Olympia: Ski alpin: 1. Training Abfahrt Männer
Schwere Knacknüsse für die Schweizer Abfahrer
publiziert: Donnerstag, 7. Feb 2002 / 20:26 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 7. Feb 2002 / 20:49 Uhr

Snowbasin - Auf brutale Art sind die Schweizer Abfahrer im ersten Abfahrtstraining von Eberharter und Co. aufgeschreckt worden. Ausser dem Super-G-Spezialisten Didier Defago, der als 7. bester Abfahrer (!) war, nahm der Österreicher allen Schweizern deutlich mehr als eine Sekunde ab.

Didier Defago fuhr im Training die siebtbeste Zeit.
Didier Defago fuhr im Training die siebtbeste Zeit.
Schon nach der ersten Kontaktnahme mit der anspruchsvollen Grizzly-Piste gilt für die Schweizer wieder das Prinzip Hoffnung. Statt durch einen guten Einstieg ins Olympiarennen die missglückte Weltcup-Abfahrt von St. Moritz vergessen zu machen, haben sie erneut schwere Knacknüsse zu lösen. In St Moritz war Franco Cavegn als bester Schweizer Neunter, nun sind in Snowbasin auch die beiden Norweger Lasse Kjus und Kjetil Andre Aamodt sowie der Amerikaner Daron Rahlves wieder dabei. Diese drei belegten die Trainingsränge 3 bis 6, aber auch sie mussten den beiden entfesselten Österreichern Stephan Eberharter und Fritz Strobl sieben Zehntel Vorsprung und mehr zugestehen.

Abfahrt für Super-G-Spezialisten -- aber nicht für Cuche?

Die interne Ausscheidung unter den fünf Abfahrern findet zwar erst am Freitag- und Samstagabend MEZ statt (drei aus dem zweiten Training, einer aus dem letzten) statt, doch zeichnet sich bereits die Tendenz ab, dass möglicherweise im Rennen vom Sonntag (Start 18.00 MEZ) nicht nur vier reine Abfahrer zum Einsatz kommen. "Ich konzentriere mich primär auf meine Disziplinen, für die ich mich qualifiziert habe", sagt Defago, "aber sollte ich eine Chance bekommen, an der Abfahrt teilzunehmen, werde ich sie packen." Diese Piste sei auf Super-G-Spezialisten zugeschnitten, findet der 24-jährige Walliser. In den Abfahrten dieses Winters war Defago über einen 10. und 21. Rang nicht hinausgekommen.

Ausgerechnet der beste Super-G-Fahrer im Schweizer Team, Didier Cuche, der in jedem Super-G dieses Winters auf dem Podest stand, verpatzte die erste Trainingsfahrt (nur 19.) vollständig. "Ich bin putz-langsam", stellte der Neuenburger verärgert fest, "für den Rückstand von fast zwei Sekunden habe ich vorläufig keine Erklärung." Vom Attribut Super-G-Piste wollte er nichts hören: "Das ist eine Abfahrt, die Piste ist, wie sie ist -- und darauf habe ich schnell zu sein."

Franco Cavegn (13.) sprach von groben Fehlern im Mittelteil, freute sich aber immerhin, dass er besser fuhr als im Vorjahr (über drei Sekunden Rückstand), Ambrosi Hoffmann glaubt, die Ski zu aggressiv abgestimmt zu haben, und Bruno Kernen meinte lakonisch: "Freudensprünge mache ich noch keine." Auf den Wirbel um die neuen Anzüge wollte er nicht eintreten: "Wer dort sucht, sucht am falschen Ort. Aber das etwas nicht stimmt, ist offensichtlich." Zur Klarstellung: Im Training trugen die Schweizer die alten Kombis.

Eberharter 2002 unschlagbar -- auch im Training

Wer in Snowbasin Olympiafavorit ist, darüber liess Stephan Eberharter nicht die geringsten Zweifel aufkommen. Der bereits als Abfahrts-Weltcupsieger feststehende Zillertaler wird am Sonntag wohl nur einen Gegner fürchten, seinen Landsmann Fritz Strobl, der im Training lediglich 12 Hundertstel einbüsste und bis zum Zielhang noch schneller wr. Im Jahr 2002 war in Trainings und in Rennen nur ein einziges Mal ein anderer schneller als Eberharter, Weltmeister Hannes Trinkl im Abschlusstraining von Wengen. Sonst stellte Eberharter jedesmal Bestzeit auf, zweimal in Wengen, dreimal in Kitzbühel und dreimal in St. Moritz.

"Offenbar habe ich die Form von Europa nach Amerika mitnehmen können", meinte der hohe Olympia-Favorit, der nach der erneuten Bestzeit nun auch in Snowbasin erwägt, ein Training auszulassen: "Ich entscheide mich am Morgen beim Aufstehen, denn allmählich scheint sich auch mir der Jet-Lag bemerkbar zu machen. Heute fühlte ich mich ziemlich müde." Zu einer Machtdemonstration reichte es trotzdem.

Snowbasin. Erstes Training zur Abfahrt der Männer vom Sonntag:

1. Stephan Eberharter (Ö) 1:39,07.
2. Fritz Strobl (Ö) 0,12 zurück.
3. Daron Rahlves (USA) und Lasse Kjus (No), je 0,70.
5. Klaus Kröll (Ö) 0,85.
6. Kjetil André Aamodt (No) 1,09.
7. Didier Defago (Sz) 1,19.
8. Andreas Schifferer (Ö) 1,25.
9. Christian Greber (Ö) 1,35.
10. Hans Knauss (Ö) 1,51.

Ferner:
13. Franco Cavegn (Sz) 1,61. 15. Kurt Sulzenbacher (It) 1,81. 16. Hannes Trinkl (Ö) 1,84. 18. Bruno Kernen (Sz) 1,88. 19. Didier Cuche (Sz) 1,89. 20. Ambrosi Hoffmann (Sz) 1,94. 24. Paul Accola (Sz) 2,15. 27. Michael Walchhofer (Ö) 2,40. 28. Tobias Grünenfelder (Sz) 2,49. 35. Jürgen Hasler (Lie) 3,28. 39. Rolf von Weissenfluh (Sz) 3,50. 47. Kristian Ghedina (It) 5,00.

75 Fahrer gestartet, 70 klassiert.

Nicht im Ziel: Marco Büchel (Lie), abgewunken.

(Richard Hegglin, Snowbasin/sda)

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