Schweizer wollen nicht nur Statisten sein
publiziert: Donnerstag, 9. Nov 2006 / 08:00 Uhr

In Levi im hohen Norden Finnlands beginnt die Weltcup-Saison 2006/07 in der schwächsten Swiss-Ski-Disziplin.

Von Silvan Zurbriggen wird ein Exploit erwartet.
Von Silvan Zurbriggen wird ein Exploit erwartet.
Die sechs Schweizer und drei Schweizerinnen wollen in den beiden Slaloms am Wochenende trotzdem mehr als nur Statisten sein.

«Obwohl die Ausgangslage ungünstig scheint, haben wir die gleichen Ambitionen wie in Sölden», sagt Männer-Chef Martin Rufener selbstbewusst. Im österreichischen Ötztal mussten Ende Oktober die zwei vorgesehenen Riesenslaloms wegen Schneemangels abgesagt werden.

Anstatt auf dem höchsten Punkt (Rettenbach-Gletscher, 3050 m.ü.M.) erfolgt nun der Weltcup-Auftakt im nördlichsten Ort. Levi liegt ennet dem Polarkreis fast auf dem 70 Breitengrad. Die Frauen bestritten dort schon 2004 und 2005 je zwei Slaloms, für die Männer ists die Premiere.

Das Handicap hoher Startnummern

Das Problem des Schweizer Männer- wie des Frauen-Teams sind die hohen Startnummern. Bester im Ranking ist Daniel Albrecht als Nummer 27. Silvan Zurbriggen, in St. Moritz 2003 noch WM-Zweiter, und Marc Berthod nehmen die Positionen 31 und 34 ein.

Gleichwohl setzt sich Rufener hohe Ziele: «Zwei in den ersten 15 erwartet ich schon». Immerhin hat Zurbriggen an diesem Hang im November 2002 schon mal ein Europacuprennen gewonnen (vor Leuten wie Palander und Svindal).

Berthod befindet sich nach einem Materialwechsel (von Nordica zu Atomic) in ausgezeichneter Form, Albrecht (mit dem gleichen Wechsel) tut sich dagegen mit der Abstimmung offenbar noch schwerer. Marc Gini gehört im Training wie meistens zu den Schnellsten.

Akzente erwartet

Sandro Viletta und Jan Seiler ergänzen das Team. Viletta bestreitet sein erstes Weltcuprennen, Seiler sein zweites. Zurbriggen, der steigende Tendenz aufweist, ist mit 25 Jahren der älteste Slalomfahrer. Auch er wechselte das Material (von Fischer zu Rossignol) und auch die Trainingsgruppe (vom Slalom- in das Kombi-Team von Patrice Morisod).

Von den andern ist keiner älter als 23. Gleichwohl wird von den ehemaligen Junioren-Weltmeistern Berthod und Albrecht erwartet, dass sie in diesem Winter Akzente setzen.

Jan Seiler, der in der internen Qualifikation den höher eingestuften Carlo Janka (und auch Didier Plaschy) besiegte, war vor anderthalb Jahren aus den Swiss-Ski-Kader gekippt worden und kämpfte sich über den Regionalverband zurück.

Das langjährige Nationalmannschaftsmitglied Urs Imboden, das neu für Moldavien gemeldet ist, kann in Levi noch nicht starten, weil die FIS erst am 15./16. November über dessen geplanten Wechsel befinden wird.

Rabea Grand als neue Leaderin?

Bei den Frauen sieht die Situation bezüglich Startnummern noch trister aus. Weil Aita Camastral immer noch unter Rückenproblemen leidet, startet keine mit einer Nummer unter 50. Weder Rabea Grand, Sandra Gini noch Jessica Pünchera haben in einem Weltcup-Slalom jemals einen Punkt erobert.

«Deshalb sollte man nicht nach einem Rennen schon alles schlechtmachen», sagt Fritz Züger. «Jede Qualifikation für einen 2. Lauf ist für uns ein Erfolg». Über drei Startplätze verfügen die Schweizerinnen nur dank den zurückgetretenen Sonja Nef und Marlies Oester.

Rabea Grand deutete im letzten Winter an, welches Potential in ihr schlummert. Sie holte über den Europacup einen Weltcup-Fixplatz in der Abfahrt, konzentriert sich aber in erster Linie auf die technischen Disziplinen. Beim letzten Slalom in Levi im März 2006 erzielte sie als 23. ihr bestes Weltcup-Resultat, doch fiel dieses wegen zu grossen Rückstands aus der Wertung.

