Schweizerin stirbt bei Unruhen in Tunesien
Schweizerin bei den Unruhen in Tunesien getötet
publiziert: Donnerstag, 13. Jan 2011 / 13:44 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 13. Jan 2011 / 23:07 Uhr
Die Polizei versucht gegen die Demonstranten anzukommen.
Die Polizei versucht gegen die Demonstranten anzukommen.

Tunis - In Tunesien weiten sich die gegen das Regime gerichteten sozialen Unruhen aus. Auch die Zahl der Toten steigt. Nach Zählung von Menschenrechtsorganisation kamen bereits mindestens 66 Menschen ums Leben. Unter den Toten ist auch eine schweizerisch-tunesische Doppelbürgerin.

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Die 67-jährige Chirurgin aus dem Waadtland sei am Mittwochabend in Dar Chaabane im Norden von einer Kugel getroffen worden, als sie von einem Balkon aus eine Demonstration beobachtet hatte. Sie sei noch vor Ort gestorben, sagte ihr Bruder gegenüber dem Westschweizer Radio RSR am Donnerstag.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte den Tod der Frau. Die Familie der Getöteten will nun die tunesischen Sicherheitskräfte verklagen. Die Frau arbeitete bis zu ihrer Pensionierung im Universitätsspital Lausanne CHUV, wie das Spital bestätigte.

Demonstranten fordern Ben Alis Rücktritt

Auch in anderen Städten des Landes kam es am Mittwochabend und am Donnerstag zu Zusammenstössen. Die sozialen Proteste gegen die hohe Arbeitslosigkeit richtet sich immer mehr gegen Präsident Zine al-Abidine Ben Ali, der das Land seit 23 Jahren autoritär regiert.

Allein in der Nacht zum Donnerstag seien acht Menschen gestorben, teilte das Internationale Menschenrechtsbündnis FIDH in Paris mit, Es hat bislang 66 Tote gezählt. Die Regierung sprach zuletzt von 21 Toten.

Scharfe Kritik der Menschenrechtskommissarin

Die Regierung macht eine kleine Gruppe gewalttätiger Extremisten für die Gewalt verantwortlich. Diese hätten die Proteste für sich vereinnahmt. Die Polizei erklärte, die Beamten hätten sich nur selbst verteidigt.

Dagegen kritisierte UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay überzogene Massnahmen der Sicherheitskräfte, wie den «Einsatz von Scharfschützen und die willkürliche Tötung friedlicher Demonstranten».

Da die Unruhen anhalten, raten westliche Staaten inzwischen vor Reisen in das Land ab. Auch das EDA in Bern veröffentlichte eine Reisewarnung.

Allein mit dem Reisekonzern Kuoni reisen jedes Jahr Zehntausende nach Tunesien, wie ein Konzernsprecher sagte. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig des Maghreb-Staates: elf Prozent der Deviseneinnahmen des Landes stammen aus der Branche.

(bert/sda)

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