Unterhaltung verdrängt Information in den Medien
Schweizer konsumieren mehr Softnews
publiziert: Donnerstag, 6. Okt 2011 / 13:16 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 6. Okt 2011 / 13:49 Uhr
Die Schweizer Medien bieten immer weniger gehaltvolle Inhalte an.
Die Schweizer Medien bieten immer weniger gehaltvolle Inhalte an.

Bern - In den Schweizer Medien verdrängt die Unterhaltung die Information immer stärker. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Wissenschaftlern um den Zürcher Soziologen Kurt Imhof. Katastrophen, Fussball und Affären hätten 2010 die Topagenda bestimmt.

3 Meldungen im Zusammenhang
Das Jahrbuch 2011 «Qualität der Medien - Schweiz, Suisse, Svizzera» ist das zweite seiner Art. Bereits die erste Ausgabe hatte vor gut einem Jahr für Aufregung gesorgt. Ihr Fazit: Onlineportale und Gratisblätter zerstören die Qualität der Schweizer Medien.

Nun legt Imhof nach. Informationsmedien werden immer weniger genutzt, lautet der Hauptbefund des zweiten Jahrbuchs, das am Donnerstag in Bern vorgestellt wurde. Einerseits würden die Informationsmedien von Presse, Radio und TV die Bevölkerung immer weniger erreichen - anderseits publizierten sie immer mehr sogenannte Soft- und weniger Hardnews.

Sport- und Human-Interest-Geschichten verdrängen also sachliche Berichte über Angelegenheiten von politischer, wirtschaftlicher oder sozialer Relevanz. «Die Unterhaltungsfunktion der untersuchten Medien gewinnt, die Informationsfunktion verliert an Bedeutung», heisst es in der Mitteilung zur Studie.

Ein besonders schlechtes Zeugnis stellen die Forscher erneut den Gratis- und den Boulevardmedien aus. Diese würden die Ereignisse am wenigsten einordnen, und der Gehalt an Softnews sei überdurchschnittlich hoch.

Katastrophen, Sport und Affären

Kritisiert wird im Medienjahrbuch auch die Themenagenda im Jahr 2010. Die Fussball-WM in Südafrika habe es auf Rang eins der Agenda geschafft, noch vor den Bundesratswahlen, der Libyen- und der UBS-Steueraffäre. Die Forscher schreiben von einer «intensiven Berichterstattung über Katastrophen, weitere Sportanlässe und Affären». Diese Ereignisse mit Softnewscharakter hätten die Medienagenda zu mehr als einem Drittel bestimmt.

Eine nachhaltige Kulturberichterstattung hingegen habe nicht stattgefunden. Und mit Ausnahme des Nahostkonflikts und des EU-Stabilitätspakts hätten es auch keine internationalen Politik- und Wirtschaftsthemen in die Topagenda geschafft.

Das Jahrbuch «Qualität der Medien - Schweiz, Suisse, Svizzera» wird herausgegeben vom fög, dem Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich. Es soll fortan jährlich erscheinen. Für die aktuelle Ausgabe haben die Wissenschaftler 142 Medientitel untersucht, die in ihrer Sprachregion eine Abdeckung von mindestens 0,5 Prozent erreichen.

(bert/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die meisten Parteien sind unzufrieden mit den Schweizer Medien und ihrer ... mehr lesen 3
Die Presselandschaft der Schweiz steht in der Kritik.
Teletext
Die ist nur schon beim Teletext so.

Roger Federer gewonnen/verloren beansprucht drei Zeilen.

Griechenland vor dem Bankrott hat dann halt keinen Platz mehr auf der Seite 100.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Schritt für Schritt die besten Angebote erhalten.
Schritt für Schritt die besten Angebote ...
Publinews Heutzutage ist es nicht sonderlich leicht, die Reinigung vom Fach machen zu lassen. Hinzu kommt, dass man gerade mit einer eigenen Firma oder aber auch einem einfachen Bürokomplex kann man sich an einen Fachmann wenden, der einiges zu bieten hat. mehr lesen  
Publinews    Wenn man von optimaler Begleitung von Schulkindern spricht, denken wohl die wenigsten Menschen an einen Schulthek. Der Inbegriff der Begleitung liegt immer noch im Mutter- oder Vaterbegriff begraben. mehr lesen  
Trends für 2019  Geht es um Trends der digitalen Devisen für 2019, rangiert der Bitcoin ganz vorn. Auch Ethereum, Bitcoin Cash und Ripple stehen hoch ... mehr lesen
Hohes Verlustrisiko aufgrund der hohen Volatilität.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen   3
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 3°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Basel 3°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
St. Gallen 2°C 6°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Bern 2°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Luzern 3°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Genf 3°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 5°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten