Schwere Niederlage für Premier Brown und Labour
publiziert: Freitag, 2. Mai 2008 / 21:29 Uhr / aktualisiert: Freitag, 2. Mai 2008 / 23:02 Uhr

London - Die Labour-Partei von Premier Gordon Brown hat bei den Kommunalwahlen in Grossbritannien ihre schwerste Niederlage seit 40 Jahren erlitten. Die Schlappe ist ein Denkzettel für den Regierungschef.

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Für Brown waren die Wahlen der erste Stimmungstest seit seinem Amtsantritt vor knapp einem Jahr. Am Freitagabend wurde das Endergebnis bekannt gegeben. Demnach büsste Labour in den 159 Wahlkreisen von England und Wales 331 Mandate ein. Die Konservative Partei gewann 256 Sitze hinzu.

Labour verlor zugleich in 9 Wahlkreisen die Mehrheit und regiert nun nur noch 18. Hochgerechnet auf das gesamte Königreich stürzte die Partei damit ab auf die Position der nur noch drittstärksten politischen Kraft noch hinter den Liberaldemokraten.

«Wir werden die Lehren daraus ziehen», sagte Brown. «Wir werden analysieren, was passiert ist, und nach vorne schauen.» Er machte vor allem die Auswirkungen der internationalen Finanzmarktkrise für das schlechte Abschneiden von Labour verantwortlich.

Tories-Chef Cameron sagte dagegen, das Resultat sei kein «Votum gegen Gordon Brown und seine Regierung, sondern ich glaube, es war ein Vertrauensvotum für die Konservativen».

Dickköpfig und verbittert

Brown hatte im Juni 2007 seine Ämter als Parteichef und Premierminister vom durch eine innerparteiliche Revolte aus dem Amt gedrängten Tony Blair quasi geerbt. Er kann sich mit der Ansetzung von nationalen Wahlen deshalb Zeit lassen bis Anfang 2010.

Doch politische Beobachter rechnen nicht damit, dass sich die Popularität des als dickköpfig geltenden und verbittert wirkenden Schotten bis dahin steigern lässt. Ob Brown die Krise seiner Partei politisch überlebt, wird bereits heftig diskutiert.

Das mit Spannung erwartete Ergebnis der Bürgermeisterwahl in London verzögert sich und wird erst kurz vor Mitternacht erwartet. Allerdings zeichnet sich auch in der Hauptstadt ein Sieg der Tories ab.

Nach Medienberichten liegt Tory-Kandidat Boris Johnson in der Mehrzahl der Wahlkreise so gut wie uneinholbar vor dem amtierenden Bürgermeister Ken Livingstone.

(smw/sda)

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