Schwere Krawalle überschatten Meisterfeier
publiziert: Sonntag, 14. Mai 2006 / 11:40 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 14. Mai 2006 / 14:00 Uhr

Basel - Zürich im Fussballrausch: Tausende FCZ-Fans haben die Nacht zum Tag gemacht und den ersten Meistertitel seit 25 Jahren ausgiebig gefeiert.

17 Meldungen im Zusammenhang
Als schlechte Verlierer erwiesen sich zahlreiche Basler Fans.

Nach der 1:2-Heimniederlage ihres Klubs randalierten sie zunächst im St. Jakobpark und griffen FCZ-Spieler an. Selbst der 76-jährige FCZ- Präsident Sven Hotz wurde von zwei Basler Anhängern auf der Tribüne attackiert und fiel auf den Rücken. Hotz sagte gegenüber «Radio 24», sein Schwiegersohn habe ihn vor Schlimmerem bewahrt.

Auf dem Rasen trieb die Polizei die Randalierer mit Gummischrot zurück. Über Stadionlautsprecher wurden die Fans zur Fairness aufgerufen. Doch bereits vor dem Stadion kam es wieder zu Ausschreitungen. Die Polizei ging mit einem Wasserwerfer gegen Leuchtpetarden, Steine und Flaschen werfende Randalierer vor.

Journalisten attackiert

Die Tumulte rund um den St. Jakob-Park dauerten in der Nacht auf Sonntag an. Die Gegend war mit Tränengasschwaden vernebelt. Vermummte kippten ein ziviles Polizeifahrzeug um. Über Verletzte war zunächst nichts bekannt. Mehrere Ambulanzen fuhren aber mit Blaulicht durch die Stadt.

Beeinträchtigt wurde auch die Medienberichterstattung. Der Lokalsender TeleZüri musste seine Live-Reportage aus Basel sogar abbrechen, nachdem Randalierer die Zürcher Journalisten attackiert hatten.

Diskussionen um Hooligan-Gesetz

Die Zwischenfälle dürften die Diskussionen um die Sicherheitsmassnahmen an der EM 2008 in der Schweiz neu entfachen. Ein Sprecher von Sportminister Samuel Schmid sagte der «NZZ am Sonntag», die Vorfälle zeigten, dass das Hooligan-Gesetz so schnell wie möglich kommen müsse.

Die Zürcher Fans liessen sich die Party in der eigenen Stadt nicht verderben. Allein in der Maag-Event-Halle feierten Tausende den Sensationssieg. In einen regelrechten Hexenkessel verwandelte sich die Halle gegen Mitternacht, als die Helden von Basel eintrafen.

Triumphzug in Zürich

Und die Fans freuen sich bereits auf einen weiteren Triumphzug ihres FCZ.

Spieler und Klubverantwortliche fahren heute nachmittag vom Stadion Letzigrund zum Helvetiaplatz, wo sie der ganzen Stadt den Meisterpokal zeigen wollen.

Eskalation nach Schlusspfiff

In Basel war die Gewalt bereits nach dem Schlusspfiff eskaliert. Teilweise vermummte FCB-Anhänger stürmten nach der 1-zu-2-Niederlage ihres Vereins in der Endrunde der Schweizer Fussballmeisterschaft das Spielfeld. Dort traten einige von ihnen nach Spielern des neuen Schweizermeisters FCZ. Der Spielerauszug vom Feld gestaltete sich chaotisch.

Die in einem grossen Aufgebot bereit stehende Polizei trieb die Randalierer mit Gummischrot zurück. Mit Abschrankungen wurden die feiernden FCZ-Anhänger davon abgehalten, auch noch aufs Spielfeld zu stürmen. Die Pokalübergabe auf der Tribüne blieb weitgehend unbeachtet.

Ausharren im Stadion

Über Stadionlautsprecher wurden die Randalierenden zur Fairness aufgerufen. Doch bereits vor dem Stadion kam es im strömenden Regen wieder zu Ausschreitungen. Die Polizei ging mit einem Wasserwerfer gegen Leuchtpetarden, Steine und Flaschen werfende Randalierer vor.

