Bei der Gruppe der Wenig- oder Nichtnutzer finden sich weniger die bewusst handykritischen Kreise. Diese finden sich eher bei den über 65-Jährigen, Erwerbslosen oder Personen mit tiefem Einkommen.

(smw/sda)

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