Schwellenländer: Web-Boom trotz wenig Profit
publiziert: Dienstag, 28. Apr 2009 / 09:52 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 28. Apr 2009 / 10:08 Uhr

San Francisco - Facebook eilt in der Türkei und Indonesien von Erfolg zu Erfolg. Die Zahl der YouTube-Nutzer in Brasilien und Indien hat sich in kurzer Zeit verdoppelt.

Bushaltestelle in Rio de Janeiro.
Bushaltestelle in Rio de Janeiro.
4 Meldungen im Zusammenhang
Anbieter von Gratisinhalten mit zunehmend globaler Kundschaft schaffen es trotzdem nicht, ihre Dienste auf Entwicklungsmärkten profitabel anzubieten. Die Betriebskosten sind dort aufgrund der limitierten Bandbreitenkapazitäten zu hoch.

Wegen der geringen Kaufkraft der zu bewerbenden User erweisen sich Geschäftsmodelle als nicht tragfähig. Das Ziel, die Welt durch Vernetzung in ein globales Dorf zu verwandeln, scheint aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht realisierbar.

Im Zuge der Gründerphase von Web 2.0 galt noch ein einfaches Geschäftsprinzip: Baue einen möglichst globalen Kundenstock auf, versorge deine Klienten mit Gratisinhalten und finanziere die Ausgaben mit Erlösen aus der Onlinewerbung. In der Realität verfügen rund 50 Prozent der 1,6 Mrd. Menschen mit Internetzugang über ein zu geringes Einkommen, als dass sie für die Werbewirtschaft als Zielpublikum in Frage kämen. Photo-Dienste, Social-Networking-Sites und Plattformen für multimediale Inhalte benötigen auch ein Mehr an Servern, um ihre Dienste in den Teilen der Welt ohne massgebliche Breitbandinfrastruktur zugänglich zu machen.

Alle Global Players betroffen

«Dieser Umstand betrifft alle international agierenden Internet-Unternehmen. Wann immer du eine Menge User-Content zugänglich machst, werden in Asien oder in Lateinamerika teure Bandbreitenkapazitäten aufgezehrt. Die Werbeeinnahmen sind dort jedoch so niedrig, dass profitorientierte Unternehmen ihre Aktivitäten in diesen Märkten einstellen müssten», sagt Michelangelo Volpi, CEO von Joost gegenüber der New York Times. Etwa die Hälfte des Zielpublikums des US-Videoanbieters Joost wohnt ausserhalb der US-Landesgrenzen.

Wenige Unternehmen ziehen sich aus den Märkten zurück, aber fast alle suchen nach Alternativen zur Kostenreduktion. «Einerseits lässt es mein Gewissen nicht zu, Menschen in Entwicklungsländern mit zweitklassigem Service zu versorgen. Andererseits verengen wirtschaftliche Zwänge unseren Handlungsspielraum beträchtlich», sagt Dimitry Shapiro, CEO von Veoh Video Sharing. Eine geringere Auslastung der Datenleitungen scheint von den meisten Akteuren als Möglichkeit zur Verringerung der Ausgaben ins Auge gefasst zu werden. Menschen in Entwicklungsländern werden sich schon in naher Zukunft mit niedrigeren Bildauflösungen und längeren Ladezeiten konfrontiert sehen.

MySpace: Abgespeckte Version?

Rund 60 Millionen MySpace-User leben ausserhalb der Vereinigten Staaten. Die Eigentümergesellschaft News Corp testet bereits eine abgespeckte Version der Seite (Profile Lite) für Länder mit schlechter Breitbandinfrastruktur. YouTube drohen laut Credit Suisse im laufenden Jahr 470 Mio. Dollar Verluste, die zum Teil aus den in Entwicklungsmärkten höheren Vertriebskosten resultieren.

Google weist diese Einschätzung zwar zurück, legte jedoch bislang keine detaillierten Zahlen vor. Angeblich sind adaptierte Versionen von YouTube für Brasilien, Indien und Polen geplant. Auch Facebook sieht in der verringerten Qualität von Multimedia-Formaten eine Möglichkeit zur Reduzierung seiner Ausgaben. 200 Mio. User ausserhalb der USA tragen bereits dazu bei, dass monatlich 850 Mio. Photos und acht Mio. Videos auf die Facebook-Server geladen werden.

(ht/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
San Diego - Das Webvideoportal Veoh ... mehr lesen
Das alternative Geschäftsmodell war kein Erfolg. (Symbolbild)
Arabisch und Hebräisch sind im Internet deutlich unterrepräsentiert.
Facebook Palo Alto - Das soziale Netzwerk ... mehr lesen
Man habe Fehler gemacht, räumte Zuckerberg jetzt ein.
Facebook Palo Alto/Hamburg - Das Online-Netzwerk Facebook will nach der massiven ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Alle wichtigen Domainendungen rechtzeitig sichern: .ch, .com und je nach Bedarf auch .de und .at.
Alle wichtigen Domainendungen rechtzeitig sichern: .ch, .com und je ...
Besserer Markenschutz sowie falsch adressierte E-Mail-Zustellungen vermeiden  Keine Frage, .com Domains sind mit Abstand die beliebtesten Domains im Netz. Aktuell sind knapp 140 Mio. .com Domainnamen registriert und es werden täglich mehr. Selbst die vielen neuen Domainendungen konnten dem Platzhirsch .com nichts anhaben. Im Gegensatz zu vielen neuen Domainendungen bleibt die Beliebtheit der .com Domains stabil und die Anzahl der .com Domains steigt von Monat zu Monat. mehr lesen 
SMS-Token zusätzlich zu deinem domains.ch Passwort  St. Gallen - Domains sind ein wertvolles immaterielles Gut. Nicht vorzustellen was passieren würde, wenn dein operativer und Umsatz bringender Online-Shop auf einmal gekapert ... mehr lesen
Einfaches Einstellen der sichereren Zweifaktor-Authentifizierung bei domains.ch.
Kein Erfolg wegen fehlendem Domainnamen? Google Plus
Der passende Domainname fehlte  Nach einem grösseren Datenleck beim erfolglosen Social Media Projekt Google Plus zieht Google den Stecker. Die Gelegenheit scheint günstig diesen überfälligen Schritt zu vollziehen. Die ... mehr lesen  
reversewhois.ch - Neuer Service zum Herausfinden von Domaineigentümern  St. Gallen - Im September lanciert domains.ch, ein Angebot der VADIAN.NET AG, den neuen Service reversewhois.ch um ... mehr lesen  
Transparenz und Einblick in die Besitzverhältnisse dank ReverseWhois-Abfragen auf reversewhois.ch
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 16°C 34°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 18°C 35°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 17°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 17°C 33°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 18°C 33°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 18°C 33°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 21°C 32°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten