Schweizer warfen Medaille ins Wasser
publiziert: Dienstag, 24. Aug 2004 / 23:20 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 24. Aug 2004 / 23:54 Uhr

Sie war bis kurz vor Schluss nahe an der Sensation, am Ende hat es doch nicht ganz gereicht: Die Schweizer Equipe belegte im Teamspringen Platz 5 und schrammte hauchdünn an einer Medaille vorbei. Gold ging zum dritten Mal in Folge an Deutschland.

Markus Fuchs blieb weit unter den Erwartungen.
Markus Fuchs blieb weit unter den Erwartungen.
Ausgerechnet Markus Fuchs liess den Traum vom Podestrang platzen. Der Routinier versah sich auf Tinka´s Boy als Schlussreiter dreimal. Wäre der Routinier fehlerfrei geblieben, wäre den Schweizern die Silbermedaille sicher gewesen.

So aber blieb nur der 5. Rang als Lohn für eine Leistung, die dieser Equipe niemand zugetraut hatte. Zu jung und zu unerfahren schienen Christina Liebherr, Fabio Crotta und Steve Guerdat, um sich ie schwierigen Aufgaben, die der Parcours in einem olympischen Teamspringen mit sich bringt, erfolgreich meistern zu können.

Für das zweite Rendez-vous mit der absoluten Weltklasse in diesem Jahr nach jenem beim CSIO in Luzern hatte die Teamleitung die Qualifikation für den zweiten Umgang und ein Diplom als moderate Vorgaben herausgegeben. Aus diesem Blickwinkel stellt selbst dieser 5. Platz einen grossen Erfolg dar.

Wer aber wie gestern Nacht dieses Quartett an einer Medaille geschnuppert hat, gibt sich verständlicherweise mit einem Diplom nicht zufrieden. Dass ausgerechnet Fuchs, der unbestrittene Teamleader am Anfang des unerfüllten Happy-Ends stand, macht das harte Verdikt noch bitterer.

Vier Fehler am Wassergraben

Für die viel versprechende Ausgangslage im ersten olympischen Springreiter-Finale unter Flutlicht hatten seine drei jungen Mitstreiter gesorgt. Steve Guerdat, der auf Olympic im ersten Umgang viel zu forsch und unüberlegt zu Werke gegangen und dafür mit fünf Abwürfen bestraft worden war, vermochte sich in der Reprise auf fantastische Art zu steigern und liess nur noch zwei Punkte wegen Zeitüberschreitung zu.

Christina Liebherr, die auf No Mercy am Morgen mit einem souveränen Auftritt fehlerlos geblieben war, versah sich zweimal, hätte also das Streichresultat abgeliefert. Fabio Crotta schliesslich liess auf Mme Pompadour den zwei Fehlern im ersten Umgang am Abend einen einzigen folgen.

Als nahezu unüberwindbar erwies sich für die Schweizer der Wassergraben. Markus Fuchs versah sich dort gleich zweimal, Liebherr und Crotta je einmal. Fuchs war das Wasser schon einmal zum Verhängnis geworden. Vor zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft in Jerez (Sp) war Tinka´s Boy im Nationenpreis und im Grand Prix insgesamt dreimal nass geworden.

In der Einzelwertung sind alle vier Schweizer unter den ersten 45 zu finden, die zum ersten Umgang des Einzelfinals vom Freitag zugelassen sind. Weil aber nur drei Reiter pro Nation starten dürfen, wird der am schlechtesten klassierte Steve Guerdat über die Klinge springen müssen.

Mit dem dritten Olympiagold in Folge lieferte Deutschland einmal mehr den Beweis für sein fast unerschöpfliches Reservoir an Weltklasse-Reitern. Der nunmehr fünffache Olympiasieger Ludger Beerbaum mit Goldfever, Europameister Christian Ahlmann mit Cöster, Marco Kutscher mit Montender und Otto Becker auf Cento liessen jedenfalls in keiner Phase Gedanken an die Absenz des Weltranglisten-Ersten Marcus Ehning oder der Weltcup-Zweiten Meredith Michaels Beerbaum aufkommen. Die USA gewannen kurz nach Mitternacht Ortszeit das Stechen um die Silbermedaille gegen Schweden.

Franzosen die grossen Pechvögel

Von jeglichem Glück verlassen war Team-Weltmeister Frankreich. Für Weltcupsieger Bruno Broucqsault war der Nationenpreis schon nach dem dritten Hindernis zu Ende, der WM-Zweite Eric Navet und mit ihm das Team mussten für den zweiten Umgang Forfait erklären.

Broucqsaults Pferd Dilème de Cèphe war nach dem Sprung über den Ochser bei der Landung mit dem rechten Vorderbein eingeknickt, vermochte sich nur noch humpelnd zu bewegen und musste mit dem Transporter abgeführt werden.

Die erste Diagnose war niederschmetternd, bestätigte sich bei einem genaueren Untersuch aber nicht: Der Wallach hatte sich die Sehne nicht gerissen, sondern lediglich gezerrt. Navet konnte seinen Hengst Dollar du Murier, mit dem er vor zwei Jahren in Jerez (Sp) zur Weltmeister-Equipe gehört hatte, wegen Rückenproblemen nicht mehr einsetzen.

Frankreichs Team hatte sich als zehnte und letzte Equipe die Teilnahme am zweiten Durchgang gesichert. Mit 16 Punkten Rückstand auf die Medaillenränge wären die Chancen auf einen Podestplatz ohnehin nur noch theoretischer Natur gewesen.

(rr/Si)

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