Viele Matchbesucher strömten ins Stadion zurück. Der Stadionsprecher forderte die im Inneren noch wenige hundert Anwesenden auf, weiter auszuharren. Das Stadion sei zur Zeit der sicherste Ort für sie. Die Basler Verkehrsbetriebe stellten den Trambetrieb bis Betriebsschluss ein.

Ruhig im Vorfeld

Im Vorfeld der Endrunde hatte sich die Lage noch ruhig gezeigt. Einzig beim Gästeeingang zündeten Zürcher Fans ein paar Petarden. Die Polizei bezeichnete dies als Ablenkungsmanöver, um Fans ohne Billett ins Stadion zu schleusen.

(rr/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Basel - Ausschreitungen wie im Mai ... mehr lesen
Die Polizei verhinderte grössere Zwischenfälle, sechs Personen wurden festgenommen. (Archivbild)
Fans stürmen nach dem Spiel FC Basel - FC Zürich das Spielfeld.
Bern - Der Bundesrat will prüfen, ... mehr lesen
In die Muttenzer Kurve kommt nur, wer künftig seine Personalien angibt.
Basel - Randalierende Fussballfans sollen sich nicht mehr in der Masse verstecken können. mehr lesen
Basel - Vier Wochen nach der ... mehr lesen
Enttäuschte Basler Hooligans randalierten vor dem St. Jakobs-Park.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Basel - Die Krawallmacher vom ... mehr lesen
Die Polizei geht davon aus, dass viele Matchbesucher Fotos gemacht haben.
Basel - Nach den Ausschreitungen vom Samstag in Basel benötigen Polizei und Staatsanwaltschaft Wochen, um Video- und Fotoaufnahmen auszuwerten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Körperverletzung. mehr lesen 
Etschmayer Die Welt scheint ziemlich absurd zu sein. Momentan besonders für Nicht-Fussball-Begeisterte. Da wird der FC Zürich überraschend Meister in der Schweiz ... mehr lesen 
Iulian Filipescu muss sich gegen einen Fan wehren.
Nach 25 Jahren kehrte Zürich auf ... mehr lesen
Basel - Bei den schweren Krawallen nach dem Fussballspiel FCB-FCZ sind mehr als 100 Personen verletzt worden. 15 mussten ins Spital eingewiesen werden. Verletzt wurden auch vier Polizisten. mehr lesen 
Zürich durchbrach überraschend ... mehr lesen
Meisterjubel mit Alhassane Keita, Freddy Bickel und Lucien Favre.
Goekhan Inler, Marc Schneider, Alhassane Keita und Cesar mit dem Meisterpokal.
Als alles auf den zwölften Meistertitel vorbereitet war, entschied Iulian Filipescu mit seinem ersten Meisterschaftstor für den FC Zürich die entscheidende Partie in Basel mit dem 2:1 ... mehr lesen
Basel - Am Gästeeingang des St. ... mehr lesen
Ungewöhnliche Begegnung.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig. So viel zu den guten Nachrichten. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, grundsätzlich auf gutes Material an den Schwachstellen (Türen, Fenster, Tore) zu setzen und zusätzliche Sicherungen zu installieren.
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz ...
Publinews Smarter Einbruchschutz  Nahezu alle Diebstahlkategorien weisen eine rückläufige Tendenz auf. 2017 wurden in der Schweiz 4,9 Einbrüche pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Das entspricht 113 Einbruch- und Einschleichdiebstählen pro Tag. 2012 lag diese Zahl bei 202. mehr lesen  
Opfer weiterhin vermisst  Rafz ZH - Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagvormittag in Rafz ZH zwei Personen verhaftet: Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, einen seit dem 22. April vermissten ... mehr lesen
Der 67-Jährige Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst.
In Indien hat es 18,3 Millionen Sklaven.
Deutlich höhere Zahl  Sydney/London - Mindestens 45,8 Millionen Menschen leben zurzeit weltweit in modernen ... mehr lesen  
Flüchtiger Mörder  Aarau - Der flüchtige Mörder, der aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch AG ausgebrochen ... mehr lesen  
Der 22-jährige befindet sich seit Samstag auf der Flucht. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 17°C 22°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 18°C 23°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 16°C 20°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 17°C 22°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 17°C 22°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 18°C 24°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 20°C 28°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig viele Gewitter wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten