«Schwierig, aber nicht unmöglich»
publiziert: Montag, 20. Feb 2006 / 00:00 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Feb 2006 / 06:56 Uhr

Die Ausgangslage für den Riesenslalom ist so schlecht nicht: Keiner aus dem Schweizer Quartett zählt zu den Favoriten, doch mit dem Schwung der bisher drei alpinen Medaillen lässt sich vielleicht eine Überraschung realisieren.

Die schweizer Hoffnungen ruhen auf Didier Cuche.
Die schweizer Hoffnungen ruhen auf Didier Cuche.
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Der Männer-Riesenslalom war bis vor einigen Jahren eine absolute Domäne der Schweizer. An den letzten zehn Winterspielen stand sieben Mal zumindest ein Schweizer auf dem Podest, unter ihnen Heini Hemmi (1976) und Max Julen (1984) ganz zuoberst.

Letzter Schweizer Medaillengewinner war Michael von Grünigen, der 1998 in Nagano hinter Hermann Maier und Stephan Eberharter Bronze gewann.

Von Grünigen, der bei der Skifirma Fischer seine immense Erfahrung für die technische Entwicklung einbringt, wird auch am Montag in Sestriere vor Ort sein, an jenem Berg, an dem er 1997 den ersten seiner beiden WM-Titel eingefahren hat.

Angreifen

«Der Hang ist noch derselbe, aber die Strecke verläuft im Vergleich zu damals mehr in der Falllinie», sagt Von Grünigen. «Oben beginnt es steil, danach muss man möglichst viel Tempo aufs flachere Stück mitbringen. Wichtig wird die Abstimmung des Materials sein und dass man wirklich angreift.»

Didier Cuche ist von den vier Schweizer Teilnehmern der einzige, der es im Verlauf der bisherigen Saison in die Top 10 gebracht hat; Neunter war der Neuenburger im Dezember in Alta Badia.

Didier Défago steht mit einem 13. Rang als bestem Ergebnis zu Buch. Fehlen noch die Newcomer Daniel Albrecht und Marc Berthod, die sich je einen 15. Platz erkämpften, beide mit 40er-Nummern. Im heutigen Rennen werden sie aber deutlich bessere Startpositionen vorfinden.

Der Favorit von MvG: Benjamin Raich

Auf die Schweizer Medaillenchancen angesprochen, gibt sich Von Grünigen vorsichtig: «Das wird eher schwierig, aber unmöglich ist es nicht. Bei einem Défago weiss man nie. Cuche hat einen ansprechenden Super-G gefahren.»

«Und die beiden Jungen, Daniel Albrecht und Marc Berthod, müssen vor allem weiter Erfahrung sammeln, wenngleich es natürlich schön wäre, wenn sie bereits mitmischen könnten. Mein Favorit auf Gold ist aber der Österreicher Benjamin Raich. Es gefällt mir, wie er fährt. Und auf aggressivem Schnee ist er besonders gefährlich.»

Niemandem etwas beweisen

Raich hat in Kranjska Gora und Adelboden die letzten zwei Riesenslaloms vor Olympia gewonnen. In Sestriere lief es ihm aber noch nicht wie gewünscht.

Ausgefallen in der Kombination, 21. im Super-G - das ist die bisherige Bilanz des Tirolers, der letzten Winter in Bormio zwei WM-Titel und insgesamt fünf Medaillen errungen hatte. Dazu sagt er: «Ich muss niemandem etwas beweisen. Ich habe schon oft genug gezeigt, dass ich ein guter Skifahrer bin.»

Österreichs Männer waren in den ersten drei Olympia-Entscheidungen zwar immer auf dem Podest vertreten, aber nie ganz zuoberst. Das ist für diese Klasse-Equipe bereits ungewöhnlich.

Auch Maier ist heiss

Neben Raich dürfte auch Hermann Maier besonders heiss sein. Für den Salzburger, den Riesenslalom-Olympiasieger 1998 und aktuellen Weltmeister in dieser Disziplin, ist es die letzte Chance, mit Gold aus Sestriere abzureisen.

Neben dem Amerikaner Bode Miller (2002 in Salt Lake City Zweiter hinter Eberharter), dem Italiener Massimiliano Blardone und Raich ist er einer von vier Fahrern, die in diesem Winter schon einen Weltcup-Riesenslalom für sich entschieden haben.

(Werner Eisenring, Sestriere/Si)

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