Immerhin zeigte sie zweimal, wie man mit 50er-Nummern in die Top 30 hinein fährt. Auch Sandra Gini, die im Training mit konstant guten Fahrten überzeugte, ist eine Qualifikation zuzutrauen. Das erwartet auch der neue Frauen-Chef Hugues Ansermoz, der gleich den Tarif durchgibt: «Diese drei und Aita Camastral werden zwar auch Europacup- und CanAm-Rennen bestreiten, aber gemessen werden sie an den Ergebnissen im Weltcup».

Ohne Kostelic - wieder mit Palander

Den Kampf um den Sieg werden in Levi wohl weitgehend die gleichen Fahrer und Fahrerinnen wie im letzten Winter unter sich ausmachen. Die grosse Abwesende ist Weltcup-Gesamtsiegerin Janica Kostelic, die voraussichtlich den ganzen Winter pausiert.

Im Zentrum stehen in Levi natürlich Kalle Palander und Tanja Poutiainen, Finnlands erste alpinen Weltcupsieger.

Poutiainen, mit dem Schweizer Trainer Michael Bont, errang ihren ersten Sieg ausgerechnet bei der Weltcup-Premiere in Levi vor zwei Jahren. Palander kehrt nach einem Kreuzbandriss, den er beim Weltcup-Finale in Are erlitten hat, rechtzeitig wieder zurück und bestreitet erstmals ein Weltcuprennen in seiner Heimat.

Das Programm von Levi
Samstag, 11. November: Slalom Frauen (Start 10.00/13.00 MEZ). -- Sonntag, 12. November: Slalom Männer (10.00/13.00).

Die nächsten Rennen finden am 25./26. November in Aspen/USA (Frauen mit Riesenslalom und Slalom) und Lake Louise/Ka (Männer mit Abfahrt und Super-G) statt.

Weltcup-Kalender Saison 2006/07

Männer
29.10. Sölden (Ö) RS (abgesagt) 12.11. Levi (Fi) Sl 25./26.11. Lake Louise (Ka) A SG 30.-03.12. Beaver Creek (USA) A RS Sl SK

09./10.12. Val d´Isère (Fr) A SK (A/Sl) 15./16.12. Val Gardena (It) A SG 17./18.12. Alta Badia (It) RS SL 20./21.12. Hinterstoder (Ö) SG RS 29.12. Bormio (It) A

06./07.01. Adelboden (Sz) RS Sl 12.-14.01. Wengen (Sz) A Sl SK (A/Sl) 20./21.01. Chamonix (Fr) A SK (A/Sl) 26.-28.01. Kitzbühel (Ö) A SG Sl K 30.01. Schladming (Ö) Sl/N

24./25.02. Garmisch-Part. (D) A Sl

03./04.03. Kranjska Gora (Sln) RS Sl 10./11.03. Kvitfjell (No) A SG 14.-18.03. Lenzerheide (Sz) A SG RS Sl N

Total 37 Rennen (38 Wertungen) 11 6 6 10 4+1 1 N = Nationencup (zählt nur zur Mannschaftswertung)

Frauen
28.10. Sölden (Ö) (RS abgesagt) 11.11. Levi (Fi) Sl 25.-26.11. Aspen (USA) RS Sl

01.-03.12. Lake Louise (Ka) A+A SG 09./10.12. St. Moritz (Sz ) A SK(SG/Sl) 16./17.12. Val d´Isère (Fr) A SG 20.12. Megève (Fr) Sl 28./29.12. Semmering (Ö) RS Sl/N

04.01. Zagreb (Kro) Sl/N 06./07.01. Maribor (Sln) RS Sl 12.-14.01. Zauchensee (Ö) A SG SK (A/Sl) 19.-21.01. Cortina (It) A SG RS 27./28.01. S. Sicario (It) A SG

24./25.02. Sierra Nevada (Sp) RS Sl

02.-04.03. Tarvisiso (It) A SG SK (A/Sl) 10./11.03. Zwiesel (De) RS Sl 14.-18.03. Lenzerheide (Sz) A SG RS Sl N

Total 35 Rennen 9 7 7 9 3 1 N = Nationencup (zählt nur zur Mannschaftswertung)

(Weltmeisterschaften in Are vom 03.-18. Februar 2007)

(von Richard Hegglin/Si)

 
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