Olympia Ski nordisch: Langlauf Staffel Frauen
Schweizerinnen nützten «die grösste sportliche Chance des Lebens»
publiziert: Freitag, 22. Feb 2002 / 00:04 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Feb 2002 / 10:53 Uhr

Soldier Hollow - Nicht einmal in ihren kühnsten Träumen hatten die Schweizerinnen mit einem solchen Ergebnis in der Staffel gerechnet. «Ein kleines Diplom wäre schön», hatten sie am Vorabend gescherzt und damit angedeutet, die offizielle Zielsetzung des 9. Ranges zu unterbieten. Doch jetzt gab es Bronze und jede Menge Freudentränen.

«Ich bin selber überrascht. Nie hätte ich gedacht, in zweiter Position zur Übergabe zurückzukommen», wunderte sich Andrea Huber, nachdem sich das Wunder abzuzeichnen begann. Die Bündnerin hatte über einen «geilen Ski» verfügt, womit etwas unzimperlich ausgedrückt ist, dass die Serviceleute ein «schnelles Brett» bereitgestellt hatten. Sie habe den langen Anstieg bewusst vorsichtig angegangen und 1000 m vor der Übergabe schon gewusst, dass jetzt alles gut kommen würde.

«Wenn wir eine Medaille machen...!» Laurence Rochat war nach ihrem Einsatz kaum zu halten. Die Westschweizerin hatte ebenfalls über schnelle Ski verfügt, aber nicht im Traum damit gerechnet, sich mit Bente Skari (No) duellieren zu können: «Ich habe nie zurückgeschaut und bin ruhig geblieben. So lange es mir möglich war, hielt ich mit Bente mit.»

Die Hoffnung auf einen Platz auf dem Podium stieg nach Brigitte Albrechts Einsatz. «Hoffentlich reicht es Natascia! Ich flippe aus, wenn wir eine Medaille holen. Erneut habe ich gezeigt, dass ich doch noch etwas kann. Was ich heute erlebe, stellt die Entschädignug für alle die Tiefschläge dar, die ich in diesem Winter einstecken musste», machte die Walliserin in Vorfreude.

Es blieb Natascia Leonardi Cortesi, die sich wie schon bei früheren Gelegenheiten als sicherer Wert erwies. Gegen hinten war die Situation abgesicht, gegen vorne bestanden wenig Aussichten. «Evi Sachenbacher lief die ganze Woche schon stärker als ich. Deshalb machte ich mir nicht zu grosse Hoffnungen, ich könnte zur Spitze aufrücken. Ich nahm meine 5 km mit Vorsicht in Angriff, um nicht blau zu laufen. Danach drehte ich dann auf.» Mit diesen Woreten schilderte die Tessinerin ihren Einsatz. Danach fehlten ihr die Worte: «Hoffentlich hat mein Vater daheim am Fernsehen dieses Rennen verfolgt. Was mir diese Bronzemedaille bedeutet? Mir fehlen die Worte. Ich bin völlig überwältigt. Mir fehlen die Worte...!»

Sprachlos zeigte sich auch Trainer Marcus Kramer. Er verwies darauf, dass es wenige Tage zuvor noch einiger Überzeugungsarbeit bedurft hatte, um die Verantwortlichen von Swiss Olympic zu veranlassen, ihren Segen für die Teilnahme der Schweizer Frauen- Staffel zu geben: «Hansjürg Wirz zeigte sich bald einverstanden. Jetzt braucht er seine Zusage umso weniger zu bereuen.» Kramer weiter: «Ich bin froh, dass endlich einmal alle vier gezeigt haben, was sie drauf haben. Die grösste Freude empfinde ich für Brigitte nach allem, was sie im Verlaufe dieses Winters durchmachte.»

Derweil stand Mannschaftsarzt Dr. Beat Villiger abseits. Ihm, der einige Tage zuvor darüber sinniert hatte, wie viele Ereignisse und Schicksale in einem Leben weit wichtiger sind als alle Kleinigkeiten im Sport, flossen die Augen über. Zusammen mit ihm wischte Swiss-Ski-Leistungschef Harry Sonderegger die Tränen weg. Die Serviceleute vollführten ein derartiges Hurrageschrei, dass die erstaunten Amerikaner beinahe Schlimmes befürchteten. Und Jochen Behle, der deutsche Erfolgstrainer, brachte es auf den Punkt: «Im Leben gibt es vielleicht nur einmal eine solche Chance. Aber diese muss man nutzen!»

(kil/sda)

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